Zeigen, was Sekundarschule kann

Axel Barkowsky im Interview

Auf dem Tisch liegen Medaille und Urkunde vom Cosi-Theaterpreis. Den Preis, dotiert mit 500 Euro, hat die Sekundarschule Legden-Rosendahl am Wochenende für die tolle Vorstellung des Musicals "Hallo, lieber Gott" verliehen bekommen. Ein weiteres Zeichen für die Entwicklung der Schule, wertet Axel Barkowsky. Wie sie weiter fit für die Zukunft gemacht wird, darüber sprach Frank Wittenberg mit dem Schulleiter.

Legden/Rosendahl

von Frank Wittenberg

, 11.07.2017, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zeigen, was Sekundarschule kann

Die Sekundarschule mit den Standorten Legden (Foto) und Rosendahl muss Überzeugungsarbeit bei Eltern leisten, um die Zukunft zu sichern.

Herr Barkowsky, welchen Stellenwert hat der Theaterpreis für Sie und die Schüler?

Einen sehr hohen. Das ist ein toller Erfolg für Lehrerin Kathrin Strotmann und natürlich die Schülerinnen und Schüler aus den Klassen sechs bis acht, die sehr daran gewachsen sind. Und es zeigt, dass wir mit dem Fach "Darstellen und Gestalten" über eine weitere Besonderheit an der Sekundarschule verfügen.

Trotzdem musste die Sekundarschule Legden-Rosendahl zuletzt sinkende Anmeldezahlen registrieren, während zum Beispiel die Realschule in Ahaus eine Ausnahmegenehmigung für eine Sechszügigkeit beantragt hat.

Das stimmt. Insgesamt sind die Gesamt- und Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen im Aufwind, aber gerade im ländlichen Raum stellt sich das häufig anders dar. Die Schullandschaft wird immer unübersichtlicher, deshalb ist es umso wichtiger, den Eltern zu erklären, was wir machen.

Wie kann das gelingen?

Dazu haben wir uns kürzlich mit Eltern, Politikern und Lehrern getroffen. Wir sind uns einig, dass wir die Außendarstellung weiter verbessern und zeigen müssen, was wir können. Auch die Zusammenarbeit mit den Grundschulen soll weiter verbessert werden. Wir wollen dafür sorgen, dass wir im Gemeindeleben noch mehr wahrgenommen werden. Wir sind sehr aktiv, zum Beispiel durch den Förderverein oder die Bienen-AG.

Wie kann das Konzept der Sekundarschule noch besser vermittelt werden?

Sekundarschule kann viel mehr, als ihr oft zugetraut wird. Bei uns sind verschiedene Abschlüsse innerhalb der jeweiligen Klasse möglich. Die Chance, einen besseren Abschluss zu machen, ist hier viel größer.

Inwiefern?

Wir bieten in Klasse acht Deutsch, Englisch und Mathe auf der Erweiterungsebene an, ab Klasse neun dann zusätzlich Physik. Mit zwei dieser Kurse besteht die Möglichkeit zum Realschulabschluss.

Und das macht sich bemerkbar?

Auf jeden Fall. Wir haben seit vielen Jahren eine sehr hohe Quote von Schülern, die die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe schaffen. Eine Lernstandserhebung in Klasse acht, der ersten nach dem Sekundarschul-Konzept, hat in Deutsch, Mathe und Englisch gezeigt, dass wir im Vergleich mit anderen Schulen ähnlich gut und teilweise noch besser abgeschnitten haben. Auch unsere Schulpartnerschaft mit Ermelo in den Niederlanden wird aktiv gelebt. Es kommt sehr viel Gutes heraus.

Das heißt aber auch, dass die Lehrer erkennen müssen, welche Aufgabe auf welchem Niveau jeweils förderlich ist.

Ja, und sie sind sehr wohl in der Lage, an den jeweils richtigen Stellschrauben zu drehen. Bei uns kommen auch die leistungsstärkeren Schüler zu ihren Möglichkeiten. Wir richten unser System nach den Stärken und Schwächen der Schüler aus - hier passt einfach der Schwerpunkt Berufsorientierung.

Wie wollen Sie noch mehr Eltern davon überzeugen?

Indem sie sich selbst ansehen, wie unsere Sekundarschule funktioniert. Wir werden im nächsten Schuljahr zwei Wochen anbieten, in denen die Eltern der Viertklässler zum Unterrichtsbesuch eingeladen sind. Sie können einfach vorher anrufen, vorbeikommen und sehen, wie hier gearbeitet wird.

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