Spenden-Challenge: FC Ottenstein will sich fit halten und Gutes tun

rnFußball und Corona

Auch die Fußballtrainer des FC Ottenstein haben sich Gedanken gemacht, wie sie ihr Team in der Corona-Krise fit halten können. Von der Spenden-Challenge sollen aber auch andere profitieren.

Ottenstein

, 31.03.2020, 10:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihren Spielern einfach nur einen Trainingsplan mit nach Hause zu geben, war den Fußballtrainern des FC Ottenstein doch etwas zu wenig. So haben sie sich Gedanken gemacht und eine Idee für die Corona-Krise erarbeitet: Seit vergangenem Freitag läuft die „Sport-Spenden-Challenge“, an der sich fürs Erste die drei Männerteams und die Frauenmannschaft des FCO beteiligen.

Die Idee habe Thomas Gerwing von der ersten Mannschaft an seine Trainerkollegen herangetragen. „Und wir fanden sie super“, sagt Hendrik Boing, Coach der Zweiten. „Der Grundgedanke ist es, dass die Spieler, die sich ja normalerweise dreimal pro Woche auf dem Platz sehen würden, weiter in Kontakt bleiben. Außerdem sollen sie sich fit halten und damit Geld einsammeln, das wir hinterher für einen gemeinnützigen Zweck spenden“, erklärt Boing. „So schlagen wir gleich drei Fliegen mit einer Klappe.“

Manni Terhürne aus der zweiten Mannschaft des Vereins trainierte für die Spenden-Challenge mit einer Rolle Klopapier.

Manni Terhürne aus der zweiten Mannschaft des Vereins trainierte für die Spenden-Challenge mit einer Rolle Klopapier.

Und das Ganze funktioniert so: Die Mannschaften haben sich vorgenommen, bis zum 30. April einen Betrag von 1920 Euro zusammenzubekommen - in Anlehnung an das Gründungsjahr des Vereins, der in diesem Jahr sein 100-Jähriges feiert. Das Geld generieren die Spieler der einzelnen Mannschaften über ein festgelegtes Punktesystem.

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Zum Beispiel gibt es einen Punkt für jeden gelaufenen Kilometer, 25 Punkte für 30 Kilometer Radfahren oder 25 Punkte für ein Homevideo. „Da geht es darum, sich filmen zu lassen, zum Beispiel beim Hochhalten einer Klopapierrolle“, so Hendrik Boing. „Einer unserer Spieler hat daran besonders Gefallen gefunden und jetzt allen Mitspielern 20 Cent für jeden Kontakt geboten. Wenn also jemand die Rolle zehnmal hochhält, kriegt er zwei Euro. So entwickelt das Ganze eine Eigendynamik.“

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Ihre sportlichen Leistungen müssen die Fußballer über eine App dokumentieren, damit sie in die Wertung eingehen. Das Ziel jeder Mannschaft ist das Erreichen von 1920 Punkten. Für jeden Punkt wird ein Spendenbetrag festgelegt. So würden bei einem Minimalbetrag von einem Cent pro gesammeltem Punkt 19,20 Euro zusammenkommen. Als Spender dafür sollen sich die Spieler Personen aus ihrem privaten Umfeld, Nachbarn, Eltern oder Freunde suchen. „Wir gehen damit bewusst nicht auf Firmen zu, weil wir ja wissen, dass es viele in dieser Zeit schwer haben“, so Hendrik Boing.

Projekt ist gut angelaufen

Das Projekt sei bereits übers Wochenende gut angelaufen. „Einer unserer Spieler, der ohnehin viel Rad fährt, hat direkt 200 Kilometer hingelegt und damit schon 100 Punkte für die Mannschaft gesammelt“, nennt Hendrik Boing ein Beispiel. Und er würde sich freuen, wenn zum Beispiel auch Jugendmannschaften des Vereins sich dem Projekt anschließen würden, oder es außerhalb des FCO Nachahmer fände.

Frank Lefering, Vorsitzender des FC Ottenstein, lobt das Engagement der Fußballtrainer: „Ich finde die Idee total gut und sie zeigt, dass gerade in Zeiten wie diesen das Ehrenamt aufblüht.“

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