Winziges Dorf zum Anfassen

Bronzerelief feierlich enthüllt

Josef Scharlau beugt sich über die Bronzeplatte und legt den Zeigefinger auf eines der Miniaturhäuschen. „Das Haus hat mein Opa damals gekauft“, sagt er stolz. Für viele Gäste bedeutet das neue Bronzerelief vor der Kirche St. Brigida eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.

LEGDEN

, 11.06.2017, 17:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Winziges Dorf zum Anfassen

Nach der Enthüllung des Bronzereliefs vom alten Legden entdeckt Josef Scharlau das Haus seines Großvaters.

Geschaffen hat es Künstler Michael Rotz, um an die erste urkundliche Erwähnung Legdens und Asbecks vor 925 Jahren zu erinnern. An diesem Samstagabend enthüllen Gerd Heuser, Vorsitzender des Heimatvereins, Bürgermeister Friedhelm Kleweken und Pfarrer Axel Heinekamp es feierlich.

Das Relief zeigt ein Modell von Legden Mitte des 17. Jahrhunderts, das einer alten Karte nachempfunden wurde, auf einem massiven Betonsockel. Neugierig scharen sich die Schaulustigen darum und blicken in das illustrierte Stück Vergangenheit. „1827 war Legden noch nicht so groß, wie es heute ist“, so Gerd Heuser. Vieles habe sich in der Zwischenzeit verändert.

Erinnerungen geweckt

Viele der älteren Bewohner Legdens erinnern sich noch an einige der damals schon historischen Bauten aus ihrer Kindheit und wissen davon zu erzählen. Die Jüngeren lauschen gespannt den Geschichten und lernen daraus. Genau so einen Kommunikationspunkt auf dem Kirchplatz hat sich Pfarrer Axel Heinekamp gewünscht, wie er bei seiner kurzen Ansprache zugibt. Für die detailreich gestalteten Häuschen und Straßen hat Schöpfer Michael Rotz zuerst ein Modell erstellt. „Mein Interesse war: Wie waren die Straßen? Wie standen die Häuser zueinander?“

Auch das ehemals älteste Haus im nordwestdeutschen Raum aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, das nach 1945 abgerissen worden war, hat im Modell seinen Platz gefunden. Mit Markus Breuer und seinem Team von einer Gescheraner Gießerei entstand die Skulptur im Wachs-Ausschmelz-Verfahren. Bürgermeister Kleweken nennt das Diorama eine Besonderheit, „nicht nur für die Legdener sondern auch für unsere zahlreichen touristischen Gäste, um sich ein Stück weit zu orientieren“.

Das winzige Dorf zum Anfassen werde sicherlich auch in Zukunft die Aufmerksamkeit vieler Besucher des Dahliendorfes auf sich ziehen. Davon ist auch Gerda Bogenstahl vom Dahliengartenteam überzeugt. „Ich finde es sehr beeindruckend, das so dargestellt zu sehen. Wenn wir demnächst unsere Führungen machen, können wir das gut mit einbinden“, freut sie sich.

Lesen Sie jetzt