Verband steht zu Spielabsage wegen Corona – für Eintracht ist sie „schon suspekt“

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Landesligist Eintracht durfte wegen der Virus-Fälle in Ahaus am Sonntag nicht in Dorsten spielen. Der Verein nimmt diese Entscheidung zähneknirschend hin – und der Verband verteidigt sie.

Ahaus

, 09.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Champions League in Paris ohne Zuschauer, wahrscheinlich auch einige Bundesligaspiele. Das Coronavirus sorgt auch in der Sportwelt für besondere Vorsichtsmaßnahmen. Das bekamen am Wochenende auch die Landesliga-Kicker von Eintracht Ahaus zu spüren.

Das für Sonntag geplante Kellerduell in der Landesliga 4 zwischen dem SV Dorsten-Hardt und Eintracht Ahaus ist abgesetzt worden (Münsterland Zeitung berichtete). Laut Staffelleiter Gerhard Rühlow hatten die Dorstener wegen der Corona-Fälle in Ahaus einen entsprechenden Antrag gestellt, dem der Verbandsfußballausschuss (VFA) dann stattgab. „Ich kann die Entscheidung verstehen, denn wer will schon der Buhmann sein, wenn sich nachher vielleicht jemand auf dem Fußballplatz angesteckt hat?“, so Gerhard Rühlow am Montag.

Sauer aufgestoßen

Den Ahausern war sauer aufgestoßen, dass die Dorstener den Antrag gestellt hatten. Auch weil ihnen zwei wichtige Spieler gesperrt gefehlt hätten. „Die Sache stinkt zum Himmel“, sagte Eintracht-Trainer Wegener, der nicht glauben mag, dass Sorge um eine Ansteckung das wirkliche Motiv war. Schließlich sei im Umfeld der Mannschaft bislang kein Verdachtsfall aufgetreten.

Der Dorstener Trainer Martin Stroetzel, ehemals beim SuS Stadtlohn, sagte gegenüber der Dorstener Zeitung: „Wir begrüßen die Entscheidung“, stellte aber auch klar. „Wir waren es nicht, die das Spiel abgesetzt haben, sondern lediglich Bedenken angemeldet.“

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Diese Bedenken, basierend auf den vier bekannt gewordenen Corona-Fällen in Ahaus, genügten dem Verband offenbar, um die Begegnung abzusetzen. „Unter diesen Umständen setzen wir ein Spiel vorsichtshalber natürlich lieber ab“, sagte Reinhold Spohn, Vorsitzender des VFA, auf Nachfrage.

Auf seiner Homepage hatte sich der westfälische Verband bereits am Freitag so geäußert: „Sollten durch behördlich erteilte Auflagen (z.B. Quarantäne von Spielern) Einschränkungen für den Spielbetrieb eines Vereins/einer Liga zu erwarten sein, wird im Einzelfall entschieden. In begründeten Verdachtsfällen und nach Rücksprache mit der zuständigen Gesundheitsbehörde ist eine mögliche Spielabsetzung mit dem Staffelleiter abzustimmen beziehungsweise vorzunehmen.“

Aussagen der Stadt Ahaus geschickt

Die Abstimmung mit einer Gesundheitsbehörde hat es im vorliegenden Fall aber offenbar nicht gegeben. „Der Staffelleiter hat mich am Freitag angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten“, erklärt der Eintracht-Vorsitzende Stefan Kappenstiel. „Ich habe ihm dann die Aussagen der Stadt Ahaus geschickt“. Die Stadt habe nicht zur Absage von Veranstaltungen aufgerufen. „Auch Fußballspiele, zum Beispiel in der Bundesliga, wurden nicht abgesagt. Aber Dorsten-Hardt gegen Ahaus? Das ist schon ein bisschen suspekt“, so Kappenstiel.

Doch es helfe nichts, die Eintracht müsse die Entscheidung so akzeptieren und eine passende Antwort auf dem Platz geben. Als neuen Spieltermin hat Staffelleiter Rühlow Ostermontag, 13. April angesetzt.

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