Markus Krüchting: Bessere Aussichten für zweiten Anlauf des VfB Alstätte

rnFußball-Bezirksliga 11

Coronabedingt erhält der VfB einen weitere Chance, sich in der Bezirksliga zu behaupten. Spieletrainer Krüchting sieht sein Team besser aufgestellt. „Unsere Chance wird größer sein.“

von Stefan Hoof

Alstätte

, 04.08.2020, 14:24 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer im März auf den Klassenerhalt des VfB Alstätte gewettet hätte, wäre vermutlich belächelt worden – und hätte sich doch ein nettes Sümmchen eingesteckt. Denn der VfB mischt auch in der kommenden Saison in der Fußball-Bezirksliga mit. Coronabedingt.

In diesem Fall spielte der Saisonabbruch dem Aufsteiger in die Karten. Die Rot-Weißen mussten zu viele verletzungsbedingte Ausfälle hinnehmen, als dass sie eine sportliche Überlebenschance in der Bezirksliga gehabt hätten. Abgehakt. Die Karten sind neu verteilt worden, die Rot-Weißen sitzen wieder mit am Tisch. Das Spiel beginnt von vorne.

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Verändert haben sich die Rahmenbedingungen. Nicht 18, sondern 16 Mannschaften wurden der Bezirksliga 11 zugeteilt. Vier Spieltage weniger. Das kommt auch Vereinen entgegen, die im Winter nicht auf Kunstrasen ausweichen können. Außerdem ist die Liga geografisch zusammengerückt: kürzere Fahrten, mehr Nachbarschaftsduelle. Darauf freut sich der VfB, wie Spielertrainer Markus Krüchting versichert.

„Es wird wieder schwer“

Verändert hat sich auch die Zusammensetzung der Staffel 11. Die Teams aus Nordkirchen, Olfen, Lüdinghausen, Dülmen, Merfeld und Lippramsdorf sowie Meister TuS Haltern II sind nicht mehr dabei. Fünf Aufsteiger rücken nach. Vordergründig ist die Liga damit schwächer geworden. Alstättes Coach widerspricht. „Die Liga ist eine andere geworden. Es wird wieder schwer, aber unsere Chance wird größer sein.“

Besonders den Neuen, allen voran VfL Ramsdorf und DJK Coesfeld, traut Krüchting viel zu. „Wenn man sich deren Kader anschaut, sind da viele Spieler, die in höheren Ligen, auch Ober- und Westfalenliga, gespielt haben.“ Auch den SV Heek stuft der VfB-Coach hoch ein. Ganz oben, an der Spitze, sieht er seinen früheren Verein, den SuS Stadtlohn. „Wer weiß, der SuS vorneweg, dahinter vielleicht Vorwärts Epe“, spekuliert er.

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Die Alstätter werden sich eher mit dem ASV Ellewick, SG Coesfeld, TuS Wüllen oder Adler Weseke messen müssen. „Wenn es dann so kommt. Nach zehn Spieltagen wissen wir mehr“, meint Krüchting. Aber er stimmt zu, dass seine Mannschaft – Stand heute – eine bessere Aussicht auf den Klassenerhalt hat als zuvor.

Diese Zuversicht ist begründet. Personell hat Krüchting zurzeit mehr Optionen als in der Vorsaison. „Der Kader ist sehr ausgeglichen, qualitativ etwas besser aufgestellt“, urteilt er. „Aber es dürfen nicht drei, vier Spieler wegbrechen und für längere Zeit ausfallen. Im Moment jedenfalls könnte es in Alstätte nicht besser sein.“

Und seine Mannschaft hat in der Spielzeit 19/20 nicht nur Lehrgeld bezahlt, sondern auch, da ist sich Krüchting sicher, Erfahrungen gesammelt: „Alles geht schneller zu als in der Kreisliga. Wir wissen, dass auch der kleinste Fehler nicht unbestraft bleibt. Das müssen meine Spieler verinnerlicht haben.“

VfB bleibt seiner Linie treu

Personell bleibt der VfB seiner Linie treu. Abgesehen vom Trainer, der aber auch schon in sein viertes Jahr in Alstätte geht, setzt der Verein ausschließlich auf die eigenen Kräfte. Das reicht dann – oder auch nicht. Zugekauft wird nicht. So rücken nun Tobias Terweh und Marius van Weyck aus der 2. Mannschaft hoch. Beide haben aber schon Einsätze in der „Ersten“ gehabt. Das gilt auch für den lange verletzten Robin Weiß und erst recht für Stef Aagten. Der langjährige Offensivspieler stand in der letzten Saison kaum zur Verfügung, spielte gerade mal 26 Minuten. Im Aufstiegsjahr steuerte er noch 13 Treffer zur Meisterschaft bei. Hinzu kommen aus der A-Jugend Torwart Lukas Terhürne (er verletzte sich im Spiel gegen die Spvgg Vreden am Knie), Simon Große-Hündfeld und Marvin Busch.

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Krüchting will selbst seinen Teil zum Gelingen beitragen, nicht nur als Trainer, sondern auch auf dem Platz. „Wenn ich fit bin und der Mannschaft damit helfen kann“, erläutert der frühere Oberligaspieler. Nicht nur seine Cleverness, Übersicht und Tore benötigt der VfB. Die Gegner horchen noch immer auf, wenn der Name Krüchting auf dem Spielbericht erscheint. Der Respekt ist groß. Zudem haben auch ein Henning Feldhaus und Stef Aagten ihre offensiven Qualitäten hinlänglich bewiesen. So hat der VfB in der langen fußballfreien Zeit Mut für die große Aufgabe geschöpft: die zweite Chance zu nutzen.

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