Absitzen statt aussitzen: Rotsperren laufen ab sofort nicht mehr ins Leere

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Bei Sperren nach Platzverweisen agierten Profi- und Amateurverbände bisher unterschiedlich. Das ändert sich nun: Statt Wochensperren gibt es nun auch bei den Amateuren Spieltagssperren.

Ahaus

, 06.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast unbemerkt hat der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) eine durchaus spürbare Änderung der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) beschlossen – und damit ein auch gerne einmal akzeptiertes Schlupfloch geschlossen: Ab sofort müssen auch Amateurfußballer bei den Senioren Sperren nach Roten und Gelb-Roten Karten tatsächlich „absitzen“. Bisher wurde man im Seniorenbereich des WDFV nach einer Roten Karte zunächst automatisch für zwei Wochen – maximal zwei Spiele – gesperrt. Der Staffelleiter oder das Sportgericht konnten entsprechend erhöhen.

Diese Regelung war unabhängig davon, ob in diesem Zeitraum gespielt wird oder nicht. In Zeiten von Coronakrise oder Winterpause konnte eine Sperre so auch mal ins Leere laufen. Auch blieb hin und wieder eine Gelb-Rote Karte ohne Folgen für den Spieler, wenn im Zeitraum von zehn Tagen, für den er gesperrt blieb, kein Spiel auf dem Plan stand.

Rotsperren müssen abgebrummt werden

Das wird zur Saison 2020/2021 anders werden. Die drei Verbände im WDFV, Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen, passen ihre Strafenregelung im Seniorenbereich den Profis an. Der noch ausstehende Beschluss des Beirates ist nun erfolgt, die Änderungen traten zum 1. Juli in Kraft. Wie im Bereich des Profifußballs werden ab sofort sogenannte Spieltagsstrafen ausgesprochen. Ein Spieler wird nach einer erhaltenen Roten Karte eine bestimmte Anzahl an Spielen im gleichen oder höherrangigen Wettbewerb gesperrt. Zwischen diesen kann künftig auch mal die Winterpause liegen. Nach Gelb-Rot muss der Spieler künftig immer das nächste Spiel im Wettbewerb aussetzen.

Bisher hatte der Verband auf eine Angleichung mit den Profi-Regularien verzichtet, da der bürokratische Aufwand unangemessen gewesen war. Mit den heutigen Möglichkeiten des DFBnets könnten die Vorgänge gerade von den Staffelleitern nun unproblematisch nachvollzogen werden.

Gelbsperren bleiben Thema der Landesverbände

Den Landesverbänden bleibt es gemäß des „neuen“ §8 der RuVO weiter vorbehalten, eigene Regelungen für eine Strafe nach der jeweils fünften Gelben Karte zu treffen. Aktuell ist es noch so, dass der Spieler dann automatisch für zehn Tage und maximal ein Spiel gesperrt wird. So wie es bei den Gelb-Roten Karten bisher der Fall war. Ob man in dieser Hinsicht eine Angleichung analog zum neuen Verfahren bei der Gelb-Roten Karte finden wird, dazu konnte Horst Dastig, der Kreisfußballausschussvorsitzende, noch keine konkreten Aussagen machen. Es sei aber „immer ein Thema“.

Eine Angleichung wäre in jedem Fall konsequent. In der Vergangenheit waren gerade vor spielfreien Wochenenden und vor der Winterpause durchaus signifikante Anstiege bei der „Abholung“ der fünften Gelben Karte zu verzeichnen gewesen.

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