Schiedsrichter Alexander Wensing sammelt Trikots

Fußball: Besondere Leidenschaft

Vor Alexander Wensing liegt ein ganzer Tisch voller Schiedsrichter-Trikots. An die 40 Stück besitzt der Ahauser mittlerweile. Und jedes Jahr kommen etliche dazu. „Immer zur WM und EM gibt es neue Kollektionen“, erklärt der 30-Jährige, der für Eintracht Ahaus pfeift.

AHAUS

14.10.2016, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schiedsrichter Alexander Wensing sammelt  Trikots

ine stattliche Sammlung an Schiedsrichter-Trikots hat sich beim Ahauser Alexander Wensing angehäuft.

Das heißt für den Oberliga-Schiedsrichter, der auch in der Regionalliga an der Linie steht, vier Farben in lang- und kurzärmelig. „Dieses Mal habe ich auch farbige Stutzen genommen“, sagt Wensing schmunzelnd. Die Zeiten, in denen die Unparteiischen auf dem Feld nur tristes Schwarz trugen, sind längst vorbei.

Auf ein Trikot ist er besonders stolz: ein Geschenk des ehemaligen Fifa-Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer. Das erhielt Wensing als Bester bei einem Test. „Ein paar Trikots habe ich schon verschenkt“, sagt der Industrie-Kaufmann. Er hilft gerne Jüngeren mit Trikots aus. Die Kameradschaft im Team und der Austausch untereinander begeistern den 30-Jährigen besonders. Am liebsten pfeift er im Gespann. „Das sind etwa drei Viertel meiner Spiele. Für jüngere Kollegen ist das oft ein tolles Erlebnis, als Assistent an der Linie zu stehen.“

Mit Kehl und Dede

Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn war sein Einsatz als Assistent beim Freundschaftsspiel SpVgg Vreden gegen Borussia Dortmund – „mit Kehl und Dede“, wie sich Wensing erinnert. Auch die beiden Freundschaftsspiele des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf in Neuenkirchen und Emsdetten, die er selbst gepfiffen hat, sowie ein A-Jugend-Turnier beim TSV Marl-Hüls unter anderem mit Real Madrid, FC Liverpool, Benfica Lissabon, Schalke 04 und Borussia Dortmund waren herausragende Ereignisse.

Aber auch im Liga-Alltag kommt es zu interessanten Begegnungen. So wie am ersten Spieltag dieser Saison. Vor 2350 Besuchern assistierten Alexander Wensing und sein Vereinskamerad Marcel Benkhoff dem Rheinenser Philip Holzenkämpfer bei der Regionalliga-Partie SC Wiedenbrück gegen RW Essen (0:2). Schon Tage vorher waren „alle 1000 Auswärtskarten verkauft“, so Wensing.

Wenn mit Balljungen gespielt wird, geht das ruckzuck. Du hast keine Pausen.“ Das Tempo sei einfach viel höher als in unteren Klassen. Und der Druck größer. Vor allem, wenn die Zuschauer schon einen Meter hinter den Assistenten stehen. Aber auch der Druck von Verbandsseite. „Bei einem neuen Oberliga-Schiedsrichter wird jedes Spiel beobachtet“, erklärt Alexander Wensing. Da darf man sich nicht zu viele Fehler erlauben, sonst droht – wie den Mannschaften – der sportliche Abstieg.

Uwe Doods als Vorbild

Doch davon lässt sich der 30-Jährige nicht abschrecken. Genauso wenig wie von einem Herrenspiel, das er als 17-Jähriger leitete. 13 Mal Gelb und drei Platzverweise war die bittere Bilanz. „Da war alles drin“, kann er heute darüber lachen. „Das hat mich angestachelt.“ Er wollte sich verbessern. Der Ahauser, der auch Lehrwart im Fußballkreis ist, richtete immer den Blick nach oben. Sein Vorbild war der Stadtlohner Oberliga-Schiedsrichter Uwe Doods, den er von Schulungen kannte.

Bis zur A-Jugend spielte Alexander Wensing als Torwart bei Eintracht Ahaus. Eineinhalb Jahre spielte und pfiff er parallel. Dann zog er die Handschuhe aus. „Ich dachte, mit dem Pfeifen könnte es besser klappen“, so Wensing. Er behielt Recht.

Jetzt ist er bis zur Regionalliga im Einsatz. Und das bedeutet vor allem lange Arbeitstage. Nicht selten kommt es vor, dass er von 10 bis 20 Uhr unterwegs ist. Seine Freundin Anne zeigt Verständnis für die Leidenschaft zum Pfeifen. Kein Wunder, hat die Grundschullehrerin doch selbst früher bei Union Wessum Fußball gespielt. Und in noch etwas mischt sie sich nicht ein: Welche Trikotfarbe Alexander Wensing das nächste Mal auf dem Fußballplatz trägt. 

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