Viel Geld für Legdens Infrastruktur

Haushaltsentwurf

12.961.995 Euro will die Gemeinde Legden in diesem Jahr ausgeben. Die Erträge liegen 808.953 Euro darunter. "Ein Sparhaushalt" kommentierte Bürgermeister Friedhelm Kleweken bei der Sitzung des Gemeinderats am Montag, bei der er den Entwurf des Haushaltsplans vorstellte. Aber es wird auch viel investiert.

LEGDEN

, 25.01.2017, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viel Geld für Legdens Infrastruktur

Die Umgestaltung des Dorfteichs in Asbeck soll mit 185.000 Euro zu Buche schlagen.

3,7 Millionen Euro sind veranschlagt, dazu kommen 1,06 Millionen Euro bei den Gemeindewerken. Die Investitionen über den Zweckverband Industriepark A31 betragen 1,95 Millionen Euro.

Der größte Brocken im Haushaltsentwurf ist neben einer Umlage für den Industriepark in Höhe von 500.000 Euro der dritte Bauabschnitt der Hauptstraße. Für 400.000 Euro werden hier ab Frühjahr der Kanal erneuert und die Straße umgebaut.

Wirtschaftswegebau

Der Ansatz für den Wirtschaftswegeausbau wurde auf 240.000 Euro verdoppelt. 400.000 Euro wurden eingesetzt für den Fall, dass Unterkünfte für Flüchtlinge gebaut oder gekauft werden müssen. In Asbeck werden der Dorfteich und das Stauwehr saniert. Jeweils 185.000 Euro sind dafür veranschlagt.

Geld fließen wird auch in den restlichen Umbau der Ortsdurchfahrt, wobei die Gemeinde 175.000 Euro in den barrierefreien Umbau des Fuß- und Radwegs steckt. Der zweite Bauabschnitt des Radwegs an der Stadtlohner Straße (K33) ist mit 150.000 Euro verplant. 40.000 Euro soll in verschiedene Sportstätten investiert werden.

Hebesätze unverändert

Für Investitionen in Schulen und Kindergärten wird mit 312.000 Euro gerechnet. So soll der Physikraum in der Sekundarschule umgebaut werden, die Heizungsanlage der Doppelturnhalle der Brigidenschule saniert, eine Brandmeldeanlage an der Brigidenschule eingerichtet und an beiden Schulen in EDV investiert werden. An der Ersteinrichtung des neuen DRK-Kindergartens, der im August öffnen will, sind 65.100 Euro vorgesehen.

Die gute Botschaft für Gewerbetreibende, Haus- und Grundstücksbesitzer: Die Hebesätze für Gewerbesteuer, Grundsteuer A und B bleiben unverändert. Die Gewerbesteuer ist die wohl wichtigste Einnahmequelle. 3,7 Millionen Euro hatte die Gemeinde für 2016 vorsichtig veranschlagt, 4,46 Millionen Euro waren es am Ende des Jahres. "Eine Quote von 120,6 Prozent" konnte Hans-Dieter Höltker, Leiter des Fachbereichs Finanzen, dem Gemeinderat verkünden. Bei der Grundsteuer A und B wurden die Ansätze von 120.000 und 955.000 Euro fast erreicht. Eine Punktlandung konnte Höltker auch bei der Einkommensteuer mit 2,36 Millionen Euro vermelden.

Einnahmen steigen

Auch wenn die Finanzlage, so Kleweken, angespannt ist, könnte sich das Defizit am Jahresende als nicht ganz so hoch erweisen. In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Einnahmen als veranschlagt in die Gemeindekasse. 2015 beispielsweise wurde ein Minus von 772.000 Euro eingeplant. "Wir gehen davon aus, dass ein Plus vor der Zahl stehen wird", freut sich Kleweken bereits auf die genaue Abrechnung. Auch 2017 ist die Stimmung in der Wirtschaft gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sieht ein Wachstum von 1,5 Prozent voraus.

Unerfreulicher entwickeln sich die Schlüsselzuweisungen des Landes. Sie sinken Jahr für Jahr. Konnte Legden 2009 mit 2,2 Millionen Euro rechnen, sind es 2017 nur 51.000 Euro. "Es wird massiv umgeschichtet vom ländlichen Raum in die Ballungszentren", kritisierte Kleweken bei der Haushaltseinbringung und forderte von der Landesregierung mehr Gerechtigkeit. "Wieso wird ein Einwohner in Köln 1,48-fach gerechnet, ein Einwohner in Legden nur einfach", fragte er.

Kreisumlage

Bei den Ausgaben machen Transferaufwendung mit 48,4 Prozent den größten Brocken aus. Dahinter versteckt sich vor allem die Kreisumlage. "Von jedem Euro, den wir einnehmen, geben wir die Hälfte gleich an den Kreis weiter", so Kleweken.

Jetzt geht der Haushaltsplan zur Beratung in die Fraktionen.

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