Wohnbebauung darf nahe an Legdener Höchstspannungs-Tunnel heranrücken

rn380-kV-Höchstspannungsleitung

Es gibt noch kein grünes Licht für die Tunnelbauarbeiten für die neue 380-kV-Höchstspannungsleitung. Doch am Triepenbusch wird schon gebaggert. Dafür gibt es eine einfache Erklärung.

Legden

, 17.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Baggerarbeiten auf der grünen Wiese: Haben im Bereich Triepenbusch zwischen Bahnhofstraße und Bundesstraße 474 etwa schon die Tunnelbauarbeiten für die neue 380-kV-Höchstspannungsleitung begonnen? „Nein“, sagt Jonas Knoop, Projektsprecher der Amprion GmbH am Mittwoch. „Dafür fehlt noch der notwendige Beschluss der Bezirksregierung in Münster.“

Fundamente müssen demontiert werden

Die derzeitigen Arbeiten gelten nach Knoops Angaben noch der Beseitigung der alten Stromtrasse. Die 220-kV-Leitung und die stählernen Masten wurden zwar schon im vergangenen Jahr demontiert. „Aber die Fundamente müssen noch beseitigt werden“, so Jonas Knoop.

Und wann ist der Baustart für die neue 380-kV-Höchstspannungsleitung, die in diesem Bereich in einem unterirdischen Tunnel verlegt wird? „Auf jeden Fall im ersten Halbjahr 2020“, sagt Jonas Knoop. „Wenn es gut läuft, bekommen wir in den nächsten Wochen grünes Licht und können noch im Frühjahr starten.“ Er rechnet mit einer Bauzeit von bis zu drei Jahren.

Tunnel wird 2,1 Kilometer lang

Der geplante Tunnel hat eine Länge von etwa 2,1 Kilometer. Er gehört zum 5,2 Kilometer langen Legdener Teilstück der 150 Kilometer langen 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung, die von Wesel nach Meppen führt. Von Süden als Freileitung ankommend, folgt sie der ehemaligen 220-KV-Leitung, die demontiert wurde, geht im Beikelort unter die Erde in Richtung Reithalle. Ab dort werden in offener Bauweise bis Asbeck die Kabel zwei Meter tief in die Erde gelegt.

Der Tunnel hat einen Querschnitt von 3 Meter innen und 3,60 Meter außen, in der Mitte ist eine freie Höhe von 1,20 bis 2 Meter. Die Kabel werden in Dreierbündeln an den Seiten angebracht.

Wohnbebauung darf an Tunnel heranrücken

Schließt der Tunnelbau die Ausweisung neuer Wohnbauflächen im Bereich Triepenbusch sowie Fliegenmarkt/Drostenkamp aus? Diese Befürchtung war von Seiten der UWG geäußert worden.

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Jonas Knoop sieht keine großen Probleme: „Der Tunnel darf zwar nicht direkt überbaut werden, aber ansonsten sind keine Mindestabstände einzuhalten.“ Weil der Tunnel in zehn Meter Tiefe verlaufe, sei die elektromagnetische Strahlung komplett abgeschirmt, sodass die Wohnhäuser nahe heranrücken könnten.

Für das Erdkabel hingegen, das auf anderen Teilstücken in nur zwei Metern Tiefe verlegt wird, gelten andere Grenzwerte. Knoop: „Dort gibt es einen 23 Meter breiten Schutzstreifen, der nicht bebaut werden darf.“

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