Vorgezogene Ferien: „Schnellschusslösung zur Rettung von Weihnachten“

rnFrühe Weihnachstferien

Plötzlich ging es ganz schnell, aus Überlegungen wurden über Nacht Tatsachen: Die Weihnachtsferien beginnen schon eher als geplant. Das freut nicht alle, auch nicht den Legdener Schulleiter Knut Kasche.

Legden

, 12.11.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kleiner Junge hatte im Radio NRW-Minister Armin Laschet gefragt, warum die Weihnachtsferien nicht eher beginnen können in diesem besonderen Jahr. Auf die Art könne er mit seinen Großeltern Weihnachten feiern, ohne sie der Gefahr auszusetzen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. So müsse er nicht auf ihre Gesellschaft an Weihnachten verzichten.

Und genau so soll es nun kommen. Das freut vielleicht den kleinen Jungen aus dem Radio, nicht aber alle.

„Was sollen zwei Tage bringen?“

Schulleiter der Paulus-van-Husen-Schule in Legden ist nicht gerade erfreut über die Entscheidung. „Es wäre schön gewesen, wenn das Ministerium uns Schulen kontaktiert hätte, denn bisher gab es keine offizielle Schulmail vom Ministerium“, sagt Knut Kasche.

Prinzipiell habe er nicht verstanden, was zwei Tage bringen sollen. Es sei zwar so, dass sich viele Schüler vor den Ferien eh schon im Weihnachtsmodus befänden und nicht mehr sehr viel passiere in Schulen, aber eine volle Woche Zuhause mit Aufgaben wären in seinen Augen sinnvoller.

Dass zum Ausgleich der freien Tage dann die um Rosenmontag gestrichen werden, könne er zwar nachvollziehen, allerdings sei auch diese Lösung nicht optimal.

Nicht gut gelöst

„Zwischen Karneval und den Osterferien liegen dann elf Wochen ohne Pause für die Schüler“, so Kasche. Das klinge zwar nach nicht viel, aber in den bisherigen Jahren haben die Schüler immer eine Verschnaufpause an Karneval gehabt.

Selbst wenn es im Jahr 2020 Karneval kein Thema sein wird aufgrund der Corona-Situation, hätten die Schüler doch zumindest eine Verschnaufpause durch die zwei freien Tage gehabt. „Ich finde das persönlich nicht gut gelöst“, sagt der Leiter der Paulus-van-Husen-Schule. Nach aktuellem Stand hätten Schüler dann vom 7. Januar an bis zum 29. März durchgehend Unterricht.

Schnellschuss zur Rettung von Weihnachten?

Insgesamt fehlt Schulleiter Knut Kasche bei der Handhabung des Ministeriums mit dem Thema eine „Konzepthaftigkeit“. „Für mich ist das ein Schnellschuss zur Rettung von Weihnachten“, so Knut Kasche.

„Die Weihnachtsferien hätten dafür ja auch einfach eher aufhören können, beispielsweise am 4. Januar 2021, statt am 6. Januar 2021“, so Kasche. Ganz Glücklich sei er mit der jetzigen jedenfalls Entscheidung nicht. Denn auch geplante Prüfungen seien ja noch von den zwei wegfallenden Schultagen betroffen.

Optimale Lösung für alle gibt es nicht

Knut Kasche ist natürlich klar, dass es sich dabei um ein schwieriges Thema handelt und nicht für alle und jeden eine optimale Lösung gefunden werden kann. Trotzdem würde er sich wünschen, dass die Schulen mehr ins Boot geholt würden.

Auf Anfrage bei der Brigidenschule in Legden hieß es, dass auch hier weiterhin auf eine offizielle Mail an die Schulen vom Ministerium gewartet wird.

Es steht im Raum, dass auch Kindergärten bald von dieser Regelung betroffen sein könnten und die Regelung dann auch für Kitakinder gilt. Bildungsministerin Yvonne Gebauer konnte diese Frage laut Medienberichten nicht beantworten, da sie in der Zuständigkeit von Familienminister Joachim Stamp liegt. Die Verbundleiterin der Kitas in Legden, Nora Göcke, antwortete auf Anfrage der Redaktion, „dass wir als Kita noch keinerlei Hinweise auf eine Schließung vom Ministerium bekommen haben.“

Weihnachtsferien-Regelung wird im Landtag behandelt

Die vorschnelle Äußerung im Radio von Ministerin Yvonne Gebauer soll noch ein Nachspiel im Landtag haben, denn auf Antrag von SPD und Grünen wird es eine Aktuelle Stunde im Plenum geben, bei der sich die Landesregierung erklären soll.

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