Wegener vor Eintracht-Start: „Es geht nur über Kollektiv und Einstellung“

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Eine in jeder Hinsicht andere Sommervorbereitung liegt hinter Eintracht Ahaus. Im Prozess des Zusammenwachsens nach einem Umbruch steht nun der Saisonstart an. Wir haben den Trainer befragt.

Ahaus

, 05.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Faustpfand der Ahauser Eintracht war in den vergangenen Jahren insbesondere die Kontinuität. Die eingespielte Mannschaft konnte sich so als feste Größe in der Landesliga etablieren. Nun ist die Situation eine andere. Viele etablierte Kräfte haben neue Herausforderungen angenommen, knapp zwei Hände voll Neuzugänge – fast ausnahmslos aus unteren Ligen – sind hinzugekommen. Eine besondere Herausforderung für Trainer Frank Wegener. Wir haben vor dem Saisonstart nachgefragt, wie der Prozess angelaufen ist.

Nach satten sechs Monaten Zwangspause folgt am Sonntag wieder ein Pflichtspiel. Ist die Vorfreude spürbar?

Ausnahmslos, bei den Jungs und auch bei mir, meinem Co-Trainer Cihan Bolat und allen anderen, die zum Team gehören. Endlich geht es wieder um Punkte, dafür spielen wir Fußball. Dies alles in der Hoffnung, dass es auch lange um Punkte gehen wird.

Es gibt also doch kleinere Bedenken vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen?

Der Start fühlt sich definitiv anders an, nicht nur, weil er verspätet stattfindet. Aber: Wenn sich alle an die Maßgaben halten, dann sollte das alles auch funktionieren. Sicher ist, dass ich die Umstände nicht als Ausrede im sportlichen Bereich gelten lassen werde.

Wirken sich die Rahmenbedingungen spürbar auf das Training und die Spielvorbereitung aus?

Vor und nach dem Training sicher. Aber auf dem Platz und in der Vorbereitung sind die Abläufe letztlich die gleichen. Es herrscht in vielen Dingen aber noch vielfach Ungewissheit. Ich werde mich am Sonntag sicher auch noch einmal mit dem Schiedsrichter kurzschließen, wie letztlich genau mit der Zahl der 15 Aktiven zu verfahren ist.

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Zum Sportlichen: Wie hat der Umbruch funktioniert?

Erst einmal möchte ich betonen, dass der Umbruch in meinen Augen nötig und wichtig war. Zum anderen weiß ich auch, dass selbst sechs Wochen Vorbereitung nicht reichen. Wir sind aber auf einem guten Weg, wachsen immer weiter zusammen.

Geben die überwiegend mäßigen Testspielergebnisse Anlass zur Sorge?

Ganz ehrlich, auch wenn es banal klingen mag: Wichtig ist am Sonntag um 15 Uhr auf dem Platz in Roxel. Wir hatten doch auch gute Ergebnisse gegen höherklassige Gegner wie GW Nottuln oder SpVgg Vreden. Die Basis ist, dass alle hungrig und gallig sind. Und das hat mir Vredens Trainer Engin Yavuzaslan noch einmal bestätigt.

Dürfen sich die Fans angesichts der Entwicklung auf eine „andere“ Eintracht freuen?

Was heißt anders? Natürlich sind einige Spieler mit individueller Klasse gegangen. Es sind aber auch noch einige verblieben, die ich nun in die Pflicht nehme. Zu einhundert Prozent. Keiner kann sich mehr hinter individueller Qualität verstecken. Fakt ist: Funktioniert dieses Gerüst an etablierten Spielern, dann wird auch die Mannschaft insgesamt funktionieren.

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Werden die Anhänger Neuzugänge in der ersten Elf sehen?

Nimmt man die Bilanz an Ab- und Zugängen, dann natürlich zwangsläufig. Die Vorbereitung hat sicher gezeigt, dass sich einige Neue schon an das neue Niveau gewöhnt und aufgedrängt haben, andere haben sicher auch noch Nachholbedarf. Das ist aber zweitrangig: In dieser Saison wird es noch mehr als sonst über das Kollektiv und die Einstellung gehen. Passen diese, können wir gegen jeden Landesligisten gewinnen, passen diese nicht, dann verlieren wir auch gegen jeden.

Was kommt auf die Eintracht in der neuen Saison zu?

Ich kann die Liga kaum einschätzen, der Abbruch der vergangenen Spielzeit hat viel durcheinandergewirbelt. So geht es vielen anderen Trainern in anderen Spielklassen sicher auch.

BSV Roxel verdient „absoluten Respekt“

  • Gleich mit einer ordentlichen Aufgabe geht Eintracht Ahaus in die Saison 2020/21. Der Landesligist stellt sich am Sonntag ab 15 Uhr beim BSV Roxel vor.
  • Der Vorjahresfünfte hat sich hohe Ziele gesetzt, das obere Drittel soll es schon wieder werden – und dies vor dem Hintergrund, dass gleich drei Mannschaften die Landesliga in Richtung Westfalenliga verlassen haben.
  • Der neue Trainer Tobias Tumbrink (zuvor Union Lüdinghausen) muss wie sein Gegenüber Frank Wegener einige arrivierte Akteure im Kader ersetzen, die durchaus hohe Fluktuation vergangener Jahre soll künftig durch mehr Kontinuität ersetzt werden. „Das ist schon ein richtig guter Gegner zum Auftakt“, zollt Wegener dem ersten Gastgeber „absoluten Respekt“.
  • Personell kann der Ahauser Coach nahezu aus dem Vollen schöpfen. Einzig Devin Hoffmann (Hüftprobleme) und Rene Böing (verhindert) fallen aus.
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