FC Twente sucht weiter nach sportlicher Führung

Fußball

Die niederländische Liga will den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Der FC Twente hofft, dass er bald wieder Zuschauer begrüßen darf. Ansonsten drohen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe. Nicht das einzige Problem.

Enschede

von Daniel Buse

, 04.06.2020, 10:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michel Preud’homme ist laut Medienberichten Trainerkandidat in Enschede.

Michel Preud’homme ist laut Medienberichten Trainerkandidat in Enschede. © picture alliance/dpa

In knapp drei Monaten soll es in der niederländischen Fußball-Ehrendivision wieder losgehen. Nach dem Abbruch der aktuellen Saison aufgrund der Corona-Pandemie hoffen die 18 Klubs darauf, dass im September wieder gespielt werden kann – und das am liebsten mit Zuschauern auf den Rängen.

Auch der FC Twente aus Enschede hat großes Interesse daran, dass die Fans dann wieder in die „Grolsch Veste“ kommen können, denn nach niederländischen Medienberichten würden den Enschedern mehr als zehn Millionen Euro Verlust drohen, wenn das eigene Stadion noch bis zum Jahresende für Zuschauer gesperrt ist.

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Dass das Interesse und die Begeisterung der Twente-Fans auch in den drei Monaten ohne Pflichtspiel nicht nachgelassen haben, hat der Verein bei der Verlängerung der Dauerkarten erlebt: Knapp 13.000 Tickets haben die „Tukkers“ bereits verkauft, wobei 98 Prozent der letztjährigen Dauerkarten-Inhaber auf eine finanzielle Entschädigung für die ausgefallenen Heimspiele verzichtet haben. „Das ist unvorstellbar“, sagte Enschedes Klub-Boss Paul van der Kraan über die beiden Zahlen, die ihn beeindruckt haben.

Preud‘homme als Trainer im Gespräch

Welche Mannschaft allerdings die Zuschauer im September im Stadion beeindrucken soll, ist noch völlig unklar. Nach der Trennung von Trainer Goncalo Garcia und Manager Ted van Leeuwen im vergangenen Monat ist der Verein immer noch auf der Suche nach den beiden wichtigsten sportlichen Verantwortlichen.

Nach Medienberichten aus Belgien soll Michel Preud’homme das Angebot aus Enschede bekommen haben, in der kommenden Saison auf der Trainerbank des Vereins Platz zu nehmen. Der ehemalige Weltklasse-Torhüter hatte die „Tukkers“ bereits in der Saison 2010/11 gecoacht, bevor er ein lukratives Angebot aus Saudi-Arabien annahm. Preud’homme ist der letzte Twente-Trainer, der sein Amt aus freien Stücken aufgab. „Wir kommentieren keine Namen“, zeigte sich Klub-Chef van der Kraan hinsichtlich des Belgiers aber wenig auskunftsfreudig.

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Erst wenn ein neuer Trainer und ein neuer Manager im Amt sind, kann es bei den Enschedern mit der Kaderplanung richtig vorangehen. Spieler wie Peet Bijen und Wout Brama werden erst dann mit dem neuen Führungsduo besprechen können, ob es für sie beim FC Twente weitergeht. Dass auf dem Transfermarkt noch einiges passieren muss, ist unterdessen klar: Nur zwölf Spieler stehen noch für die kommende Saison unter Vertrag, darunter vier Torhüter.

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