Eine gemütliche Ecke, um Probleme zu lösen: Schulsozialarbeiterin Tine Bröker (l.) mit Schulleiterin Silvia Florack und Bürgermeister Dieter Berkemeier. © Oliver Kleine
Sozialarbeiterin verstärkt Brigidenschule

Tine Bröker ist die Problemlöserin für Grundschüler mit Kummer

Tine Bröker verstärkt seit dem Schulstart im August das Team der Brigidenschule. Die Sozialarbeiterin ist Ansprechpartnerin für Schüler mit Sorgen und Problemen. Aber auch für deren Eltern.

Auch die Brigidenschule in Legden hat nun eine Schulsozialarbeiterin. Tine Bröker ist mit Beginn dieses Schuljahres nicht nur die Ansprechpartnerin für 317 Grundschülerinnen und Grundschüler, sondern auch für deren Eltern. Immer, wenn Mädchen und Jungen Sorgen oder ein Problem haben, können sie sich vertrauensvoll an die 35-Jährige wenden.

„Die Kinder können nun zu jemandem gehen, der ihnen keine Noten gibt. Das ist ein großer Vorteil“, erklärt Schulleiterin Silvia Florack. „Wir haben uns eine solche Unterstützung sehr gewünscht.“

Gemeinde Legden und Kreis Borken teilen sich die Kosten

Nun ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Die 20-Stunden-Stelle ist beim Kolpingbildungswerk (Diözesanverband Münster) angelegt, das auch den Offenen Ganztag an der Schule trägt. Die Kosten teilt sich die Gemeinde Legden mit dem Kreis Borken. An den weiterführenden Schulen ist eine Schulsozialarbeiterin schon länger Standard. Nun wird dies auch an Grundschulen vollzogen.

Probleme mit Mitschülern oder Angst vor Mathe

„Es geht vor allem darum, gut zuzuhören, welche Probleme die Kinder haben und gemeinsam mit ihnen zu überlegen, wie man damit umgeht“, erklärt Tine Bröker. „Ob es Probleme zu Hause , mit Mitschülern oder Lehrerinnen, die Angst vor Mathe oder den Wechsel auf eine weiterführende Schule sind. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, aber für die Kinder ist es wichtig, darüber zu sprechen.“

Tine Bröcker ist an der Brigidenschule Ansprechpartnerin für Schülerinnen, Schüler und Eltern.
Tine Bröcker ist an der Brigidenschule Ansprechpartnerin für Schülerinnen, Schüler und Eltern. © Oliver Kleine © Oliver Kleine

Um eine positive Atmosphäre für Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern zu schaffen, wurde in einem Raum eigens eine gemütliche Ecke eingerichtet. Unter einem Baldachin laden bunte Kissen zum Verweilen ein. An der Wand hängen Bilder, die Kinder gemalt haben, die sich an dieser Stelle schon ihre Sorgen von der Seele reden konnten. „Das hier ist ein Rückzugsort.“ Auch für Schüler, denen es emotional nicht gut gehe. „Sie können sich hier sammeln, herunterkommen, um dann so gestärkt wieder am Unterricht teilnehmen zu können.“

Obschon erst seit dem 18. August im Dienst, ist Tine Bröker bei den Kindern schon sehr bekannt. Wenn sie in der Pause über den Schulhof geht, wird sie von allen Seiten fröhlich begrüßt. Die 35-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern sowie Schafen, Hühnern und Kaninchen in Schöppingen. Sie habe schon immer gern mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, sagt sie. Schon in jungen Jahren in Ferienlagern. Nach dem Studium war sie unter anderem bei der Jugendhilfe und bei der Caritas beschäftigt, wo sie für die Arbeit in Familien zuständig war.

Tipps und Hilfe für Eltern

Auch an der Brigidenschule soll die Zusammenarbeit mit Eltern ein wichtiger Baustein ihrer Arbeit werden. „Die Eltern können mich mit allen Problemen ansprechen. Seien es Fragen zur Erziehung oder etwas anderes.“ Sie gebe auch Tipps, wo Eltern Hilfe oder Ansprechpartner für bestimmte Probleme finden können. „Das Internet hilft da auch nicht immer.“

Zu ihren Aufgaben zählen darüber hinaus die Ausbildung der Streitschlichter, der Kontakt zum Jugendhaus „Pool“ und zur Gemeinde. Und sie unterstützt Silvia Florack bei der „Kindersprechstunde“. Wenn Schüler Gesprächsbedarf haben, werfen sie einen Zettel in einen dafür vorgesehenen Briefkasten. Darauf wird sehr kurzfristig reagiert. „Wir leeren den Kasten meist täglich“, sagt Silvia Florack. Seit dem neuen Schuljahr können die Kinder auf dem Zettel notieren, ob sie mit der Schulleiterin oder mit Tine Bröker sprechen möchten. Nach und nach, so Silvia Florack, soll die Sprechstunde immer mehr in die Hände der Schulsozialarbeiterin übergehen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter