Der SV Heek zeigt, wie Training mit Hygienekonzept funktionieren kann

rnFußball

Bereits seit drei Wochen sind die Kicker des SV Heek wieder auf dem Trainingsplatz. Trotz der Hygienevorschriften sehen die Einheiten fast nach normalem Fußball aus, wie unser Besuch zeigt.

Heek

, 29.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon fertig umgezogen trudeln die Fußballer des SV Heek an diesem Donnerstagabend nach und nach im Dinkelstadion ein. Es steht die dritte Trainingseinheit nach der langen Corona-Pause an. Während viele andere Vereine sich lieber noch zurückgehalten haben, setzten sich die Heeker schon Mitte Mai, unmittelbar nachdem kontaktloser Sport in NRW wieder erlaubt worden war, mit Vertretern der Gemeinde zusammen. Heraus kam ein Hygienekonzept, das nun mehrfach auf der Sportanlage aushängt.

Jetzt lesen

Um die 20 Mann versammeln sich mit dem nötigen Abstand voneinander vor dem Umkleidebereich, der noch nicht wieder zugänglich ist. An den Schuhputzbecken stehen je zwei Spender mit desinfizierender Seife, Co-Trainer Thomas Ruminski sitzt auf einer Bank und füllt eine Liste aus. „Wir notieren vor jedem Training, wer anwesend ist. Alle müssen dann bestätigen, dass sie sich gesund fühlen“, erklärt Spielertrainer Rainer Hackenfort das Prozedere.

Vorfreude ist sichtbar

Da es bereits das dritte gemeinsame Training unter diesen neuen Bedingungen ist, herrscht bei den Spielern des designierten Bezirksliga-Aufsteigers keine Spur von Verunsicherung oder dergleichen. Die Stimmung ist locker, die Vorfreude aufs Fußballspielen bei perfektem Wetter sichtbar. Die Trainer besprechen noch kurz den Inhalt der heutigen Einheit, und schon geht‘s auf die Plätze.

Rainer Hackenfort geht mit einer Gruppe auf den Hauptplatz, Thomas Ruminski mit der anderen auf den Nebenplatz. Beide Spielfelder befinden sich in idealem Zustand, die Tornetze sind heruntergelassen. Es entsteht fast der Eindruck, dass hier ein normales Fußballtraining stattfindet. Doch bei der ersten Übung, dem Vier-gegen-Eins-Spiel, müssen sich die Spieler bemühen, um den Abstand auch immer einzuhalten.

Matteo Schultewolter (v.) und seine Teamkollegen trainieren in zwei Gruppen.

Matteo Schultewolter (v.) und seine Teamkollegen trainieren in zwei Gruppen. © Sascha Keirat

Ein bisschen paradox, zumal die Landesregierung einen Tag zuvor verkündet hat, dass ab Samstag für Trainingsgruppen, wie sie beim SV Heek zusammengesetzt sind, wieder Fußball mit Körperkontakt erlaubt ist. Aber an diesem Abend eben noch nicht. Weniger beeinträchtigen die Abstandsregeln die folgenden Pass-, Lauf- und Torschussübungen auf den beiden Plätzen.

„Grundsätzlich hat das Training jetzt natürlich nicht den Mehrwert wie sonst“, sagt Rainer Hackenfort. „Was bisher am meisten gefehlt hat, sind die Zweikämpfe.“ Vor allem sei die Wiederaufnahme des Trainings aber wichtig für die Köpfe gewesen. „Man hat wieder das Gefühl, dass man einen Mannschaftssport betreibt, kann ein bisschen dummes Zeug reden und was mit dem Ball machen.“

Jetzt lesen

Aktuell bittet der Spielertrainer seine Mannschaft einmal pro Woche auf den Platz. Wie lange das so weitergehen soll, wisse er noch nicht. Der Start der neuen Saison ist schließlich noch nicht absehbar. Testspiele, zumindest in voller Mannschaftsstärke, sind nach aktueller Beschlusslage erst ab September wieder möglich.

Doch Hackenfort ist erst einmal froh, sein Team wieder regelmäßig zu sehen. Beim Blick nach vorn bleibt der Coach gelassen: „Wir gucken von Woche zu Woche.“ Und die Motivation sollte vorhanden sein. Denn irgendwann dürfen sich die Heeker dann auch wieder mit Gegnern messen. Nach Jahrzehnten wieder in der Bezirksliga.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt