Unsichtbare Boten

Die Glocken von St. Brigida

LEGDEN Sie sind gut versteckt. Fast niemand bekommt die alte Maria, den kleinen Gabriel und die beiden Brigidas – eine dick, die andere etwas schlanker – je zu sehen. Und doch wissen alle, dass die vier da sind. Dafür braucht es keines festen Glaubens, sondern nur eines nicht einmal all zu guten Gehörs: Die drei klingenden Damen und ihr engelsgleicher Bruder läuten an Heiligabend das Weihnachtsfest ein – pünktlich um 16 Uhr.

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 23.12.2009, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Glocken von St. Brigida dürfen heute zu viert läuten.

Die Glocken von St. Brigida dürfen heute zu viert läuten.

Die Brigidas, Maria und Gabriel hängen in einem hölzernen Glockenstuhl: einem Turm im Turm. Das Holz sei elastischer als das Mauerwerk, erläutert der Pfarrer. Das Joch ganz oben, an dem die vier Tonnen schweren Klangkörper hängen, ist im Dunkeln kaum auszumachen. Kein Wunder: Die Schallfenster zu allen vier Seiten sind mit Holzjalousien abgedeckt – nicht um die vier klingenden Boten vor neugierigen Blicken zu verstecken, sondern um sie vor der Witterung zu schützen und um ihren Klang zu sammeln, bevor er gezielt in die Ferne geleitet wird. Dort wird er Heiligabend auch noch in vielen Kilometern Entfernung von der Freude über die Geburt Jesu künden. 

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