Nach unzähligen Trainingskilometern: Pia Heming hofft nun wieder auf Einsätze

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Nach überstandenen Knieproblemen wollte die Stadtlohner Radsportlerin Pia Heming mit den d.velop Ladies so richtig angreifen. Dann kam die Corona-Krise. Es gibt nun erste Hoffnungsschimmer.

Stadtlohn

, 03.07.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Februar zur offiziellen Teamvorstellung hatte die Welt für Pia Heming noch anders ausgesehen, so wie für die gesamte Radsportszene auch: Hochmotiviert präsentierte sich das Frauen-Bundesligateam d.velop Ladies der Öffentlichkeit. Mit dieser Mannschaft wollte die Stadtlohnerin ihre zweite Saison in Angriff nehmen. 50 Rennen standen fürs Team auf dem gut gefüllten Jahresprogramm. Dann kam die Corona-Krise und traf die gesamte Branche. Unter dem Strich steht 2020 ein einziger Auftritt zu Buche: ein „Einrollrennen“ in Herford, wie die Radsportlerin berichtet.

„Verlängerte Grundlagenarbeit“ statt Rennen

Eigentlich hätte Pia Heming am Freitagabend ein Heimspiel gehabt. Wie im Vorjahr wollte die 19-Jährige – nun „mit möglichst vielen Teamkolleginnen“ – beim traditionellen Nachtuhlenrennen an den Start gehen. Doch auch daraus wurde bekanntlich nichts, die Organisatoren vom RSC Stadtlohn hatten das Event frühzeitig abgesagt. Das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August seinerzeit ließ keinen Handlungsspielraum zu.

Und so macht Pia Heming weiter das, was möglich ist. Neben ihrem Dualen Studium trainiert sie allein oder mit ihrem Bruder und Trainer Janek Heming, Woche für Woche, Kilometer für Kilometer, auf den Wegen rund um Stadtlohn, die sie seit Kindesbeinen aus dem Effeff kennt. „Verlängerte Grundlagenarbeit“, nennt sie es.

Viel hatte sich Pia Heming in der zweiten Saison mit dem Bundesligateam d.velop Ladies vorgenommen. Doch die Corona-Krise hat allen Radsportlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es besteht aber noch die Hoffnung auf Wettbewerbe.

Viel hatte sich Pia Heming in der zweiten Saison mit dem Bundesligateam d.velop Ladies vorgenommen. Doch die Corona-Krise hat allen Radsportlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es besteht aber noch die Hoffnung auf Wettbewerbe. © © D.Velop/Mani Wollner

Das erste Jahr im Team der d.velop Ladies hatte vor allem dem Zweck gedient, Erfahrungen zu sammeln. Das anvisierte Ziel, die U23-Nachwuchswertung in der Bundesliga zu gewinnen, hat das Team erreicht. Persönlich hatte Pia Heming aber mit hartnäckigen Knieproblemen zu kämpfen, sie musste immer wieder zurückstecken. Trotzdem setzte sie Ausrufungszeichen. Im Winter suchte sie einen Spezialisten auf, der ihrem Knie „eine Art Kur" verschrieb. Mit Erfolg. „Ich konnte im Frühjahr endlich schmerzfrei trainieren.“ Und das Rennen in Herford bestreiten. „Dann sollte es richtig losgehen, aber daraus wurde bekanntlich nichts.“

Hartnäckige Knieprobleme sind überwunden

Und so wird viel trainiert, seit drei Wochen wieder mit dem Bruder, der sich bei einem Trainingssturz zu allem Überfluss verletzt hatte. „Er musste mich zwischendurch gar schon ein wenig bremsen“, schmunzelt die Frauen-Elite-Fahrerin.

Seit der Präsentation Ende Februar hat sie ihre Mannschaftskameradinnen nicht mehr gesehen. Vergangene Woche kam dann endlich die Nachricht von den Teamleitern Anne und Ralf Stambula, dass man sich bald wieder versammeln wolle. Das war bisher auch nicht möglich. „Bei uns ist das mit viel Aufwand verbunden. Wir haben Neuzugänge aus Österreich und Belgien. Nun ist noch eine Fahrerin aus München hinzugekommen. Da ist nicht viel möglich, wenn die Jugendherbergen geschlossen sind“, berichtet die Stadtlohnerin.

Erste Wettbewerbe sind in Aussicht gestellt

Und auch in Sachen Rennen tun sich erste Lichter am Ende des Tunnels auf. unter anderem soll es ein Mannschaftszeitfahren geben. „Deshalb will sich die Teamleitung auch einen Eindruck verschaffen“, so Heming. Neben zwei Rennen auf der Bahn, für die sie wahrscheinlich nicht gesetzt sei, könnte es für sie noch ein Bundesligastraßenrennen in Sebnitz geben – sofern möglich. Gerade dem eventuellen Mannschaftszeitfahren blickt sie gespannt entgegen: „Das wäre eine Premiere für mich, ganz schwer zu trainieren.“

Zuvor nutzt Pia Heming noch die Zeit, um Klausuren zu schreiben und Urlaub in Holland zu machen. „Da fahre ich komplett runter – auch wenn’s schwer fällt. Danach beginnt dann gleich die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte.“ Die ja aufgrund der Pause quasi die erste ist. Und perspektivisch blickt sie schon ins kommende Jahr – mit hoffentlich wieder einem Nachtuhlenrennen.

Vorfreude aufs Nachtuhlenrennen 2021

Noch am Montag habe ihr Bruder Janek die Abschnitte auf dem Rundkurs zeigen wollen, auf denen er rasant die entscheidenden Meter zum U19-Sieg vor einigen Jahren herausgefahren hatte. „Für eine meiner Teamkolleginnen ist das Nachtuhlenrennen nach der ersten Teilnahme schon das Lieblingsrennen“, lacht Pia Heming. Fortsetzung folgt – mit einem Jahr Verzögerung.

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