Mit Video: Tischtennis-Talent (er)findet den idealen Trainingspartner

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Aktuell herrscht beim SC Südlohn aufgrund der Corona-Krise ein Trainingsverbot. Die Pause nutzte der zehnjährige Mats Frieling: Er baute mit dem Vater einen Tischtennis-Roboter – aus Lego.

Südlohn

, 17.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Not macht bekanntlich erfinderisch: Das dachte sich auch der zehnjährige Mats Frieling aus Südlohn. In Zeiten der Corona-Krise, allgemeinem Kontaktverbot, Sport- und Trainingseinschränkungen und jetzt auch noch Schulferien musste er sich etwas einfallen lassen, um seinem Hobby weiter nachgehen zu können.

Der Tischtennis-Nachwuchsspieler aus der erfolgreichen U13 des SC Südlohn nutzte die Ostertage, um gemeinsam mit Vater Stefan aus Lego-Technik einen Tischtennis-Roboter zu bauen. Mit großem Erfolg.

Der Roboter bietet aktuell eine tolle Alternative – bis das Training im SC wieder aufgenommen werden darf. Auch dann eignet er sich zum Zusatztraining daheim.

Der Roboter bietet aktuell eine tolle Alternative – bis das Training im SC wieder aufgenommen werden darf. Auch dann eignet er sich zum Zusatztraining daheim. © privat

In einer Zwangspause mit nicht vorhandenen Trainingsmöglichkeiten im Verein hat der Südlohner nun einen idealen Trainingspartner gefunden. „Irgendwann ist das Programm im Garten auch ausgereizt. Und ich stehe ja auch wegen der Arbeit als Spielpartner nicht immer zur Verfügung, der Bruder ist noch zu klein“, erklärt Vater Stefan Frieling.

Und so kam gemeinsam die Idee zum Tischtennis-Roboter auf. Eine derartige Ballmaschine kostet allerdings zwischen 600 und 1000 Euro. „Das können wir selbst“, dachte sich der Schüler, der seit dem dritten Schuljahr für den SC aktiv ist.

Mit Geduld und Ausdauer zum Ziel

Einige Tausend Lego-Klötze aus früheren Jahren, etwas Strom und natürlich genügend Tischtennisbälle waren vorhanden. Mit Unterstützung durch den Vater wurde aus der Idee nach mehreren Stunden eine voll funktionstüchtige Lego-Tischtennis-Ballmaschine.

„Ungefähr drei Tage haben wir gebraucht. Mein neuer Trainingspartner meckert nie, spielt die Bälle immer genau dahin, wo sie hin sollen: mal links in die Rückhand, mal rechts in die Vorhand – zum Üben der ideale Partner“, lacht der Schüler.

„Mats ist ein echter Technik-Freak. Meist war er schon vor dem Frühstück damit beschäftigt, die Ideen, die über Nacht kamen, gleich umzusetzen“, berichtet Vater Stefan auch von so manchem „Frusterlebnis“. „Er hat aber die nötige Energie, Ausdauer und Geduld, um Dinge zu Ende zu bringen. Er hatte fast mehr Spaß am Bauen als nun am Spielen.“

Mannschaft ist begeistert

Vom Spiel mit dem neuen „Trainingspartner“ drehte Mats Frieling umgehend ein Video und schickte es in seine Tischtennis-Gruppe. „Meine Mitspieler finden die Maschine absolut cool“, berichtet das Tischtennis-Talent. Es würden nun schon Überlegungen angestellt, später eine dritte Trainingseinheit die Woche in den Keller der Frielings zu verlegen, schmunzelt Stefan Frieling.

Mats selbst freut sich – trotz der tollen Alternative – aber auch schon wieder auf das Mannschaftstraining, wenn es wieder erlaubt wird. „Die Trainer des Vereins, Gerd Medding und Hubert Thies, legen schließlich viel Wert darauf, dass aus dem eigentlichen Einzelsport ein Mannschaftssport wird“, so der Familienvater.

Vater und Sohn werden auch weiter an ihrem Tischtennis-Roboter basteln. Es gibt immer etwas zu verbessern.

Vater und Sohn werden auch weiter an ihrem Tischtennis-Roboter basteln. Es gibt immer etwas zu verbessern. © privat

Eigentlich war Mats Frieling übrigens Fußballer, durch ein Schnuppertraining kam er zum Tischtennis – und blieb. Und das obwohl viele Kumpels weiter Fußballer sind – natürlich auch im SC. „Das Gemeinschaftsgefühl und der soziale Aspekt stehen eben nicht nur in der Tischtennisabteilung, sondern im gesamten Verein im Mittelpunkt“, berichtet der Vater. So würde vielfach mit Freunden zu Hause im Keller weiter trainiert – oder mit Vater und Mutter, die früher selbst viel Tischtennis gespielt haben.

Für Mats und Stefan Frieling ist das Projekt noch nicht ausgereizt, es wird weiter getüftelt. „Genau wie mein Sohn Mats in sportlicher Hinsicht ist natürlich auch der Roboter noch weiter entwicklungsfähig. Daran arbeiten wir, damit noch weitere Funktionen eingestellt und geübt werden können“, erklärt der Vater. Immun ist er in jedem Fall schon jetzt…

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