„Beeindruckende Aktion“: Viel Lob für Fairplay der JSG Holtwick/Legden

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Das Heimspiel gegen die U17 des FC Marbeck ging zwar mit 2:6 verloren. Doch der moralische Sieger der Begegnung war die JSG Holtwick/Legden, die absoluten Sportsgeist bewiesen hatte.

Legden

, 22.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Partie in der B-Juniorinnen-Kreisliga am Ollen Kamp in Holtwick war nicht einmal zehn Minuten alt, da blieb die Torhüterin des FC Marbeck am Boden liegen. Sie war offenbar mit einer Stürmerin der JSG Holtwick/Legden zusammengeprallt und hatte einen Schuss in den Bauchbereich bekommen. So schildert es Paul Pöpping, Trainer der JSG.

Er sei dann auch der Erste gewesen, der zur verletzen Spielerin gegangen sei. „Sie lag da ziemlich alleine vor ihrem Tor und viele auf und neben dem Platz waren wohl mit der Situation überfordert“, so der Holtwicker. „Sie hat sekundenweise das Bewusstsein verloren, da habe ich sie in die stabile Seitenlage gelegt und wir haben einen Krankenwagen gerufen.“ Auch der Schiedsrichter war mit von der Partie, Pöppings Trainerkollege Daniel Heimann habe sich derweil um die von der Situation mitgenommenen Spielerinnen gekümmert.

Versorgte die verletze Torhüterin: U17-Trainer Paul Pöpping

Versorgte die verletze Torhüterin: U17-Trainer Paul Pöpping © SW Holtwick

Bis der Krangenwagen eingetroffen war und das Spiel fortgesetzt werden konnte, verging rund eine halbe Stunde. Beim Spielstand von 0:0 ging es weiter. Da allerdings Marbeck bereits vorher eine Spielerin verletz vom Feld nehmen musste, blieben nur noch acht aus dem 9er-Team übrig. Kurzerhand trat auch Holtwick/Legden freiwillig mit einem Mädchen weniger an.

In dieser Konstellation kam der Gast aus Marbeck besser zurecht und gewann am Ende mit 6:2. „Daran hätte ich vor der Verletzung im Traum nicht geglaubt“, sagt Paul Pöpping. Seine Mannschaft sei bis dahin klar besser gewesen und habe das 1:0 auf den Füßen gehabt. Offenbar habe der Schreck aufgrund der schweren Verletzung die Gastgeber mehr verunsichert als die Marbeckerinnen.

Die zeigten sich jedenfalls nach der Partie dankbar. Mit einem Facebook-Post sprachen sie der JSG und ihrem Trainer sowie dem Schiedsrichter großes Lob aus. Von einer „beeindruckenden Aktion“ und „bemerkenswertem Fairplay“ war in dem Beitrag die Rede, der vielfach geliked und geteilt worden ist.

„Für mich war das selbstverständlich“

Paul Pöpping sagt dazu: „Ich finde es super, dass Marbeck sich öffentlich bedankt hat. Der Trainer hatte uns schon direkt nach dem Spiel eine Kiste Cola angeboten, aber ich habe abgelehnt, weil das für mich einfach selbstverständlich war. Ich würde in so einer Situation das gleiche Verhalten von meinem Gegner erwarten.“

Die Spielerin sei übrigens aus dem Krankenhaus entlassen worden und auf dem Weg der Besserung.

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