Corona sorgte für unruhige Tage bei der SpVgg Vreden

rnFußball und Corona

Natürlich macht die Corona-Pandemie auch um Fußballvereine keinen Bogen. Die SpVgg Vreden erlebte, was eine Infektion für eine Kettenreaktion auslösen kann. Oder eben nicht.

Vreden

, 05.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Vorsitzender der SpVgg Vreden hat Christoph Kondring mit seinen Vorstandskollegen die Verantwortung für rund 850 Mitglieder. Als er vor gut zwei Wochen erfuhr, dass sich mit René Beuting ein Spieler der ersten Mannschaft mit dem Coronavirus infiziert hatte, wurde ihm schon ein wenig mulmig.

„Als Vorsitzender hast Du natürlich schon ein bisschen Angst, dass sich weitere Spieler, Vereinsmitglieder oder Zuschauer angesteckt haben könnten“, sagt Kondring heute. Bislang ist im Verein allerdings kein weiterer Fall bekannt geworden.

Der Klubvorsitzende lobt die eigenen Spieler

„Gott sei Dank ist es gut gegangen“, sagt der Klubvorsitzende. „Da muss ich auch unsere Spieler loben, die sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen sind. Zum Teil sind sie freiwillig zu Hause geblieben, noch bevor es das Kontaktverbot gegeben hat.“

Der Vorsitzende Christoph Kondring und seine Vorstandskollegen erlebten wegen des Corona-Falls unruhige Tage.

Der Vorsitzende Christoph Kondring und seine Vorstandskollegen erlebten wegen des Corona-Falls unruhige Tage.

Den Ursprung hatte der Corona-Fall bei der Spielvereinigung wie so viele in einem österreichischen Skigebiet. René Beutings Vater sei am 7. März von dort zurückgekehrt, noch nicht wissend, dass er sich angesteckt hatte. Der Fußballer bestritt einen Tag später ein Spiel für die zweite Mannschaft der SpVgg in der Bezirksliga.

Spieler steckt sich mit dem Virus beim Vater an

Am Dienstag folgte dann die Trainingseinheit der ersten Mannschaft, allerdings nicht auf dem Platz, sondern in Form einer Videoanalyse. „Erst danach hat René erfahren, dass sich sein Vater angesteckt hat, und ist ab diesem Zeitpunkt zu Hause geblieben“, erklärt Christoph Kondring.

Dennoch schrillten im Verein die Alarmglocken. „Da René fast die ganze Zeit mit seinem Vater verbracht hat, war fast klar, dass er sich angesteckt haben musste. Sein positives Testergebnis hat er allerdings erst einige Tage später erhalten“, so Christoph Kondring.

Kicker bleiben freiwillig zu Hause

Während der Videoanalyse habe Beuting mit drei Mitspielern näheren Kontakt gehabt. „Die haben dann jeweils Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen. Nicht alle haben die Empfehlung bekommen, zu Hause zu bleiben, aber alle haben es gemacht“, so der Vorsitzende.

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Der Gedanke, vielleicht die komplette Mannschaft unter Quarantäne zu stellen, wie es bei einigen Profiklubs der Fall war, sei bei der SpVgg nicht ernsthaft aufgekommen. Diese Entscheidung nahmen den Vredenern dann am Freitag, 13. März, der Fußballverband und die Behörden ab, die den Spiel- und Trainingsbetrieb bis auf Weiteres stillgelegt haben.

Wie und wann es weitergeht, das ist für den Vredener Vorsitzenden erst einmal zweitrangig. „Wir sind erst mal froh, dass die Sache bei uns so glimpflich abgelaufen ist. Wäre das ganze nur ein paar Tage früher passiert, hätte sich vielleicht unsere halbe Mannschaft angesteckt - und wer weiß, wer noch.“

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