Colapietro: „Lohn für unsere Arbeit“

Boxen: TV Vreden

Der Kreis Borken zeichnete in der vergangenen Woche Antonio Colapietro von der Boxabteilung des TV Vreden als Trainer des Jahres aus. Wir sprachen mit dem Coach und Abteilungsleiter über die Ehrung und seine Arbeit.

VREDEN

, 29.03.2017, 18:52 Uhr / Lesedauer: 3 min
Das Training mit jungen Talenten in der Hamalandhalle bereitet Trainer Antonio Colapietro nach wie vor Freude. Die Früchte für sein Engagement erntete er nun mit der Auszeichnung vom Kreis Borken.

Das Training mit jungen Talenten in der Hamalandhalle bereitet Trainer Antonio Colapietro nach wie vor Freude. Die Früchte für sein Engagement erntete er nun mit der Auszeichnung vom Kreis Borken.

Trainer des Jahres 2016 im Kreis Borken - was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung? So was bestätigt natürlich die Arbeit, die wir als Trainerteam in Vreden leisten - und das nicht nur im Boxtraining selbst, sondern auch im sozialen Bereich. Die Ehrung sehen wir als Lohn für unseren Aufwand - nicht nur für mich, sondern meine Kollegen und den ganzen Verein.

Bei der Ehrung wirkten Sie überrascht. Hatte Ihnen niemand vorher einen Tipp gegeben, dass die Wahl auf Sie gefallen war? Nein, ich wusste von gar nichts und war wirklich total überrascht.

Sie haben mit dem Trainerteam in Vreden viele Jugendliche zu Titelgewinnen bis hin zur Deutschen Meisterschaft geführt. Gibt es Erfolge, auf die Sie besonders stolz sind? Nein. Ich bin auf jeden Sieg und jeden Titel stolz, den unsere Mädchen und Jungen holen. Es wäre schön, wenn wir mal einen Sportler auf internationale Ebene, also zur Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder sogar zu den Olympischen Spielen bringen könnten. Lisa Katier hat sich im letzten Jahr durch ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften für die EM qualifiziert, aber es ist noch unsicher, ob sie teilnehmen kann.

Woran liegt das? Es könnte am Geld scheitern. So eine Teilnahme kostet rund 2000 Euro. Das ist viel Geld für uns und für Lisa als Einzelperson sowieso. Für uns als Randsportart in so einer kleinen Stadt wie Vreden ist es immer schwierig, Sponsoren zu finden, die einen unterstützen.

Wie ist es denn zu erklären, dass eine so kleine Abteilung wie die des TV Vreden trotzdem regelmäßig große Talente hervorbringt? Ich bin ja auch Abteilungsleiter und weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt. Ich denke, dass wir aus Möglichkeiten das Optimum herausholen. Das geht nur, wenn alle, Trainer und Sportler, sehr viel ihrer Freizeit für den Sport opfern. Deshalb muss ich noch mal allen Beteiligten ein großes Lob aussprechen.

Sie sind erst 2012 als Boxtrainer beim TV Vreden eingestiegen. Wie kamen Sie dazu? Ich habe schon vorher als Übungsleiter gearbeitet und 2012 dann meine Lizenz gemacht. Meine Tochter Jessica hatte zu der Zeit ja auch mit dem Boxen angefangen, da hatte ich dann auch den Ehrgeiz, lizenzierter Trainer zu werden.

Was sind für Sie die wichtigsten Eckpfeiler der Trainingsarbeit, worauf legen Sie am meisten Wert? Das sind für mich Disziplin und Ehrlichkeit. Beides ist in meinen Augen noch wichtiger als Talent. Gerade beim Boxen ist es die Basis, dass Trainer und Sportler einander blind vertrauen. Der Boxer muss die Anweisungen des Trainers ohne Wenn und Aber umsetzen und sich darauf verlassen können, dass sie richtig sind.

Von welchem Trainer haben Sie selbst als aktiver Boxer am meisten gelernt? Den Namen weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr… Aber als ich in meiner italienischen Heimat Copertino angefangen habe, war das in keinem richtigen Verein, sondern einer kleinen Garage ohne Fenster. Da war ein ehemaliger Profiboxer, der mich sozusagen von der Straße geholt hat und mir viel beigebracht hat - auch als Persönlichkeit. Aber zum Lernen ist man nie zu alt, ich lerne noch heute jeden Tag dazu. Es macht mir Spaß, mit verschiedene Charakteren zu arbeiten, auf jeden persönlich einzugehen und den Jugendlichen auch bei privaten Pro-blemen zu helfen.

Wie lauten Ihre persönlichen Ziele für die Zukunft? Ehrlich gesagt bin ich sehr zufrieden, so wie es jetzt ist. Es ist mir weiterhin wichtig, den Jugendlichen beizubringen, dass sie durch Ehrgeiz und harte Arbeit alles erreichen können. Wenn sie dann erfolgreich sind, freut es mich natürlich umso mehr.

Sie sind nebenbei auch als Punkt- und Ringrichter aktiv. Wie viel Zeit nimmt diese Tätigkeit in Anspruch? Ungefähr alle 14 Tage steht da schon ein Turnier an. Zuletzt war ich bei Kreismeisterschaften, Westfälischen- und NRW-Meisterschaften im Einsatz.

Werden Sie bei der Boxnacht in Vreden am 20. Mai auch in diesen Funktionen tätig? Nein, nein, da habe ich als Trainer und Zuschauer schon genug zu tun.

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