Daniel Engbers: „Nichts übers Knie brechen“

Reitsport: Interview

Der Auftakt ins Jahr 2017 lief für Daniel Engbers vom RV Südlohn-Oeding wie geschmiert. Wir sprachen mit dem 30-Jährigen unter anderem über die aktuelle Situation und seinen dreijährigen Aufenthalt in Australien.

SÜDLOHN

, 22.02.2017, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit Evening Black landete Daniel Engbers beim Turnier in Borken am vergangenen Wochenende gleich zwei Siege bei S**-Springen. Das Foto zeigt das Paar beim Springen um den Großen Preis am Sonntag.

Mit Evening Black landete Daniel Engbers beim Turnier in Borken am vergangenen Wochenende gleich zwei Siege bei S**-Springen. Das Foto zeigt das Paar beim Springen um den Großen Preis am Sonntag.

Am Sonntag haben Sie mit Evening Black den Großen Preis, ein S**-Springen, in Borken gewinnen. Wir haben Sie das Finale erlebt? Bei Evening Black und mir hat eigentlich alles geklappt. Wir kennen uns seit anderthalb Jahren und vertrauen einander blind. Wenn Pferd und Reiter sich in- und auswendig kennen, ist das oft ein kleiner Vorteil gegenüber anderen Paaren.

Bereits am Freitag hatten Sie in Borken ein Springen der schweren Kategorie gewonnen, 2017 insgesamt schon vier. Warum läuft es derzeit so rund bei Ihnen? Schwer zu sagen - wenn’s einmal läuft, dann läuft’s. Da ich alle vier Siege mit demselben Pferd geholt habe, liegt es natürlich zum Großteil an ihm. Vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass ich Anfang November letzten Jahres zum Stall von Marcus Ehning nach Borken gewechselt bin. Da habe ich vielleicht noch den gewissen Feinschliff bekommen.

Wie würden Sie Ihr aktuelles Erfolgspferd, den Wallach Evening Black, beschreiben? Er ist vom Typ her eher ruhig und hat einen super-starken Charakter - das zeigt sich auch im Parcours. Manche Pferde gucken nach links und rechts, aber Evening Black ist immer voll konzentriert. Das gibt mir als Reiter ein sicheres Gefühl, da kann ich schon mal etwas mehr riskieren und mich voll auf ihn verlassen.

Im vergangenen November haben Sie beim Turnier ihres Heimatvereins RV Südlohn-Oeding das Goldene Reitabzeichen verliehen bekommen. Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesteckt? Ich werde jetzt versuchen, auch einen Fuß in internationale Prüfungen und Turniere zu bekommen, das wäre der nächste Schritt für mich. Dafür muss man aber Geduld mitbringen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Sie haben von 2011 bis 2014 drei Jahre in Australien als Bereiter gearbeitet. Was war der größte Unterschied zum Reitsport in Europa? Vor allem ist die Dichte an Reitern und Pferden sehr viel geringer als hier. Zum Teil fährt man zwölf Stunden zu einem Turnier und trifft trotzdem dieselben Leute, die man auch schon bei allen anderen Turnieren getroffen hat.

Was haben Sie für sich persönlich aus dieser Zeit mitgenommen? Es war schon eine tolle Zeit. Geplant war eigentlich, dass ich ein Jahr dort bleibe, daraus wurden dann aber drei. Für mich gelernt habe ich vor allem, dass man mit Ruhe sehr viel weiter kommt, als wenn man etwas übers Knie brechen will. In Australien gibt es sehr viele Rennpferde, weil der Sport dort sehr populär ist. Durch die Zucht haben viele Springpferde auch Eigenschaften von Rennpferden, sind also ein bisschen heißblütiger. Um mit diesen Pferden klarzukommen, muss man selbst viel Ruhe ausstrahlen.

Nach Ihrer Rückkehr waren Sie im Stall von Klaus Reinacher in Rosendahl. Wie kam der Wechsel zu Marcus Ehning zustande? Marcus Ehnings ehemaliger Bereiter aus Holland ist zurück in seine Heimat gegangen. Das hatte ich mitbekommen und so kam eines zum anderen. Für mich ist das ein Glücksfall, denn in diesem Stall kann ich mit einigen der Besten der Welt trainieren und eine Menge lernen. Außerdem ist meine Freundin auch in dem Stall beschäftigt.

Welche Termine stehen als nächste in Ihrem Kalender? Jetzt am Sonntag bin ich mit zwei Pferden in Münster-Albachten, danach stehen zwei Wochen Pause an und dann geht es zum großen Turnier nach Seppenrade.

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