100. Marathon gemeistert: Dauerläufer Toni Jug knackt besondere Marke

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Viele Ziele hat Toni Jug in seiner Läufer-Karriere schon erreicht. In doppelter Hinsicht. Jetzt meisterte der Stadtlohner seinen 100. Marathon. Auch für ihn eine ganz besondere Marke.

Stadtlohn, Ahaus

, 11.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Toni Jug vom VfL Ahaus hat schon Tausende von Kilometern auf den verschiedensten Strecken abgerissen. Unter anderem hat sich der Stadtlohner als Ultraläufer einen Namen gemacht und ist mehrfach Distanzen von weit über 100 Kilometern gelaufen. Sein Rekord liegt bei 186 Kilometern, die er 2017 in Köln gelaufen ist. „Das war aber unabsichtlich. Bei dem Lauf musste man selbst den Weg finden und irgendwann im Dunkeln habe ich mich verlaufen. Eigentlich hätten es nur 171 Kilometer sein sollen“, schmunzelt der 55-Jährige rückblickend.

Erster Marathon im Jahr 2005

Angefangen hat aber alles mit einer etwas kürzeren Strecke, beim Karstadt-Marathon 2005 im Ruhrgebiet. Der vormalige Fußballer des SuS Stadtlohn bestritt seinen ersten Marathon. Und damit hatte er Blut geleckt. Es folgten mehrere Läufe im Jahr. Als die Ultraläufe dazukamen, nutzte er die rund 42 Marathon-Kilometer nur noch zu Trainingszwecken. Seine Bestzeit von 3:03:16 Stunden lief er 2017 in der Eifel.

Besondere Erinnerungen hat er im Rückblick auch an die Läufe in Berlin oder Essen. „Aber auch die vor der Haustür in Münster oder Enschede habe ich immer genossen, bei beiden war ich schon mehrfach“, so der Stadtlohner.

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Enschede hatte Toni Jug auch für seinen 100. Lauf auserkoren. Am 19. April dieses Jahres hätte der Marathon jenseits der Grenze stattfinden sollen, doch Corona verhinderte das. „In diesem Jahr ist das natürlich alles schwer zu planen“, sagt Toni Jug, „deshalb musste ich mich kurzfristig nach einer Alternative umschauen.“

Seine Wahl fiel letztlich auf die „Lüner Lippeauen“ Ende Juli. Dabei handelt es sich um einen Benefiz-Lauf zugunsten des Lüner Hospiz‘. Und Toni Jug ging diesen ganz entspannt an. „Die Zeit war mir diesmal egal, den 100. Marathon wollte ich einfach genießen.“ Und das tat Jug auch, kam nach dem Lauf mit insgesamt 150 Teilnehmern nach 4:05:06 Stunden ins Ziel.

100 in Luftballonform

Aufgrund der Hygienebestimmungen – vor Ort durfte zum Beispiel nicht geduscht werden – wurde die kleine Feier im Familienkreis nach Stadtlohn verlegt. Seine Kinder überraschten Toni Jug mit einer 100 in Luftballonform.

Mit dieser runden Zahl hat der Schlosser eine Marke erreicht, mit der er es guten Gewissens etwas ruhiger angehen lassen kann. „Ich habe auch vor dem Lauf in Lünen schon etwas weniger gemacht als noch vor ein paar Jahren. An die 100 Kilometer bin ich dieses Jahr noch nicht drangekommen“, erzählt der Läufer. „Ich setze meine Prioritäten mittlerweile auch ein bisschen anders, seit zehn Monaten bin ich schließlich auch Opa.“

Toni Jug, hier Anfang 2017 beim Trainingslauf im Stadtlohner Bockwinkel

Toni Jug, hier Anfang 2017 beim Trainingslauf im Stadtlohner Bockwinkel © Sascha Keirat

Trotzdem stellt Toni Jug klar: „Ich werde jetzt natürlich nicht mit dem Laufen aufhören, muss aber auch erkennen, dass es in meinem Alter in dem ganz großen Umfang nicht einfacher wird.“

Vom Stadtlohner Dauerläufer wird man aber sicher auch in Zukunft noch einiges hören.

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