„Mir macht die Arbeit Spaß“

Fußball: Franz-Josef Becking im Gespräch

Der SuS Stadtlohn II ist mit Coach Franz-Josef Becking zu Saisonbeginn in die Bezirksliga aufgestiegen. Am Anfang lief es für die Mannschaft in der neuen Spielklasse noch nicht nach Wunsch und die Stadtlohner haben Lehrgeld zahlen müssen. Nach den ersten elf Runden hat sich der SuS II inzwischen auf Rang zehn verbessert. Wir haben mit Trainer Franz-Josef Becking gesprochen.

STADTLOHN

, 25.10.2016, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war ein recht durchwachsener Start in das neue Spieljahr. Woran hat es gelegen?

Wir mussten zu Saisonbeginn einige Abgänge verkraften, das war nicht so einfach. Zudem sind wir mit einem kleinen Kader das erste Bezirksligajahr angegangen. Gleich zum Auftakt haben wir eine 0:7-Klatsche in Epe kassiert. Ich habe mir anschließend mit Stefan Rahsing, den Trainer der Stadtlohner B-Jugend, einen erfahrenen Taktiker an die Seite geholt und wir haben das Training etwas umgebaut, um mehr taktische Varianten zu üben.

Wird in der Spielklasse anders Fußball gespielt als in der Kreisliga A?

Wir haben in der Kreisliga A Hurra-Fußball gespielt und waren voll offensiv ausgerichtet. Das funktioniert jetzt nicht mehr. Die Gegner sind um einiges cleverer und nutzen jeden leichten Fehler aus, das hat meine Elf auch schon erfahren müssen. Wir haben daher unser Konzept taktisch umgestellt und bauen auf eine gute und disziplinierte Arbeit in der Defensive. Vorne haben wir schnelle Leute, die kommen zu ihren Chancen.

Diese Taktik hat mit dem 6:1 am Sonntag über den TSV Marl Hüls II gut geklappt.

Wie fühlt man sich als Trainer nach so einem Sieg? Auch so einen hohen Sieg nehme ich völlig gelassen. Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass wir vorn mitmischen können. Der SuS II muss sich seine Erfolg immer wieder hart erarbeiten. Wir wollen bis zur Winterpause 15 bis 18 Punkte auf dem Konto haben und dieses Vorhaben können wir auch in die Tat umsetzen. Die Mannschaft ist charakterlich in Ordnung und zieht voll mit. Mir macht die Arbeit daher im Moment viel Spaß.

Schafft der SuS Stadtlohn den Erhalt der Bezirksliga?

Auf diese Frage gibt es nur ein ganz klares Ja. Wir haben 16 Jahre lang auf den Aufstieg in diese Liga gewartet und wollen die Klasse nicht schon nach einer Saison wieder verlassen. Der SuS Stadtlohn II soll auch in Zukunft ein Sprungbrett für die Nachwuchsspieler aus der Jugend sein, die sich in der Bezirksligaelf für die erste Mannschaft empfehlen können. Das ist für den Gesamtverein SuS Stadtlohn sehr wichtig.

Wagen Sie einen Tipp: Wer wird Meister?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, Vorwärts Epe, SG Borken und SV Lippramsdorf stehen zu Recht vorn an der Spitze. Ich kenne den Borkener Trainer Ralf Bugla persönlich recht gut, er ist ein starker Motivator. Von daher glaube ich, Borken könnte das Rennen machen.

Wo haben Sie selbst gespielt?

Ich habe mit sechs Jahren bei Eintracht Stadtlohn in der damaligen D-Jugend angefangen, bin in der B-Jugend zum SuS Stadtlohn gewechselt und mit der A-Jugend des SuS bis in die Westfalenliga aufgestiegen, das ist heute die Bundesliga West. Dann war ich zwei Jahre im Mittelfeld bei den Senioren in der Landesliga aktiv. In der Oberliga habe bei VfL Rhede und ASC Schöppingen gekickt.

Die erste Trainerstelle war bei welchem Verein?

Mit 31 Jahren als Spielertrainer bei Adler Weseke in der Kreisliga A. Danach war ich in Wüllen, beim FC Oeding, FC Vreden und SuS Stadtlohn II tätig. Ich bin jetzt 30 Jahre im Geschäft und mit Weseke, FC Vreden und dem SuS Stadtlohn II fünf Mal in die Bezirksliga ausgestiegen.

Welche Spieler sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Herausragende Fußballer waren und sind für mich Christian Schlottbohm (Adler Weseke), Kristijan Butic (FC Oeding), Birger Puszcz, Markus Schmittmann-Wehning (SuS Stadtlohn II), Christian Lansing und Mario Levers (FC Vreden).

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