Union-Knipserin Charlotte Eismann: „Es gibt nichts, was sie nicht kann“

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Einige Klubs wollten sie schon abwerben. Doch bislang hat Charlotte Eismann Union Wessum die Treue gehalten. Aktuell ragt die 19-Jährige aus dem Landesliga-Team heraus, will davon aber nichts wissen.

Wessum

, 20.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fünf Saisonspiele, zehn Tore. Mit dieser beeindruckenden Quote hat Charlotte Eismann bereits ihre neun Treffer aus der gesamten Vorsaison überboten. Doch nicht nur deshalb ist sie ein sehr wichtiger Baustein im Spiel von Union Wessum. „Mit ihren 19 Jahren ist Charly schon eine komplette Fußballerin“, sagt Trainer Marco Leimbach. „Es gibt eigentlich nichts, was sie gar nicht kann.“

Solche Aussagen würden der angehenden Abiturientin wohl nicht über die Lippen kommen. Sie will sich selbst nicht in den Vordergrund stellen. „In unserer Mannschaft spielt jeder eine wichtige Rolle. Es liegt nicht an mir, dass wir im Moment so erfolgreich spielen. Ohne das Team könnte ich auch keine Tore schießen“, sagt Charlotte Eismann.

So bescheiden die Angreiferin sich auch äußert – ihr Können fiel schon zu ihrer Juniorenzeit vielen auf. Nicht umsonst spielte sie in der Kreisauswahl, vier Jahre lang in der Westfalenauswahl, gewann als 14-Jährige mit ihrem Team den Länderpokal. Und nicht von ungefähr kamen schon Angebote von höherklassigen Vereinen, wie in diesem Jahr vom Zweitligisten SV Meppen. „Aber es passte nicht“, sagt Charlotte Eismann. „Und zum Glück läuft es jetzt ja auch bei Union. Es war also die richtige Entscheidung, hierzubleiben.“

Geblieben ist die 19-Jährige nun schon elf Jahre lang. Nach den Minikickern zunächst bei den Jungs, dann mit den B-Juniorinnen hoch bis in die Westfalenliga. Der Kontakt zum Verein sei über die Schule entstanden. „Damals wurde gefragt, wer Lust hätte, Fußball im Verein auszuprobieren. Mir hat es von Anfang gefallen, Teamsport zu betreiben und auch neben dem Platz neue Freunde zu finden.“ Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass sie nicht nur Spaß, sondern auch Talent mitbrachte.

Vater förderte das Talent

Vater Klaus Eismann hat das früh erkannt, wie er heute sagt. Und gefördert. „Wir sind eine fußballverrückte Familie. Ich habe bei den Kindern immer darauf geachtet, dass sie das Spiel von der Pike auf lernen, also auch mit beiden Füßen schießen können. Das zahlt sich heute aus.“ Während der Vater früher bei Germania Asbeck spielte, sind die drei Kinder Charlotte, Lasse (A-Junioren) und Emilie (aktuell verletzt) allesamt bei Union aktiv. Auf die Stärken seiner Ältesten angesprochen, fallen Klaus Eismann als Erstes „Übersicht, Schnelligkeit und Technik“ ein.

Zuletzt nicht zu stoppen: Charlotte Eismann hat in fünf Ligaspielen schon zehn Tore erzielt.

Zuletzt nicht zu stoppen: Charlotte Eismann hat in fünf Ligaspielen schon zehn Tore erzielt. © Johannes Kratz

Fähigkeiten, die auch Trainer Leimbach zu schätzen weiß. „Charlotte kann sehr gut mit dem Ball umgehen und ein Spiel auch lesen. Ihre allergrößte Stärke ist aber ihr absolut unbändiger Trainingsfleiß. Sie ist nicht nur bei jeder Einheit mit der Mannschaft dabei, sondern macht auch für sich allein viel. Deshalb ist sie körperlich auch in überragender Verfassung.“ Obwohl seine Angreiferin erst 19 Jahre jung ist, kann der Coach keine wirkliche Schwäche benennen. Ihre Stärken könne sie natürlich weiter ausbauen.

Leimbach ist sich sicher, dass Charlotte Eismann auch in höheren Spielklassen zurechtkommen würde. „Würden wir mit Union dauerhaft in der Landesliga spielen, wäre Charlottes Talent hier sicherlich verschenkt. Aber wer weiß, was passiert, wenn es für uns mal eine Liga höher gehen sollte.“

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Und was sagt Unions Nummer 20 selbst dazu? „Ehrlich gesagt habe ich mir fußballerisch keine großen Ziele gesetzt. Erst mal konzentriere ich mich jetzt darauf, nach der Schule einen Beruf zu finden. Natürlich will ich nebenbei weiter Fußball spielen und das gerne auch mal eine Liga höher. Aber ich lasse das auf mich zukommen.“

Derzeit mache es bei Union einfach Spaß. „Wir haben eine gute Mischung aus jüngeren und erfahrenen Spielerinnen im Team. Es ist super, dass wir uns alle gut verstehen.“

Sicher ein Grundstein für den aktuellen Erfolg, der den Wessumerinnen fünf Siege in fünf Partien und den ersten Platz in der Landesliga eingebracht hat. Schon jetzt brennt Charlotte Eismann darauf, die Serie auszubauen. Egal, ob sie weiterhin wie am Fließband trifft, oder ob jemand anders die Tore schießt.

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