Nächster Halt Bochum: VfL ist Maik Liesbrocks fünfte Profistation

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Der Ottensteiner Physiotherapeut Maik Liesbrock ist zurück im Geschäft. Der 36-Jährige spricht über die Veränderungen durch Corona, Geisterspiele und seinen neuen Job bei den Bochumer Profis.

Ottenstein

, 07.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit seinem Abschied von Eintracht Frankfurt hatte Maik Liesbrock den Profifußball fürs Erste hinter sich gelassen und sich mit einer Praxis für Sportosteopathie und Physiotherapie selbstständig gemacht. Als dann aber der Anruf vom VfL Bochum 1848 kam, musste der Ottensteiner nicht lang überlegen.

„Der VfL ist ein gut aufgestellter Verein mit regionaler Identität, einer großen Tradition und einem familiären Umfeld. Ich wollte gern mithelfen, die medizinische Abteilung durch meine Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren sammeln konnte, weiterzuentwickeln“, sagt Maik Liesbrock im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Auch wegen der coronabedingten Verschiebungen der Zweitliga-Saison, in der es zum Beispiel keine Winterpause geben wird, wollte der VfL sein Team aufstocken.

„Belastung wird sich bemerkbar machen“

Jetzt, wo die Vorbereitung ohne schwerwiegende Verletzungen überstanden und die Saison gerade erst losgegangen ist, hält sich die Verletztenlage im Rahmen, so dass dem Trainer fast der komplette Kader zur Auswahl steht, erzählt Maik Liesbrock. „Aber wenn dann die Englischen Wochen mit drei Spielen in einer Woche kommen, wird sich die Belastung der Spieler sicherlich bemerkbar machen Wie hoch das Verletzungsrisiko ist, lässt sich nur schwer abschätzen.“

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Auch bereite die Corona-Epidemie den VfL-Ärzten und Physios zusätzlichen Aufwand. „Alle müssen weiterhin zweimal wöchentlich einen Coronatest machen. Jetzt in der Erkältungszeit arbeiten wir auch viel präventiv mit den Spielern, um Erkrankungen vorzubeugen.“

Grundsätzlich sei Liesbrocks Arbeitsalltag durchaus vergleichbar mit dem bei seinen bisherigen Stationen Borussia Dortmund, FC St. Pauli, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt. „Man merkt, dass der VfL lange in der Bundesliga gespielt hat. Die Strukturen sind sehr professionell.“ Allein die Tatsache, dass der VfL vier Physiotherapeuten beschäftigt, sei für das Unterhaus alles andere als Standard.

Maik Liesbrock behandelt hier mit seinem Physio-Kollegen Frank Zöllner den VfL-Profi Silvère Ganvoula. Trainer Thomas Reis wirft einen prüfenden Blick rüber.

Maik Liesbrock behandelt hier mit seinem Physio-Kollegen Frank Zöllner den VfL-Profi Silvère Ganvoula. Trainer Thomas Reis wirft einen prüfenden Blick rüber. © Revierfoto

Was der Ottensteiner mit den Bochumern wohl in naher Zukunft nicht erleben wird, sind die Auftritte auf europäischer Bühne, die er noch in der Saison 2018/19 mit Eintracht Frankfurt genießen durfte. Die Hessen verpassten das Finale erst im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea. Spiele in Lissabon, London, Marseille, Mailand, das seien echte Highlights in Liesbrocks bisheriger Laufbahn gewesen.

Interessante Duelle in der Zweiten Liga

Doch auch beim VfL ist er mit Leib und Seele am Spielfeldrand dabei und kann sich auf interessante Duelle freuen. Eines hat er direkt am ersten Spieltag erlebt, als es gegen die früheren Kollegen vom FC St. Pauli ging. Gewöhnungsbedürftig ist aber auch für den 36-Jährigen noch der Profifußball ohne Zuschauer. „Im DFB-Pokal hatten wir ja ein Geisterspiel, das ist echt ein bisschen spooky. Aber in den ersten beiden Ligaspielen zu Hause hatten wir dann rund 3.500 und 4.500 Zuschauer, da ist schon ganz gut Stimmung aufgekommen.“

In seiner sportlichen Erwartungshaltung für die Saison hält es Liesbrock mit den Verantwortlichen um Geschäftsführer Sport, Sebastian Schindzielorz, und Cheftrainer Thomas Reis: Aufstiegsdruck soll es nach dem durchwachsenen Abschneiden der vergangenen Spielzeiten keinen geben. „Die 2. Bundesliga ist verdammt eng, jeder kann jeden schlagen. Wir wollen in ruhigem Fahrwasser bleiben. Zu einem Aufstieg gehören immer so viele Faktoren, das kann man sowieso schlecht vorhersagen“, weiß Liesbrock. Aktuell liegt der VfL als Tabellenfünfter ordentlich im Rennen.

Dazu, dass das so bleibt, will auch der Physiotherapeut seinen Teil beitragen und in seinen Fachgebieten Osteopathie und Heilpraktik so gut wie möglich für die Gesundheit der Profis sorgen.

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