Zwölf Drogenplantagen in Legden: Waffen bei Verdächtigem gefunden

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An gleich zwölf verschiedenen Orten in Legden wurde Marihuana angepflanzt. Die Polizei konnte einen 39-jährigen Tatverdächtigen festnehmen, bei dem sie Waffen und Bargeld fanden.

Legden

, 18.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An verschiedenen Stellen in den Legdener Außenbereichen Isingort, Beikelort und Deipenbrock sowie in Gemen hatten Zeugen kleinere Marihuanaplantagen festgestellt und der Polizei gemeldet. Die Plantagen befanden sich vorwiegend in Maisfeldern aber auch auf Waldlichtungen. Die Ermittlungen der Kripo Ahaus und des Einsatztrupps führten nun zu einem Tatverdächtigen.

Dabei wurden die kleinen Plantagen nicht alle auf einen Schlag entdeckt. Der Außenbereich ist groß. Die Funde wurden der Polizei nach und nach von unterschiedlichen Zeugen gemeldet. „Anfang des Monats ging das los“, sagt Kreispolizei-Pressesprecher Dietmar Brüning auf Anfrage der Redaktion.

Ermittlungen nehmen Fahrt auf

Und so nahm das Ermittlungskarussell Fahrt auf. Dabei waren weniger die Spuren auf den kleinen Plantagen zielführend als vielmehr die polizeiliche Präsenz in der unmittelbaren Nähe der insgesamt zwölf Anbauorte. Rund 85 Marihuanapflanzen stellte die Polizei auf diesen sicher. „Sagen wir es so, wer eine Plantage betreibt, der kommt auch irgendwann vorbei“, so der Polizei-Pressesprecher. Stichwort Pflanzen-Pflege und Kontrolle.

Näher ins Detail geht der Pressesprecher nicht, aber klar ist, dass die Polizei über diesen Wege dem 39-jährigen Tatverdächtigen aus Legden auf die Schliche kam und vor Ort angetroffen haben dürfte. Bei einer richterlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung konnte die Polizei bei dem Legdener dann typische Utensilien finden, die für den Anbau und Vertrieb der verbotenen Substanz benötigt werden.

Polizei stellt Bargeld und Waffen sicher

Neben diesen Gegenständen stellten die Ermittler auch Waffen und Bargeld sicher. Das Bargeld, so vermutet die Polizei, dürfte aus den kriminellen Drogengeschäften stammen. Und: Für die laut Polizei scharfen Jagdwaffen hatte der Mann keine Erlaubnis, sprich keinen Waffenschein.

Auch auf Waldlichtungen baute der Legdener Marihuanapflanzen an.

Auch auf Waldlichtungen baute der Legdener Marihuanapflanzen an. © Polizei

„Wir gehen nach derzeitigem Stand aber davon aus, dass die Waffen nicht im Zusammenhang mit den Drogengeschäften stehen“, so Dietmar Brüning. Aktuell sehe es diesbezüglich nach einem Zufallsfund aus. Davon ab habe sich der Legdener Dealer bei der polizeilichen Vernehmung geständig gezeigt. Und er führte die Ermittler zu den zwölf kleinen Plantagen.

Pflanzen werden auf THC-Gehalt analysiert

Die Pflanzen auf diesen Plantagen wurden von der Polizei „geerntet“ und zur Analyse in ein Labor gebracht. Dabei geht es dann um die Bestimmung des THC-Gehaltes, also den Wirkungsgrad der berauschenden Substanz des Cannabis.

Nach jetzigem Stand kann die Polizei zudem nicht ausschließen, dass es noch mehr Plantagen in den genannten Legdener Außenbereichen gibt. Die Kripo Ahaus bittet Zeugen, sich unter Telefon (02561) 9260 zu melden, sollten im Laufe der Mais-Ernte weitere verdächtige Anpflanzungen festgestellt werden.

Die vorläufige Festnahme des polizeilich geständigen Legdeners endete nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen. Er wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft entlassen. Die Ermittlungen selbst dauern an, wie die Polizei mitteilt.

Übrigens liegt das Strafmaß bei Cannabis-Anbau grundsätzlich zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Dabei sind der THC-Gehalt und die Umstände des jeweiligen Einzelfalles von Bedeutung.

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