Wenn Engel gecastet werden

Bullemänner auf der Bühne

Passend zum Kolpinggedenktag hatte die Kolpingsfamilie Legden die "Bullemänner" ins Pfarrheim eingeladen. Augustin Upmann und Heinz Weißenberg hatten nicht nur ihre "Tastenkraft" Svetlana Svoroba mitgebracht, sondern auch ihr neues Programm "Der Messias". Im Pfarrheim hatten sich bei den beiden Aufführungen am Sonntag viele Besucher versammelt, um sich das Stück anzusehen.

LEGDEN

von Elvira Meisel-Kemper

, 09.12.2013, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn Engel gecastet werden

Die Bullemänner und ihre "Tastenkraft" in Aktion.

Svoroba ist längst aus der Rolle der musikalischen Begleiterin herausgewachsen. Als "Engel mit Heiligenschein" sorgte sie nicht nur für den richtigen Ton am Klavier und für die Ansage an die Männer für die nächste Szene, sondern spielte auch mehrfach ihr komisches Talent aus.Vorhänge müssen sein "Stellen sie sich vor ihrem geistigen Auge vor, Sie sind in Syrien. Maria ist einsam. Sie näht jeden Tag Tempelvorhänge", leitete Upmann die weihnachtliche Geschichte ein. Nicht nur die Ausstattung wies immer wieder nach Westfalen, sondern auch die Formulierungen der beiden, die in unterschiedliche Rollen schlüpften.

Weißenberg spielte die Maria, die vor lauter Langeweile als 14-jähriges Mädchen Depressionen bekam, bis eines Tages Upmann als Josef erschien und sie heiraten wollte. Upmann wandelte als Erzengel Gabriel zur Verkündigung der Geburt des Messias zu "Maria", die erschrocken zurückwich. In jugendlichem Slang brachte er ihr die frohe Botschaft bei. Verwundert sah der angelnde "Gottvater" (Weißenberg) auf die Erde herab, die ihm der "Erzengel" erklärte.Publikum bereit zum Protest Doch dazwischen mobilisierte Weißenberg das Publikum zum Protest, denn Upmann trat als römischer Tribun zur Volkszählung auf. Er hatte Zettel mit passenden Texten verteilt, die auch laut und lachend vorgetragen wurden. Das weihnachtliche Wunschkonzert mit den bekanntesten Liedern zur Weihnacht artete durch die drei Akteure zu einem amüsanten Ritt durch die Weihnachtswelt aus. Lachen und Schmunzeln konnte sich da keiner im ausverkauften Saal verkneifen.Ein König aus dem Sachsenland

Als die Geburt nahte, spielte Weißenberg nicht nur die gebärende Maria, sondern vorher noch die Hebamme, die alles - wie auf dem heimatlichen Hof in Suchtrup - im Griff hatte. Gerührt hielt das Paar ihr eingewickeltes Kind im Arm und überlegte sich, wo oben und unten sei. Weißenberg kam als einer der Könige nicht aus dem Morgenland, sondern aus Sachsen, was er auch sprachlich hinbekam. Als Hirten wurden sie vom Engel (Svoroba) von der Wiese aus Westfalen "weggecastet" und in den Stall von Bethlehem "geflasht". Ein rührend amüsantes Schlussbild zierte das Ende der weihnachtlichen Geschichte.

Der Abend war ein Musterbeispiel dafür, wie die Weihnachtsgeschichte humorvoll und westfälisch authentisch präsentiert werden kann. Die Kabarettisten, die nicht zum ersten Mal in Legden gastierten, bauten neben dem Lokalkolorit auch viele persönliche Pointen und Gedanken ein, wie sie über Weihnachten denken. Lachen und Beifall war ihr Lohn für den amüsanten Abend.

 

 

 

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