Heeker Urgestein Marius Lürick: „Für mich hat sich ein Traum erfüllt“

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Dass er einmal in Stadtlohn spielen, einen Punkt mitnehmen und auch noch ein Tor erzielen würde, damit hätte Marius Lürick vor ein paar Jahren nicht gerechnet. Ein Gespräch mit einem Ur-Heeker.

Heek

, 15.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Er schnürt schon seit 26 Jahren seine Schuhe für den SV Heek. Doch ein Erlebnis wie am Sonntag beim Bezirksligaspiel, als er als Torschütze und sein Team nach einem 1:1 mit Standing Ovations von den Rängen gefeiert wurden, hat auch Marius Lürick selten erlebt. Das und mehr erzählt der 31-Jährige im Interview.

Wie war der Sonntag in Stadtlohn für Sie?
Das war schon einmalig. Wir haben eine super Leistung gezeigt, sind nach dem Rückstand ins Spiel zurückgekommen und haben uns beim Topfavoriten der Liga mit einem Punkt belohnt. Für mich persönlich mit dem Tor war das natürlich auch ein super Einstand in die Bezirksliga.

Sechs Minuten nach Ihrer Einwechslung ist Ihnen der Treffer zum 1:1 gelungen. Wie haben Sie die Situation erlebt?
Die Ecke kam eigentlich zu lang, aber Hacki hat den Ball schön zurück ins Zentrum geköpft. Ich stand dann da, wo ich als Stürmer stehen muss, und brauchte nur noch den Fuß hinhalten. Danach war die Freude natürlich groß.

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Für Sie war es der erste Treffer im ersten Bezirksliga-Einsatz. Hätten Sie vor fünf Jahren als B-Liga-Spieler daran geglaubt?
Ehrlich gesagt nicht, vor allem nicht gegen Stadtlohn. Die waren damals noch Oberligist und wir in der Kreisliga B. Dass unsere Mannschaft sich so entwickeln und so viele Schritte nach vorn machen würde, war nicht abzusehen.

Was sind die Gründe für den derzeitigen Erfolg? Liegt es allein der Verpflichtung von Rainer Hackenfort als Spielertrainer?

Wir haben im Moment eine goldene Generation mit starken Spielern, die in den letzten drei, vier Jahren in die erste Mannschaft gekommen sind. Hacki hat uns aber auf jeden Fall noch mal einen Extra-Schub gebracht. Als Spieler und Trainer reißt er alle mit, macht jeden ein Stück besser und ist auch selbst mit fast 37 Jahren noch immer ein Spieler, der jederzeit den Unterschied machen kann. Er ist sozusagen der Faktor x für uns.

Wie würden Sie Ihren eigenen Werdegang im Verein zusammenfassen?

Naja, ich bin Heeker durch und durch. Meinen ersten Pass im Verein habe ich 1994 bekommen, habe danach alle Jugendmannschaften durchlaufen und bin schon als A-Junior mit 18 in die erste Mannschaft gekommen. Damals herrschte große Personalnot, da sind wir mit sechs, sieben Mann aus der A-Jugend aufgerückt. Bis heute bin ich immer dabei geblieben, habe einige Auf- und Abstiege miterlebt. Jetzt im Herbst meiner Karriere noch mal mit meinem Heimatverein in der Bezirksliga spielen zu dürfen, damit hat sich für mich wirklich ein Traum erfüllt.

Die Euphorie rund um die erste Heeker Mannschaft ist deutlich zu vernehmen. Wie erleben Sie die derzeitige Phase?
Die Resonanz von den Zuschauern ist im Moment wirklich groß. Allein jetzt in Stadtlohn haben die Leute uns gefeiert, als wären wir gerade in die Landesliga aufgestiegen. Obwohl nur 50 Heeker ins Stadion durften, hat es sich angefühlt, als wären da 500 gewesen.

Nicht wenige trauen der Mannschaft einen Platz unter den Top Fünf zu. Sie auch?
Ich denke, dass Stadtlohn und Vorwärts Epe schon die stärksten Mannschaften der Liga sind. Dahinter kommt ein ausgeglichenes Feld. Die letzten beiden Spiele haben ja gezeigt, dass es für uns möglich wäre, unter den ersten Fünf mitzumischen. Aber dafür müssen wir auch jede Woche solche Leistungen auf den Platz bringen. Ich würde es also als erstes Ziel sehen, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Nächsten Sonntag geht‘s gegen den VfB Alstätte. Ist ein Heimsieg da schon Pflicht?
Das würde ich so nicht sagen. Klar wollen wir gerade unsere Heimspiele immer gewinnen. Aber ich denke nicht, dass wir jetzt gegen Alstätte der klare Favorit sind. Die haben letzte Saison schon Erfahrung in der Bezirksliga gesammelt und haben jetzt zweimal unentschieden gespielt. Ich denke, das wird ein ausgeglichenes Spiel.

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