Wohnen am ehemaligen Kornhaus – an den Plänen wird gearbeitet

rnWohngebiet Legden

Die Pläne werden schon seit 2018 diskutiert. Bis der Bebauungsplan „Ehemaliges Kornhaus/Bahnhofstraße“ wieder behandelt werden kann, muss die Gemeinde auf ein Ergebnis des Kreises warten.

Legden

, 25.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie sieht es aus mit den Planungen für das Wohngebiet am ehemaligen Kornhaus? In den Jahren 2018 und 2019 waren die Pläne für die knapp 9200 Quadratmeter Fläche an der Bahnhofstraße einige Male Thema in den kommunalpolitischen Gremien gewesen und zuletzt in einer Einwohnerversammlung im Mai 2019. Denn von den Anliegern hatte es einige Kritik an den Plänen gegeben.

Jetzt lesen

Im Moment sei es so, dass die Gemeinde Legden auf das Ergebnis einer Untersuchung der Unteren Wasserbehörde warten müsse, so Bürgermeister Friedhelm Kleweken auf Anfrage der Redaktion. Die Entwässerungsplanung für das Gebiet stehe noch aus. Das ist der Teil der Planung, in dem festgelegt ist, wie das Oberflächenwasser – also Regen – aufgenommen werden oder abfließen kann.

An den Plänen wird gearbeitet

Wenn das Ergebnis vorliege, könne die Gemeinde mit ihrer Arbeit für den Bebauungsplan „Ehemaliges Kornhaus/Bahnhofstraße“ fortfahren. Und dann werde der Bebauungsplan auch wieder im Bauausschuss vorgestellt, so der Bürgermeister weiter.

Bislang ist es in dem Verfahren zur frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung gekommen. In dem Rahmen hatte auch die Einwohnerversammlung stattgefunden. In der nächsten Sitzung steht dann die Abwägung über eingegebene Stellungnahmen an.

Diese Präsentation wurde in der Einwohnerversammlung im Mai 2019 gezeigt. So soll die Bebauung auf dem Gelände des ehemaligen Kornhauses an der Bahnhofstraße aussehen.

Diese Präsentation wurde in der Einwohnerversammlung im Mai 2019 gezeigt. So soll die Bebauung auf dem Gelände des ehemaligen Kornhauses an der Bahnhofstraße aussehen. © Gemeinde Legden

Letztlich habe man sich jetzt darauf geeinigt, dass zur Bahnhofstraße hin Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut werden sollten und zur Bahnlinie hin auf der rückwärtigen Grundstücksfläche fünf Mehrfamilienhäuser, fasste der Bürgermeister das Ergebnis der kommunalpolitischen Beratungen zusammen.

Viele Stellplätze und eine große Spielfläche für Kinder

Gegenüber den zuerst präsentierten Vorentwürfen hatte der Investor Jürgen Stapelbroek die Zahl der Wohneinheiten von zunächst 67 auf dann 53 und auf nun 44 reduziert. Die Zahl der Stellplätze innerhalb des Plangebietes waren erhöht und darüber hinaus eine großzügige Fläche für einen Kinderspielplatz eingeplant worden.

Anwohner des künftigen Wohngebiets hatten die erneuerten Planungen in der Einwohnerversammlung vor gut einem Jahr aber immer noch kritisch gesehen. Sie erwarteten zusätzlichen, zu viel Verkehr auf der Bahnhofstraße, auch sei die Bebauung ihrer Ansicht nach noch immer „massiv“.

Jetzt lesen

Er begrüße die Planungen, so Kleweken im Gespräch mit der Redaktion: „Die Nachfrage nach kleinen Wohnungen ist groß.“ Die ganze überplante Grundstück gehöre zwei Eigentümern. Die Gemeinde betreibe die Planung, wolle aber keine Grundstücke zur Eigenvermarktung erwerben, so der Bürgermeister.

Altes Kornhaus war mal eines der größten Gebäude Legdens

Das Kornhaus wurde im Jahr 2016 abgerissen, nachdem es gut zwei Jahre leer gestanden hatte. Das Unternehmen Raiffeisen Coesfeld-Ahaus war im Jahr 2013 einige hundert Meter weiter in ihren neuen Markt am Bahndamm gezogen.

Mehr als 70 Jahre stand das Kornhaus an der Stelle. Es war 1942 gebaut worden.

Das neue Gebäude war damals notwendig geworden, damit mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse und auch Bedarfsartikel gehandelt werden konnten. Es war in den 1940er-Jahren eines der größten Gebäude in der Gemeinde.

1942 wurde das Kornhaus gebaut. Das Foto entstand zu Beginn der Abbrucharbeiten im Jahr 2016.

1942 wurde das Kornhaus gebaut. Das Foto entstand zu Beginn der Abbrucharbeiten im Jahr 2016. © privat

Größere Lagerräume und Siloanlagen gehörten genauso dazu wie ein Bahnanschlussgleis und eine Fuhrwerkswaage. Saatgetreideproduktion und -aufbereitung war über Jahrzehnte ein großes Thema im Kornhaus. Mit dem Umzug 2013 hatte die Genossenschaft die Saatgutaufbereitung eingestellt.

16 Menschen arbeiteten zu Hochzeiten im Kornhaus. Über drei Etagen und bis in den Keller waren die Waren einst verteilt. 100 Kilogramm wogen damals die Getreidesäcke, die mit dem Paternosteraufzug nach oben befördert wurden. Nach unten ging es dann über eine enge Rutsche. Bei seiner Entstehung war es eines der modernsten Gebäude in Legden.

Lesen Sie jetzt