Andre van den Berg: „Hätte wieder richtig Bock zu spielen, aber...“

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Bis Ende 2019 spielte er in der Landesliga für Eintracht Ahaus. Jetzt liegt der Pass von Andre van den Berg bei einem A-Ligisten. Mit dem Spielen wird es aber schwierig. Auch ohne Corona.

Vreden

, 13.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In seinem Jahrgang hat Andre van den Berg immer zu den stärksten Kickern des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld gezählt. Sein Können durfte der Vredener aber zuletzt nur selten zeigen. Auch wenn sein Spielerpass in dieser Saison bei einem A-Ligisten liegt, dürfte er in nächster Zeit eher selten auf dem Platz stehen.

„Mich ärgert es – und ich hätte auch wieder richtig Bock zu spielen. Immerhin bin ich mit 25 eigentlich in meiner Blütezeit“, sagt Andre van den Berg im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Doch seine Spiele in dieser und der vergangenen Saison lassen sich an wenigen Fingern abzählen. Sein erster Einsatz für den FC Vreden im A-Liga-Derby bei GW Lünten am 4. Oktober war einer mit Seltenheitswert. „Dass ich nicht mehr so im Training bin, habe ich am nächsten Tag auch deutlich gemerkt.“

Studium und Verletzungen

Die Gründe dafür, dass der 25-Jährige nicht mehr wie gewünscht angreifen kann, sind zum einen das Studium in Köln und zum anderen immer wieder auftretende Verletzungen. „Da hat sich leider schon einiges angesammelt“, sagt van den Berg. Aktuellster Eintrag in die Liste der Blessuren ist der Bruch eines Mittelhandknochens. „Letzen Freitag bin ich operiert worden, in fünf Wochen werden die Drähte und Schrauben wieder entfernt.“

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Damit ist an Sport erst einmal nicht zu denken. Und auch im Alltag behindere die Verletzung ihn mehr als erwartet, wie van den Berg berichtet. „Bei ganz alltäglichen Dingen wie Zähneputzen oder Brötchenschneiden habe ich im Moment schon so meine Probleme.“

Mit den Verletzungen ging es für den Vredener schon los, als er den Sprung aus der Jugendabteilung des SuS Stadtlohn in den Oberligakader geschafft hatte. Acht Mal lief er insgesamt in der höchsten westfälischen Spielklasse auf. „In der Zeit lief es gerade sehr gut für mich, leider habe ich mir dann das Innenband gerissen“, erinnert sich van den Berg.

Andre van den Berg (r.), hier bei einem seiner letzten Landesliga-Einsätze für Eintracht Ahaus.

Andre van den Berg (r.), hier bei einem seiner letzten Landesliga-Einsätze für Eintracht Ahaus. © Johannes Kratz

Beim SuS half er anschließend noch der Reserve dabei, in die Bezirksliga aufzusteigen. Im Sommer 2016 schloss er sich dann Landesligist Eintracht Ahaus an. Und hier erwischte es das Knie des Offensivmanns erneut. Nach einem Testspiel in der Winterpause 2017/18 lautete die Diagnose: Kreuzbandriss.

Pendeln wurde zu aufwendig

„Zu der Zeit habe ich schon in Köln gewohnt und studiert“, so van den Berg. „Irgendwann habe ich dann aber gemerkt, dass der Aufwand durch das ständige Pendeln zu groß wurde.“ So kam van den Berg in der Saison 2019/20 neben seinem Bachelor-Studium in Banking und Finanzen nur noch zu drei Einsätzen in der Landesliga und einigen in der Eintracht-Reserve.

Die Überlegung, sich einfach in Köln einen Klub zu suchen, habe der 25-Jährige verworfen. „An den Wochenenden bin ich meist in der Heimat. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich beim FC Vreden anzumelden. Vor allem, weil mein Bruder Marc ja auch da spielt.“ Zusammen auf dem Platz haben beide allerdings noch nicht gestanden. Denn bei Andres bislang einzigem Spiel für den FC in Lünten, als er beim 5:1-Erfolg 22 Minuten spielte, stand Marc nicht im Kader.

Mal zusammen in einer Mannschaft spielen, das ist aber ein klarer Wunsch der Vredener Brüder, wie Andre van den Berg sagt. Doch damit das passieren kann, muss sich zunächst seine Hand wieder erholen.

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