Weckruf für die Wila

Mitgliederversammlung spärlich besucht

Im Vorstand klaffen Lücken, die Homepage ist seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr aktuell. Und bei der Versammlung für die mehr als 100 Mitglieder der Wirtschaftsinitiative Legden-Asbeck (Wila) am Mittwochabend ist die Teilnehmerzahl überschaubar.

LEGDEN

, 02.06.2017, 07:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weckruf für die Wila

Bernd Benikowski (2.v.l.) und Krimhild Kurzer (r.) zeigten den Wila-Mitgliedern, wie man spielerisch Unternehmensziele erkennen und umsetzen lernt. von Wangenheim

Von einer Krise will der Vorsitzende Josef Scharlau nicht sprechen. Aber für die Zukunft muss etwas passieren, das macht der Abend im Landhotel Hermannshöhe deutlich. Den Geschäftsbericht musste Scharlau diesmal selbst übernehmen. Einen Geschäftsführer gibt es seit einem Jahr genauso wenig wie einen zweiten Vorsitzenden. Auch der Schriftführer hat nach langer Tätigkeit seine Arbeit niedergelegt. "Also wenn ihr jemanden kennt...", sagte Scharlau in die Runde und es klingt etwas hilflos.

Die Arbeit, so der Vorsitzende, wurde im vergangenen Jahr auf alle Vorstandsmitglieder verteilt. "Ein Dauerzustand ist das nicht", so der Vorsitzende. Schließlich ist es eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Kooperation als Glücksfall

Drei große Veranstaltungen organisiert die Wila in jedem Jahr. Beim Dahliendorfmarkt war es ein Glücksfall, dass der Blumenkorsoverein neue Wege geht und auf Veranstaltungen setzt. "Wir waren froh, dass das Angebot kam. Das hat uns spürbar entlastet", sagte Scharlau. "Der Markt hat dadurch seinen Namen verdient", sieht er einen weiteren positiven Aspekt in der Kooperation mit den Organisatoren des Blumenkorsos.

Eine positive Bilanz zog Josef Scharlau zum Weihnachtsmarkt, der vor allem von den Mitgliedern, die an der Hauptstraße ihre Geschäfte haben, organisiert wurde. Guter Besuch, stimmungsvolle Atmosphäre auch dank des Kinderchores und der Bläser - da waren alle zufrieden. Dritter Fixpunkt ist der Neujahrsempfang, der im Wechsel in Legden und Asbeck stattfindet. Alle drei Veranstaltungen sollen weiter fortgeführt werden. Auch Seminare werden weiter angeboten, das nächste wird sich im Herbst mit dem Erbrecht beschäftigen.

Ein Thema war die Gewerbeschau, die es zuletzt 2012 in Legden gab. 2018, so hieß es noch vor einem Jahr, war eine weitere Ausgabe geplant. Mit der derzeitigen Situation in der Wila sieht Josef Scharlau dafür aber keine Chance. Er brachte eine andere Idee auf. Beim Düstermühlenmarkt haben sich im vergangenen Jahr Heeker Gewerbetreibende gemeinsam in einem großen Zelt präsentiert und wollen dies wohl in diesem Jahr noch größer aufziehen. "Können wir das nicht auch", fragte Scharlau in die Runde. Eine Gewerbeschau im Kleinen, dafür mit vielen Besuchern - das könnte vielleicht für 2018 gelingen.

Jungunternehmer gefragt

Bürgermeister Friedhelm Kleweken berichtete von einer Idee, die bei einem Gespräch mit Josef Scharlau und Jungunternehmern entstand. "Was kann die Wila uns bieten", war eine der diskutierten Fragen. Kleweken: "Es gibt viele Unternehmen, in denen in den letzten zwei, drei Jahren ein Inhaberwechsel stattgefunden hat oder demnächst bevorsteht. Mit diesem Personenkreis sollten wir diskutieren, wie sich die Wila aufstellen muss, um für junge Unternehmer interessant zu sein."

Interessant ist auf jeden Fall das Angebot, das Bernd Benikowski, Geschäftsführer der Gaus GmbH, und Krimhild Kurzer vom Bildungswerk Esta machen. Sie stellten das Projekt "Transmission" vor, das Gewerbetreibenden, schwerpunktmäßig dem Einzelhandel, Hilfen anbietet. Kundenkommunikation, Warenpräsentation, Stressmanagement oder Mitarbeiterführung sind mögliche Themen. Die Schulungen laufen - das ist gerade für kleinere Unternehmen wichtig - am Arbeitsplatz. Beratungen helfen, neue Unternehmensziele zu finden. Das Beste: Das Projekt wird öffentlich gefördert. Beratungen und Qualifizierungen sind kostenfrei.

Lesen Sie jetzt