Kuriose Saison für BW Stadtlohn: Große Chance auf Deutsche Endrunde

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Ihre erste Saison in der Regionalliga haben sich die Damen 30 des TV BW Stadtlohn anders vorgestellt. Die Coronakrise macht sie nun zu einer besonders kuriosen – mit ungeahnten Möglichkeiten.

Stadtlohn

, 30.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast ein Jahr ist es her, dass die Damen 30 des Tennisvereins BW Stadtlohn ihren bislang größten Erfolg feierten. Am 16. Juni 2019 machten sie im Duell mit dem TC Rheda ihre verlustpunktfreie Saison in der Westfalenliga und damit den erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga perfekt.

In der höchstmöglichen deutschen Spielklasse im Damen 30-Bereich dürfen sie also in diesem Sommer antreten und sich unter anderem mit dem amtierenden Deutschen Meister Rochusclub Düsseldorf messen. Eigentlich. Denn die Düsseldorferinnen haben sich für die Sommersaison 2020 vom Spielbetrieb zurückgezogen.

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Und damit sind sie bei Weitem nicht die einzigen. Wie berichtet hatten die Tennisverbände die Spielzeit zu einer Übergangssaison auf freiwilliger Basis ohne Absteiger erklärt. Von der Möglichkeit, sich abzumelden, haben in der Regionalliga gleich fünf von sieben Teams Gebrauch gemacht: Neben dem Rochusclub sind das: TV Rot-Weiß Höxter, TC Weiden, TC Eintracht Dortmund und TuS 59 Hamm.

Christina Geuking, Mannschaftsführerin der Stadtlohner Damen, hat die letzten Abmeldungen im Laufe der vergangenen Woche mit Bedauern registriert. „Das ist natürlich ein bisschen schade, dass die Mannschaften nach und nach zurückgezogen haben. Wir hatten uns darauf gefreut, mal in diese Liga reinzuschnuppern und uns mit diesen starken Gegnern zu messen. Da der Abstieg ja nicht möglich war, hätten wir nichts zu verlieren gehabt.“

Endrunden-Teilnahme winkt

Das haben die Stadtlohnerinnen auch so nicht. Im Gegenteil: Ihnen winkt jetzt wahrscheinlich sogar die Teilnahme am Endrundenturnier um die Deutsche Meisterschaft. Denn obwohl mit Stadtlohn und dem TC Rheinstadion aus Düsseldorf nur noch zwei Regionalligisten gemeldet haben, soll die Saison nicht abgesagt werden, wie Lutz Rethfeld vom Präsidium des Westdeutschen Tennisverbands am Freitag auf Nachfrage bestätigte.

Das Duell der beiden Konkurrenten soll laut Spielplan am 15. August in Düsseldorf stattfinden. „Der Sieger darf sich dann wohl Westdeutscher Meister nennen“, so Rethfeld. Und diesem stünde dann auch das Ticket für die Deutsche Endrunde zur Verfügung.

Bayrischer Verband spielt nicht

Allerdings steht noch nicht fest, ob das Turnier, an dem normalerweise die Meister der vier Landesverbände teilnehmen, in diesem Jahr zustande kommt. „Der Verband Südost, also Bayern, hat seine Saison leider komplett abgesagt. Bei Nordost und Südwest gehe ich aber davon aus, dass wie bei uns gespielt wird“, so Lutz Rethfeld.

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Er habe beim Deutschen Tennisbund den Vorschlag eingereicht, dass die zweitbeste Mannschaft des ausrichtenden Verbands der Endrunde den Platz des bayrischen Verbands einnehmen und das Vierer-Feld komplettieren soll, damit wie üblich zunächst zwei Halbfinals gespielt werden können. „Ob der DTB dem Vorschlag zustimmt, ist aber noch offen“, so Rethfeld.

Schon jetzt steht aber fest, dass ihre erste Regionalliga-Saison für die Stadtlohnerinnen eine kuriose werden wird. Wer weiß, welche Überraschungen sie noch bereithält.

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