Peter Ellermann zurück in Südlohn: „Das ist wie bei einem Atomkraftwerk“

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Peter Ellermann hat das Training mit dem SC Südlohn aufgenommen. Im Interview verrät er, was seine Rückkehr mit Atomkraft zu tun hat, und was er vom Vergleich mit Jupp Heynckes hält.

Südlohn

, 28.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Anfang Dezember hat sich der SC Südlohn überraschend von Trainer Carsten Potthoff getrennt. Mit Peter Ellermann hat nun der Südlohner Meistertrainer von 2015 übernommen. Kurz vor dem ersten Testspiel des Winters haben wir mit dem 69-Jährigen gesprochen und wie gewohnt unterhaltsame Antworten erhalten.

Wie haben Sie die Rückkehr auf den Trainingsplatz in Südlohn erlebt?
Es war fast, als wäre ich nie weggewesen. Das Schöne ist ja, dass der Kontakt nie abgerissen ist und daher im Grunde keine große Eingewöhnung nötig war. Ich habe zu den Jungs gesagt: Das ist wie bei einem Atomkraftwerk. Ich war ein paar Jahre vom Netz, aber jetzt ist der Stecker wieder drin und der Reaktor muss langsam wieder hochfahren. Es hat auf jeden Fall von der ersten Minute an wieder Spaß gemacht.

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Was hat sich seit ihrem Weggang im Sommer 2016 verändert?
Von der Mannschaft her erstaunlich wenig. 70 Prozent der Spieler kenne ich noch von damals, auch die anderen machen einen hervorragenden Eindruck. Getan hat sich ja hauptsächlich im Umfeld einiges. Zu meiner Zeit damals haben wir ja noch auf roter Asche trainiert. Jetzt mit dem neuen Kunstrasen sind die Bedingungen natürlich wunderbar. Ohne Pfützen, die auf dem Ascheplatz stehen, fällt es den Spielern bei einem Wetter wie jetzt natürlich leichter, sich fürs Training zu motivieren.

Im Verein machte bei Bekanntgabe Ihrer Rückkehr schon der Vergleich mit Jupp Heynckes die Runde. Finden Sie ihn passend?

Jetzt wollen wir mal nicht übertreiben. Mich mit ihm auf eine Stufe zu stellen, ist natürlich Unsinn. Allein schon, wenn man sein Konto mit meinem vergleicht. Das einzige, was ihn und mich wirklich verbindet, ist die Liebe zu Borussia Mönchengladbach. Mein Herz schlägt schon seit über 50 Jahren für den Verein.

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Zunächst haben Sie und der SC Südlohn eine Zusammenarbeit bis Saisonende vereinbart. Ist das fix oder noch verhandelbar?
Nein, das ist unumstößlich! Ich will dem Verein dabei helfen, sich in Ruhe für die nächste Saison aufzustellen und denke, dass ich dann im Sommer meine Schuldigkeit getan habe. Außerdem steht im September der 70. Geburtstag an, da muss es dann auch mal gut gewesen sein. Fragen Sie mal einen 70-Jährigen, der bei so einem Wetter abends zwei Stunden draußen im Regen stehen muss. Da muss man schon fußballverrückt sein, was bei mir der Fall ist. Trotzdem: Im Sommer ist dann Schluss.

Am Freitag steht das erste Testspiel bei ihrem langjährigen Klub SV Gescher an. Was erwarten Sie dabei von Ihrer Mannschaft?
In so einem ersten Spiel muss jeder Spieler erst mal in sich selbst reinhorchen, wie die körperliche Belastung ankommt. Großartiger Kombinationsfußball wird dann wohl noch nicht zu sehen sein. Im Anschluss daran müssen wir dann sehen, dass jeder in Richtung der 100 Prozent kommt. Immerhin bleiben uns ja nur rund drei Wochen bis zum ersten Ligaspiel gegen den FC Ottenstein. Die Gescheraner sind noch früher wieder dran, daher werden sie wahrscheinlich schon etwas fitter sein als wir.

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Wie sieht eigentlich die Arbeitsteilung zwischen Ihnen und dem spielenden Co-Trainer Jörg Krüchting aus?
Das ist ganz klar abgesprochen. Jörg ist in seinem dritten Jahr als Co-Trainer und hat eine Perspektive im Trainerbereich. Ich bin zwar offiziell der Cheftrainer, aber Jörg ist mindestens gleichwertig. Ich schicke ihn sogar ein bisschen nach vorne, auch damit er als Trainer lernen und sich zeigen kann. Ich muss mich nicht mehr beweisen und sehe mich eher in der Rolle, dass ich Jörg den Rücken von Problemen und Ärger freihalte.

Wie gut wissen Sie über die aktuelle Kreisliga A Bescheid und auf welchem Tabellenplatz wollen Sie sich am Saisonende mit dem SC ‘28 einordnen?

Ich habe ja fünf Jahre in der Liga trainiert und meine Unterlagen von damals nicht weggeworfen. Da es ja hier nicht wie im Ruhrgebiet zugeht, wo die Mannschaften jedes Jahr sieben, acht neue Spieler haben, denke ich schon, dass ich die Gegner noch recht gut einordnen kann. Was die Tabelle angeht wollen wir möglichst schnell in den sicheren Hafen, also uns deutlich von den unteren Plätzen absetzen und dann mal schauen, ob es noch ein bisschen nach oben geht.

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