Sommersaison: Über die Hälfte der Teams im Münsterland tritt nicht an

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Die Sommersaison im Münsterland wird mit deutlich weniger Teams starten als erwartet. Der Spielbetrieb wird in einigen Ligen nicht zustande kommen – generell steht er auf wackeligen Beinen.

Kreis

, 23.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich hatten sich für die Sommersaison 2020 im Tennisbezirk Münsterland 1006 Mannschaften im Erwachsenenbereich angemeldet. Bis Mittwoch, 20. Mai, hatten die Teams die Möglichkeit, sich wieder abzumelden. Der Westfälische Tennisverband (WTV) hatte die Saison zur Übergangssaison auf freiwilliger Basis ohne Absteiger erklärt.

Bei den Teams von der Münsterlandliga bis zur untersten Kreisklasse haben viele Mannschaften von der Möglichkeit der Abmeldung Gebrauch gemacht, wie Bezirkssportkoordinator Ludger Niehoff auf Anfrage erklärt: „Wir haben 542 Abmeldungen, das sind 53,88 Prozent aller Mannschaften im Erwachsenenbereich im Münsterland. Im gesamten WTV sind es 42 Prozent.“

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Der Münsteraner habe mit weniger gerechnet, „so 30 bis 40 Prozent“, wie er sagt. Er könne es aber durchaus nachvollziehen, wenn eine Mannschaft nicht antreten wolle. „Es ist doch okay, wenn die Vereine so vernünftig sind und kein Risiko eingehen wollen.“

Lange Fahrten in mehreren Autos

Vorsicht ist die eine Sache, praktische Überlegungen die andere. So spricht etwa Elisabeth Hollekamp von den Damen 50 des Heeker TC (Westfalenliga) die weiten Fahrten nach Ostwestfalen an, die möglicherweise in mehreren Autos absolviert werden müssten. Auch dass die Saison bis in den Spätsommer hinein gespielt werden soll, kommt einigen Heekerinnen nicht gut aus. Sie haben sich entschlossen, in dieser Saison nicht anzutreten.

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Das gilt auch für viele andere Mannschaften in den Münsterland-Klassen. Zum Beispiel bei Union Wessum, wo das Verhältnis zwischen An- und Abmeldungen der Teams laut Abteilungsleiter Frank Blömer bei 50:50 liegt. „Ich denke, dass generell Mannschaften mit Aufstiegsambitionen sich eher anmelden. Für andere spricht vielleicht dagegen, dass das gesellige Beisammensein nach den Spielen fehlen wird.“

Neben den Teams, die von sich aus verzichten, werde es auch vonseiten des Tennisbezirks noch Abmeldungen geben, wie Ludger Niehoff erklärt. „Wenn in einer Liga weniger als vier Mannschaften antreten, dann wird die Saison nicht gespielt. Wo es passt, werden wir aber Ligen zusammenlegen. Zum Beispiel in der Damen-Bezirksklasse, wo aus drei Gruppen nun zwei werden.“ Diese Regelung gilt im Bezirk Münsterland, nicht im WTV generell.

Lena Arntzen und die Damen 30 des TV BW Stadtlohn haben voraussichtlich nur noch drei statt ursprünglich sechs Gegner in der Regionalliga.

Lena Arntzen und die Damen 30 des TV BW Stadtlohn haben voraussichtlich nur noch drei statt ursprünglich sechs Gegner in der Regionalliga. © Michael Schley

Einige Mannschaften werden sich auf eine Saison mit deutlich weniger Spielen einstellen müssen. Zum Beispiel die klassenhöchste Mannschaft der Region, die Damen 30 des TV BW Stadtlohn in der Regionalliga. Von sieben Teams haben sich in der Liga drei abgemeldet. Lutz Rethfeld vom WTV-Vorstand bekräftigt aber, dass gespielt werden soll. „Selbst wenn es nur zwei Mannschaften wären, könnten sie gegeneinander spielen, denn einen Aufsteiger gibt es ja in der Liga nicht. Der Gewinner kommt zur Deutschen Endrunde.“

Tennisverein BW Stadtlohn kann Regeln einhalten

Der Stadtlohner Klubvorsitzende Frank Brockordt spricht sich ebenfalls klar für den Spielbetrieb aus. „Bei uns hat sich auch bis auf die beiden Damen 40er-Teams keine Mannschaft abgemeldet. Wir haben auf unserer Anlage gute Möglichkeiten, die Abstands- und Hygienevorschriften einzuhalten.“ Dass der gemütliche Part, also zum Beispiel ein gemeinsames Getränk nach dem Spiel, in dieser Saison fehlen werde, sei zu verkraften.

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Dieser Meinung ist auch Robin Möllers, Vorsitzender der neugegründeten TG Stadtlohn/Ahaus. „Wir freuen uns auf die Spiele und werden mit allen vier Mannschaften in die Saison gehen.“ Christian Terschluse, Vorsitzender des TV RW Vreden, meint: „Klar wird es eine ganz andere Saison werden, die vielleicht auch nicht so viel Spaß macht wie eine normale. Aber wichtig ist doch, dass wir überhaupt wieder spielen können.“

Dafür haben Vereine und Verantwortliche schon vieles in die Wege geleitet. Allerdings stellt Lutz Rethfeld eine Sache klar: „Mir kommt in der ganzen Diskussion immer etwas zu kurz, dass die Saison überhaupt nur dann stattfinden kann, wenn die Politik am 30. Mai weitere Lockerungen beschließt. Denn nach den jetzigen Regelungen, ohne Gastronomie, ohne Umkleidekabinen und ohne echte Fahrgemeinschaften zu den Auswärtsspielen, wird das nicht funktionieren.“

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