Aufgrund des Teil-Lockdowns im November verzögert sich der Start der Winterrunde im Tennis. Bei der TG Stadtlohn/Ahaus blickt man schon Richtung Sommer und stellt strategische Weichen.

Stadtlohn, Ahaus

, 11.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auch wenn Tennis grundsätzlich als Individualsport anerkannt wird, so setzt die aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung doch enge Grenzen in der Ausübung: So ist das organisierte Spielen und Trainieren in der Halle derzeit untersagt, zumindest in Nordrhein-Westfalen. Und das ausgerechnet in der Phase, in der die Winterrunde starten sollte. Der Westfälische Tennisverband (WTV) hält zwar an seinen Plänen fest, die Wintersaison 2020/21 durchzuziehen. Allerdings hat der Verband eine durchaus gravierende Änderung beschlossen, die alle Vereine betrifft: Es wird keine Auf- und Absteiger geben.

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Diese Nachricht trifft die Mannschaften, die eher ambitioniert ans Werk gehen, natürlich mehr. So auch die TG Stadtlohn/Ahaus, die gleich zwei ihrer sechs Mannschaften in der offenen Herrenklasse in der Münsterlandliga, der höchsten Spielklasse im Tennisbezirk Münsterland, ins Rennen schickt. „Wir haben uns durchaus etwas ausgerechnet, aber aktuell stehen andere Dinge im Mittelpunkt, vor allem die Gesundheit“, berichtet der Vorsitzende Robin Möllers.

Auf- und Abstieg ist ausgesetzt

Damit setzt sich ein schwieriges Spieljahr fort. Schon die Sommerrunde war als Übergangssaison deklariert worden, den Vereinen wurde freigestellt, ob sie an der Spielrunde teilnehmen oder nicht. Denn: Auf Abstiege wurde verzichtet, dafür gab es zumindest Aufsteiger. Nun wird der Wettbewerbsgedanke durch den Verzicht auch auf Aufstiege weiter eingeschränkt. Und Robin Möllers erwartet durchaus, dass sich das auch auf die Motivation auswirken kann – gerade bei Auswärtsspielen mit etwas längerer Anfahrt.

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Motivationshemmend seien ebenso die eingeschränkten Spielmöglichkeiten, zumindest unter der Woche. Im Außenbereich ist zwar das Spielen zu zweit erlaubt, aber „es wird doch schon um 17 Uhr dunkel und auch sonst lässt die Witterung nicht viel zu“, so Möllers. Schwer erklärbar sei auch die Tatsache, warum das Spielen in der Halle unter Einschränkungen in anderen Bundesländern erlaubt sei. Lamentieren will er aber nicht: „Wir tun alle gut daran, die Situation zu akzeptieren und uns mit den Rahmenbedingungen zu arrangieren.“

Mannschaften nehmen Sommerrunde ins Visier

Abseits dessen fokussiere man sich bei der TG im Leistungsbereich bereits auf die anstehende Sommersaison, die Winterrunde, auch bekannt als Nebenrunde, sei quasi ein „Training plus“ – so sie denn starte: „Wir müssen uns nichts vormachen: Sollte im Dezember weiter nicht gespielt werden können, dann wären schon 50 Prozent der Serie weg.“ Und dass die Spiele nicht nachgeholt werden sollen, das hatte der WTV unlängst bereits verkündet – auch weil vielen Hallenbetreibern die Kapazitäten fehlten. Gespielt werden soll ab dem Zeitpunkt, ab dem es von der Landesregierung wieder erlaubt ist. Der Verband betont, dass ein Zurückziehen von Mannschaften nicht unter Strafe gestellt wird – ähnlich wie im Sommer.

Im Februar dieses Jahres stellten die beiden Vorsitzenden, Niklas Sandberg (l.) und Robin Möllers, die Tennisgemeinschaft als Kooperation von BW Stadtlohn und GW Ahaus vor.

Im Februar dieses Jahres stellten die beiden Vorsitzenden, Niklas Sandberg (l.) und Robin Möllers, die Tennisgemeinschaft als Kooperation von BW Stadtlohn und GW Ahaus vor. © Michael Schley

Auch strategisch legt man bei der Tennisgemeinschaft die Hände trotz des Lockdowns nicht in den Schoß. „Die Premierensaison war erfolgreich, unsere Idee, eine attraktive Plattform für den Tennissport zu bieten, kommt an“, berichtet Möllers. Zur Wintersaison hatte die TG in der Region mit die meisten Mannschaften bei den Erwachsenen gemeldet – von der Münsterland- bis zur Kreisliga. Und der Faden wird weitergesponnen: So wurden zur Winterrunde erstmals zwei U18-Mannschaften gemeldet. Der Hintergrund ist offensichtlich.

Übergang zu den Erwachsenen muss geschaffen werden

„Vielfach fehlt es bei den Vereinen am Übergang zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Diese Lücke wollen wir gemeinsam schließen. Es geht dabei nicht nur um Quantität, die man zwangsläufig schaffen muss, man kann so auch die Spielstärken besser aufeinander abstimmen“, erklärt Möllers. Und da sei es sinnvoll, die Kräfte der beiden Vereine TV BW Stadtlohn und TC GW Ahaus zu bündeln.

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Künftig könne man sich durchaus vorstellen, über den Unterbau mittelfristig wieder eine Damenmannschaft in der offenen Klasse aufzubauen. „Das ist für jeden der beiden Vereine für sich noch schwerer darstellbar.“ Die Bündelung sei auch klares Votum der beiden kooperierenden Vereine: „Wir sind komplett offen, sehen immer das Gesamtpaket mit der Blickrichtung, den Tennissport in der Region für alle nach vorne zu bringen – sowohl leistungs- als auch breitensportorientiert.“

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In der Summe könne so die Struktur des Konzepts verfestigt werden. Ansätze für die Zeit, wenn es auf den Plätzen wieder um Spiel, Satz und Sieg gehen wird.

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