Nach Corona und Handbruch: Stefan Thesker freut sich auf den HSV

rnFußball: Wüllener Profi

Eine Coronainfektion und ein Mittelhandbruch haben Stefan Thesker in diesem Jahr nur kurz gestoppt. Er steht für Holstein Kiel wieder auf dem Platz und freut sich nun auf das Derby gegen den HSV.

Wüllen

, 08.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

In seiner bisherigen Laufbahn hat Stefan Thesker kaum ein normales Jahr erlebt. Auch 2020 kam beim Wüllener in Diensten des Zweiligisten Holstein Kiel keine Langeweile auf. Als einer der ersten deutschen Profis infizierte er sich im Frühjahr nachweislich mit Corona.

Nachdem im Sommer auch noch ein Mittelhandbruch folgte, steht der 29-Jährige mittlerweile wieder auf dem Rasen und mit Kiel auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz. Vor dem Derby am Montag gegen den Hamburger SV haben wir mit ihm gesprochen.

Stefan, wie geht es Ihnen im Moment gesundheitlich?
Ganz gut. Ich hatte mir ja direkt zu Beginn der Saisonvorbereitung die Mittelhand gebrochen und war danach erst mal sechs Wochen raus. Eigentlich dachte ich immer, dass eine Handverletzung recht schnell auskuriert ist. Aber da ich keine OP wollte und keine Schrauben in der Hand hatte, musste ich recht lange aussetzen. Durch Erschütterungen hätte sonst die Gefahr bestanden, dass etwas schief zusammenwächst.

Nun haben Sie im Spiel bei Erzgebirge Aue zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem Platz gestanden und zum ersten Mal über 90 Minuten gespielt. Sind Sie schon wieder bei 100 Prozent?
Nein, das noch nicht. Das geht auch nur über Spiele. Ich denke, dass es noch vier bis fünf Wochen dauern wird. Aber ich bin fit und froh darüber, dass ich jetzt wieder auf dem Platz stehe.

Im Frühjahr hat ja schon das Coronavirus Sie außer Gefecht gesetzt. Haben Sie davon noch irgendwelche Nachwirkungen gespürt?
Nein, ich habe mich davon zum Glück komplett erholt. Von den Symptomen her hatte ich ja einen milden Verlauf und habe anschließend auch alles noch mal kontrollieren lassen. Die Lunge hat keinen Schaden davongetragen und auch sonst habe ich keine Probleme deswegen.

Ihre Mannschaft steht in der Tabelle nach gelungenem Start auf Platz drei. Nun steht das Derby gegen Tabellenführer HSV an...
Ja, wir sind bis jetzt ganz gut drauf. Montag wird natürlich geil! Das ist für den Verein immer ein besonderes Duell und seit ich hier bin, haben wir gegen Hamburg auch noch nie verloren. Ohne Zuschauer bleibt das Derby-Fieber aber schon ein wenig auf der Strecke, das muss man ganz klar sagen.

Wie schätzen Sie den HSV denn unter dem neuen Trainer Daniel Thioune ein?
Die Mannschaft spielt unter ihm schon sehr variabel, das war auch bei Osnabrück letzte Saison schon der Fall war, als er da noch Trainer war. Generell hat der HSV seine Kaderplanung dieses Jahr auch anders gestaltet als sonst. Außer Simon Terodde haben sie eher unbekannte Spieler verpflichtet. Das Konzept scheint bisher ganz gut aufzugehen, auch die Mentalität scheint sich verbessert zu haben.

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Ein Blick auf Ihre Mannschaft: Was hat sich in Kiel seit der letzten Saison verändert?
Wir arbeiten jetzt ja seit ziemlich genau einem Jahr mit unserem Trainer Ole Werner zusammen und entwickeln einige Sachen weiter. Letzte Saison waren wir zum Beispiel oft die bessere Mannschaft, haben aber trotzdem oft nicht gewonnen. Wir haben also viel daran gearbeitet, cleverer zu agieren und nicht so wild nach vorne zu spielen, wie es letzte Saison oft der Fall war. Man kann sagen, wir spielen jetzt taktischer und ergebnisorientierter.

Ist denn der aktuelle dritte Platz eine Momentaufnahme, oder kann es am Ende für die Aufstiegszone reichen?

Ich sehe da schon vier, fünf Mannschaften, die ganz oben landen können. Uns zähle ich durchaus dazu, wenn wir das, was wir bisher gezeigt haben, kontinuierlich durchziehen können. Aber in dieser Liga geht es immer so eng zu, dass es sich jetzt noch nicht vorhersagen lässt, ob wir Dritter, Fünfter oder sogar Zweiter werden. Vielleicht werden wir auch Sechster und haben trotzdem eine richtig gute Saison gespielt...

Trotzdem auch eine komische Saison wegen der Corona-Pandemie, oder?
Auf jeden Fall. Die momentane Situation hat wenig mit dem zu tun, was man eigentlich macht. Ohne Zuschauer zu spielen, ist wirklich was völlig anderes und macht deutlich weniger Spaß. Aber wir können froh sein, dass wir unseren Beruf auch in der jetzigen Lage weiter ausüben können.

Wissen Sie schon, wie lange Sie Ihren Beruf noch in Kiel ausüben werden?

Mein Vertrag läuft ja noch bis Ende dieser Saison. Es hat auch schon Gespräche gegeben. Momentan ist aber noch völlig offen, wie es weitergeht, ob der Verein oder ich vielleicht eine Veränderung will. Dafür ist sicherlich auch der weitere Saisonverlauf entscheidend. Grundsätzlich fühle ich mich hier aber weiterhin sehr wohl.

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