Die Geschäftsstelle des Verkehrsvereins Legden-Asbeck im Taubenturm ist bereits seit dem vergangenen August verwaist. © Markus Gehring
Tourismus

Verkehrsverein: Auflösung scheitert im ersten Anlauf – so geht es weiter

Lange übernahm der Verkehrsverein Legden-Asbeck die touristische Betreuung in der Gemeinde. Das ist nun vorbei, neue Impulse gibt es nicht. Selbst die Auflösung ist jetzt gescheitert – vorerst.

Der Verkehrsverein Legden-Asbeck wird in nicht allzu ferner Zukunft Geschichte sein, wenngleich es jetzt doch noch ein wenig länger dauert. Schon am vergangenen Donnerstag waren die Mitglieder zur außerordentlichen Versammlung in die Hermannshöhe eingeladen. Einziger Beschlusspunkt des Tages: die Auflösung des Vereins.

Mindestens zwei Drittel der Mitglieder hätten anwesend sein müssen, um das angedachte Vereins-Ende offiziell zu beschließen. Letztlich kamen nur 15 von 59, das erforderliche Quorum wurde ergo weit verfehlt. Am Ende stellte die Versammlung ihre Beschlussunfähigkeit fest, berichtet der Vereinsvorsitzende Klemens Löhring. Öffentlichkeit und Medien waren zu der Veranstaltung nicht zugelassen.

Im Dezember geht es weiter

Am 13. Dezember ist nun in der Hermannshöhe ein zweiter Termin anberaumt. Dann können die anwesenden Mitglieder laut Satzung mit einfacher Mehrheit beschließen. Die Liquidation werde dann im Vereinsregister eingetragen, nach einer einjährigen Wohlbehaltensfrist erfolge die Austragung, so Klemens Löhring.

Damit endet dann auch eine Ära in Legden. Der Verkehrsverein war über Jahrzehnte Anlaufpunkt für die Touristen aus der gesamten Welt, die das Dahliendorf im Westmünsterland besuchen wollten. „In guten Zeiten hatten wir über 65.000 Übernachtungen in Legden, das ist kein Pappenstiel“, blickt der Vorsitzende zurück.

Die guten Zeiten aber sind aus Sicht des Verkehrsvereins vorüber: „Die Erträge, die früher durch die Zimmervermittlung generiert worden sind, sind seit 10, 15 Jahren rückläufig“, erklärt Klemens Löhring und verweist auf die Konkurrenz im Internet, wo mit den Online-Buchungsportalen mächtige Wettbewerber erwachsen sind. Am Ende, lässt er durchblicken, fehlte wohl auch die Kraft, in Hinblick auf die Präsenz im Internet und in den Sozialen Medien wieder Anschluss zu suchen.

Nachwuchssorgen gaben den Ausschlag

Ausschlaggebend für das Auflösungs-Ansinnen war letztlich die geringe Unterstützung für den Verein. Es gebe seit fünf Jahren Bemühungen, Interessenten für die Vereinsarbeit zu gewinnen, klagt Klemens Löhring. Einzig: Funktioniert hat es nicht. „Da ist immer weniger Bereitschaft“, moniert der Vorsitzende mit Verweis auf die Wila, der es derzeit ähnlich ergeht. Die ehrenamtliche Führung eines solchen Vereins sei nur schwerlich möglich – und in vielen Städten sei die touristische Betreuung in einer Stadtmarketinggesellschaft professionell gebündelt.

Und so findet der Verkehrsverein bald ein Ende. Den entscheidenden Impuls gab letztlich der Umstand, dass die beiden hauptamtlichen Kräfte aus der touristischen Betreuung in diesem Jahr in Rente gegangen sind – nach 26 beziehungsweise 22 Jahren. „Es stellte sich die Frage, ob neue Mitarbeiter eingestellt werden sollten“, berichtet Klemens Löhring. Am Ende entschieden sich die Vereinsverantwortlichen dagegen: „Das ist der Zeitpunkt gewesen, um die touristische Betreuung auf die Gemeinde zu verlagern.“

Taubenturm soll aufgegeben werden

Die Gemeinde hat wiederum Anfang Oktober eine Teilzeitkraft angestellt. Eine weitere soll zum Jahresbeginn folgen. Die touristische Betreuung ist bereits aus dem Taubenturm in das Bürgerbüro gezogen. Im Gemeinderat hatte die CDU zuletzt noch einen Antrag eingebracht, der vorsah, diesen Schritt zumindest in Teilen rückgängig zu machen, scheiterte damit aber. Dennoch herrscht im Kommunalparlament Konsens, dass der Taubenturm künftig für den Zugriff der Gemeinde gesichert werden solle.

Dafür aber muss der Verkehrsverein als alter Mieter erst einmal das Feld räumen. „Bevor sich hier etwas ändert, müssen zunächst die passenden Beschlüsse vorliegen“, verweist Klemens Löhring auf die erforderliche Entscheidung der Vereinsmitglieder. „Das ist der Hintergrund, dass hier noch nichts passiert ist. Das ist aber angedacht.“

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