Pokalfinale: Vreden ist Favorit, aber Stadtlohn nicht chancenlos

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Es kann nur einen geben: Am Samstag stehen sich die SpVgg Vreden und der SuS Stadtlohn im Endspiel des Kreispokals gegenüber. Die Rollen sind klar verteilt – zumindest scheinbar.

Legden

, 28.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Duell SpVgg Vreden gegen SuS Stadtlohn darf sicher als das Derby der 2000er-Jahre im Altkreis Ahaus bezeichnet werden. Viele Duelle lieferten sich die Nachbarklubs unter anderem in der Westfalenliga. Am Samstag stehen sich die Kontrahenten ab 15 Uhr im Pokalfinale in Legden gegenüber.

Nachdem die Stadtlohner lange Zeit die Nummer eins im Fußballkreis waren, unter anderem zuletzt von 2014 bis 2017 in der Oberliga, sind sie nach drei Abstiegen in Serie „nur noch“ in der Bezirksliga vertreten. Den Rang abgelaufen haben ihnen in den vergangenen Spielzeiten die Vredener, ihrerseits in der anstehenden Saison erstmals Oberligist. Doch nicht nur die jüngste Entwicklung gibt diesem Duell die besondere Würze. Die sportliche Rivalität währt schon deutlich länger.

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Und nun treffen beide Teams mal wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. Und dann auch noch in einem Finale. Entsprechend vorfreudig gehen die Blau-Gelben und Blau-Weißen in das Duell im Legdener Dahliendorfstadion. Hier holten sich die Vredener letztmals 2017 den Pott, der SuS folgte ein Jahr später in Wüllen als Titelträger.

Im Gegensatz zu den Endspielen der vergangenen Jahre geht es am Samstag allerdings nicht um ein Ticket für den Westfalenpokal. Für den sind beide Klubs bereits qualifiziert. Der SuS darf als Vizemeister der vergangenen Bezirksliga-Saison für „Corona-Meister“ TuS Haltern II nachrücken. Der Fußballkreis darf ein weiteres Team für den Verbandswettbewerb melden. Das wird die SpVgg sein, entweder als Pokalsieger oder als Vize.

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Engin Yavuzaslan, neuer Trainer der Vredener, ist mit der DJK Coesfeld amtierender Titelträger. Mit seinem neuen Klub will er nun direkt den ersten großen Erfolg feiern. „Wir sind absolut heiß aufs Finale, wollen natürlich den Titel holen und das Spiel nach Möglichkeit von der ersten Minute an bestimmen“, sagt der Coach. Dem Gegner erweist er dabei den gebührenden Respekt. „Stadtlohn steht nicht umsonst im Finale, die haben namhafte Gegner ausgeschaltet.“

Grundsätzlich erwartet der Vredener Coach ein spannendes Spiel, in dem es für seine Elf darum, passende Lösungsansätze zu finden. „Die Stadtlohner werden uns wenig Platz geben, darauf müssen wir uns einstellen.“ Verzichten muss Yavuzaslan im Finale auf Kapitän Jannik Enning, Niklas Niehuis, Bas Reekers sowie Raul Völkering – allesamt Defensivspieler.

Neuzugang Maximilian Hinkelmann (l.) hofft auf seinen ersten Titel mit der SpVgg Vreden.

Neuzugang Maximilian Hinkelmann (l.) hofft auf seinen ersten Titel mit der SpVgg Vreden. © Sascha Keirat

Dem SuS fehlt es dagegen ein Stück weit an Erfahrung, muss er doch ohne Mario Thentie, Eswin Vreven und Lars Sparwel auskommen. Doch das nimmt Trainer Stefan Rahsing scheinbar gelassen. „Wir haben in diesem Spiel überhaupt nichts zu verlieren. Wir sind stolz darauf, das Finale erreicht zu haben, nehmen es aber als Bonusspiel und willkommene Generalprobe für den Ligastart nächste Woche gegen Vorwärts Epe.“

Den Druck sieht der Trainer klar auf Vredener Seite. „Die werden die Erwartungshaltung haben, dass sie uns aus dem Stadion schießen. Jede Minute, die es unentschieden steht oder wir sogar führen, wird es in ihren Köpfen mehr arbeiten. Wir können dagegen locker, frei und fröhlich aufspielen.“

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Dass der SuS in der Lage ist, auch höherklassige Mannschaften zu bezwingen, hat er in den vorherigen Pokalrunden bewiesen, mit Siegen gegen Westfalenligist GW Nottuln und Landesligist Eintracht Ahaus. „Wir versuchen natürlich, auch dieses Spiel zu gewinnen, aber eben ohne Druck“, sagt Rahsing.

Dass die Kulisse mit 300 Zuschauern kleiner sein wird als es die Partie verdient hätte, nehmen beide Trainer gelassen. Engin Yavuzaslan: „Das ist natürlich schade, aber besser, als wenn wir gar nicht spielen dürften. Mit den Rahmenbedingungen werden wir klarkommen.“ Und gefeiert wird im Anschluss mit Sicherheit auch ein wenig. In blau-gelb, oder doch in blau-weiß?

Der Weg ins Finale

SuS Stadtlohn
  • 1. Runde: DJK Stadtlohn (A) 4:1
  • 2. Runde: SF Graes (A) 10:1
  • Achtelfinale: Eintracht Ahaus (H) 8:6 n.E.
  • Viertelfinale: GW Nottuln (H) 4:2
  • Halbfinale: SG Coesfeld (A) 2:0
SpVgg Vreden
  • 1. Runde: Union Lüdinghausen (A) 6:0
  • 2. Runde: DJK Rödder (A) 9:0
  • Achtelfinale: VfL Billerbeck (A) 5:1
  • Viertelfinale: SuS Legden (A) 3:1
  • Halbfinale: ASC Schöppingen (A) 7:1
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