Christoph Kahler ist zurück im normalen Leben

Segelfliegen

In seinem Jahr als Sportsoldat bei der Bundeswehr hat sich der Wessumer täglich mit dem Segelfliegen beschäftigt. Jetzt sieht sein Alltag wieder etwas anders aus.

Stadtlohn

06.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christoph Kahler ist zurück im normalen Leben

„Die Zeit ging viel zu schnell vorbei“, sagt Christoph Kahler nach seinem Jahr als Sportsoldat. © Privat

Mit über 550 Stunden und 31.100 geflogenen Kilometern im Segelflugzeug beendete Christoph Kahler erfolgreich sein Segelflug-Sportsoldaten-Jahr. Der 21-Jährige Wessumer widmete sich ein Jahr lang seiner großen Leidenschaft: dem Segelfliegen. Möglich war das vor allem durch die Sportfördergruppe Segelflug der Bundeswehr, die junge Nachwuchspiloten unterstützt.

Christoph Kahler begann mit 13 Jahren seine Segelflugausbildung bei den Segelfliegern in Stadtlohn. Mit 16 Jahren hielt er bereits seine Pilotenlizenz in den Händen und startete seine Karriere im leistungsorientierten Streckenflug. Um intensiv trainieren und sich weiterentwickeln zu können, entschied sich er für das Sportsoldaten-Jahr.

Vom Soldatendienst freigestellt

Sein ganzes Jahr war durchgeplant. Zu Beginn stand die militärische Grundausbildung in Hannover. Mit drei weiteren Sportsoldaten war er während der gesamten Zeit in Oerlinghausen stationiert, jedoch vom Soldatendienst freigestellt, sodass das Segelfliegen jeden Tag im Fokus stand. Im Frühjahr ging es dann richtig los: Der erste Stop war ein fünfwöchiges Alpenflugtraining in Puimoisson (Südfrankreich).

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Während des Sommers nahm er an verschiedenen Wettbewerben unter starker Konkurrenz teil – mit Erfolg. Er erzielte teils sehr gute Platzierungen und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaften der Junioren 2020. Zwischendurch trainierte er aber auch immer wieder in Oerlinghausen und auf dem Heimatflugplatz Stadtlohn-Vreden. Im Herbst folgte Kahlers persönliches Highlight: Ein zweites Mal in einem Jahr ging es nach Südfrankreich.

Da er dort bereits Erfahrungen im Frühjahr gesammelt hatte, waren nun auch anspruchsvollere Flüge möglich. „Eine der schönsten Erinnerung an das Jahr ist ein Flug von Südfrankreich aus, welcher zum Furkapass in die Schweiz ging, mit Wendepunkten wie dem Matterhorn und dem Mont Blanc“, berichtet der 21-Jährige begeistert.

Aber auch Flüge in 6.000 Metern über geschlossener Wolkendecke lassen noch heute seine Augen strahlen. Ein perfekter Abschluss war dann seine letzte Station: drei Wochen Segelfliegen in Südafrika.

Christoph Kahler ist zurück im normalen Leben

Christoph Kahler im Cockpit © Privat

Fast immer mit dabei war sein mobiles Zuhause: ein T4-Bulli mit Anhängerkupplung für den Segelflugzeug-Anhänger. Denn meistens übernachtete der Stadtlohner Segelflieger auf Flugplätzen und versorgte sich selbst.

Die Flugzeugtypen variierten je nach Wettbewerb und Landschaft. Dabei unterstützten ihn sein Vater, der Förderverein für Leistungssegelflug NRW und sein Heimatverein (Segelfluggruppe Wenningfeld) mit der zur Bereitstellung von Flugzeugen.

„Es war ein sehr lehrreiches Jahr“

Christoph Kahler ist nun wieder zurück im „normalen“ Alltag. Er selbst fasst sein Jahr so zusammen: „Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Es war ein sehr lehrreiches Jahr für mich. Ich konnte meine taktischen Fähigkeiten beim Segelfliegen verbessern und meinen Horizont auf vielen Ebenen erweitern.“

Neben seinem Beruf als Landmaschinen-Mechatroniker wird er sich aber auch zukünftig in seiner Freizeit auf das Segelfliegen konzentrieren. Die Saison 2020 der Stadtlohner Segelflieger startet im April.

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