Corona-Krise verhindert das Ringen um die begehrte Nachtuhle

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Traditionell am Kirmes-Wochenende sollte die nächste Auflage des Nachtuhlenrennens stattfinden. Doch der RSC Stadtlohn hat die Veranstaltung aufgrund der ungewissen Lage frühzeitig abgesagt.

Stadtlohn

, 19.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise macht auch vor einer weiteren sportlichen Großveranstaltung in Stadtlohn nicht halt: Nach Kemper-Citylauf und Dodgeball Beach Cup kann auch das traditionelle Nachtuhlenrennen am Kirmes-Wochenende in diesem Jahr nicht stattfinden. Das gab Geschäftsführer Heiner Wilmer für den gastgebenden RSC Stadtlohn nun bekannt. Damit wird es die nächste Auflage des Stadtlohner Kriteriums erst wieder 2021 geben.

„Wir haben abgewogen und uns im Vorstand abgestimmt. Unabhängig von weiteren Erlassen der Behörden war die Entscheidung zu einer Absage frühzeitig im Grunde alternativlos“, erklärt Heiner Wilmer. Und dies, obwohl bis zum Event noch ganze drei Monate Zeit blieben und noch nicht grundsätzlich abzusehen war, wie die weitere Entwicklung in Sachen Kontaktverbot und Genehmigung von (Sport-)Veranstaltungen vonstattengehen wird.

„Für eine Veranstaltung in dieser Größenordnung benötigt man Planungssicherheit und Vorlaufzeit – sowohl organisatorisch als auch sportlich. Diese war in dieser dynamischen Zeit nicht gegeben, die Entwicklung ist unvorhersehbar“, so Wilmer.

Planungssicherheit ist nicht gegeben

Insbesondere sei das Risiko, wirtschaftliche Verpflichtungen einzugehen, auf denen man bei einer kurzfristigen Absage buchstäblich „sitzen bleibe“, zu hoch: „Das Gros sind Fixkosten. Wir als Veranstalter tragen eine große Verantwortung für Aktive, Zuschauer, Helfer und natürlich auch für die vielen treuen Förderer. Das Nachtuhlenrennen lebt von allen Beteiligten – und alle sind von der aktuellen Krise betroffen“, so Wilmer.

Geschäftsführer Heiner Wilmer (l.) und der Vorsitzende Heiner Daniels tragen mit der frühzeitigen Absage der unsicheren Entwicklung in der Corona-Krise Rechnung.

Geschäftsführer Heiner Wilmer (l.) und der Vorsitzende Heiner Daniels tragen mit der frühzeitigen Absage der unsicheren Entwicklung in der Corona-Krise Rechnung. © Michael Schley

Letztlich hätten die Erlasse der Bundesregierung vom vergangenen Mittwoch den Organisatoren vom RSC Stadtlohn die Entscheidung auch abgenommen. „Wenn Schützenfeste abgesagt werden müssen, dann gilt auch das Nachtuhlenrennen als Großveranstaltung", so Heiner Wilmer.

Vor allem vor der Stadthalle, wo sonst die besondere Atmosphäre beim Stadtlohner Kriterium herrscht, drängen sich die Radsportfans oft Schulter an Schulter. „Das gehört zum Kriterium einfach dazu. Noch wissen wir ja nicht einmal, ob das Kontaktverbot überhaupt aufgehoben wird oder wie weitere Beschränkungen aussehen werden", so Wilmer. In der Summe werde man so seiner großen Verantwortung gerecht.

„Eine Entscheidung der Vernunft“

Das sieht der Sportliche Leiter Dieter Niehues ebenso: „Das ist eine Entscheidung der Vernunft im Sinne aller. Die Erlasse der Behörden sind absolut gerechtfertigt, die Gesundheit hat Vorrang.“ Natürlich habe man schon Arbeit in die Vorbereitungen investiert. „Doch das hält sich noch in Grenzen.“ Als Verantwortlicher für die Zusammensetzung der Felder merkt er zudem die aktuell schwierige Situation für die Sportler an: „Die gesamte Szene liegt auf Eis, alles ist abgesagt und verschoben. Training ist nur allein oder zu zweit möglich.“

Im vergangenen Jahr zeigte sich die Stadtlohnerin Pia Heming (M.) mit ihrem Bundesligateam auf der Strecke.

Im vergangenen Jahr zeigte sich die Stadtlohnerin Pia Heming (M.) mit ihrem Bundesligateam auf der Strecke. Eine Wiederholung war in diesem Jahr geplant. © Johannes Kratz

Gerne hätten auch einige Lokalmatadoren des RSC wieder ihre „Heimspiele“ absolviert. „Ich treffe sie hin und wieder mal, alle trainieren im Rahmen der Möglichkeiten fleißig. Aber unbefriedigend ist die Lage für alle schon.“

Mit neuem Mut ins Jahr 2021

Das bestätigt Pia Heming: „Im Moment weiß so recht niemand, wie es weitergeht. Stadtlohn hatten wir fest im Plan, an diesem Wochenende wäre ein Bundesligarennen vor der Haustüre in Steinfurt gewesen. Sehr schade, es ist nun mal nicht zu ändern.“ Die Stadtlohnerin tritt im zweiten Jahr für das Frauen-Bundesligateam d.velop Ladies an. Mehr als ein „Einrollrennen“ in Herford konnte sie noch nicht absolvieren im Sportjahr 2020.

Dieter Niehues hat in einem Punkt ein gutes Gefühl – so bitter eine Absage auch immer sei, alle im RSC fieberten schließlich auf ihr Jahreshighlight hin: „Wir haben Fakten geschaffen.“ Man müsse die Situation nun einfach akzeptieren und mit neuem Mut ins Jahr 2021 gehen. Und darauf freut sich auch Pia Heming schon...

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