Land und LSB widersprechen dem FLVW: Maximal vier Wechsel pro Team erlaubt

rnCorona-Krise

Laut FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders sollten bei Fußballspielen trotz der 30-Kontakte-Regel beliebig viele Wechsel möglich sein. Land und LSB weisen diese Interpretation nun zurück.

Ahaus

, 25.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang der Woche hatte der Fußball- und Leichtathletik-Verband (FLVW) seine Mitgliedsvereine informiert, wie die aktuelle Corona-Schutzverordnung (CoronaSchVo) hinsichtlich der möglichen 30 Aktiven im Kontaktsport im Freien auszulegen sei. Der Vizepräsident Manfred Schnieders klärte auf, dass sich die Zahl 30 grundsätzlich auf den Trainingsbetrieb beziehe.

An einem Fußballspiel dürften durchaus mehr als 30 Spieler teilnehmen, hier bezöge sich die Zahl 30 auf die stets aktuell am Spiel beteiligten. Auswechslungen könnten beliebig vorgenommen werden, sofern sich die Wechselspieler außerhalb des Innenraums mit dem nötigen Abstand aufhielten.

Aussagen sorgen für Verwirrung

Diese Aussagen erfüllten weniger den Zweck der Aufklärung, wie sich nun herausstellte. Die Verwirrung war eher noch größer. In der Konsequenz hieße diese Interpretation, dass deutlich mehr als 30 Kontakte die Regel wären. Das hat nun die Landesregierung auf den Plan gerufen, die Sportverbände, Sportbünde und Kommunen über die richtige Auslegung informiert hat.

In dem Nachtrag von Andrea Milz, NRW-Staatssekretärin für Sport, erklärt diese, dass „Sinn und Zweck der Corona-Schutzverordnung die Vermeidung von Kontakten in einem gewissen Zeitraum“ sei. Vonseiten der Landesregierung Nordrhein-Westfalen werde deshalb empfohlen, dass eine Person an einem Kalendertag in Verbindung mit der Sportausübung nicht mit mehr als 29 anderen Menschen den Mindestabstand von 1,5 Metern unterschreitet (§9 Abs. 2 CoronaSchVo): „Dies muss auch bei Auswechselspielern sowie auch Schiedsrichtern etc. berücksichtigt werden.“

29 Kontakte an einem Tag

Weiter heißt es: „Darüber hinaus sei die Anwesenheit weiterer Personen (Trainer, Betreuer etc.) während eines Wettkampfs zulässig, so lange dabei die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Diese Personen werden den 300 Personen nach §9 Abs. 3 zugerechnet – unter der Beachtung der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Sicherstellung einer Rückverfolgbarkeit nach §2a Absatz 1. Außerhalb des Sports ist es nur maximal 10 Personen erlaubt, sich auf weniger als 1,5 Meter Abstand zu nähern (vgl. §1 Absatz 2).“ „Weitere Entscheidungen bzw. Vorgaben obliegen jedoch den kommunalen Behörden“, heißt es abschließend.

Aus diesem Nachtrag wird deutlich, dass eine Mannschaft an einem Tag nur ein Spiel austragen darf, wenn die maximale Anzahl von 30 Personen, die sich näher als 1,5 Meter kommen, eingehalten wird. Diese Meinung vertritt auch der Landessportbund NRW.

„Der Landessportbund hat Recht"

Abteilungsleiter Markus Leßmann aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW bestätigt: „Der Landessportbund hat Recht: Wenn eine Gruppe in einem Event Sport ohne Abstandsgebot macht, sind nicht mehr als 30 Teilnehmer erlaubt.“ Das bedeutet: Maximal vier Wechsel sind pro Mannschaft möglich, Trainer, Betreuer und Schiedsrichter werden den Zuschauern zugeordnet.

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