Nach Coronavirus-Infekt: René Beuting hofft auf Abschied von der SpVgg auf dem Platz

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18 Tage Quarantäne liegen hinter René Beuting von der SpVgg Vreden. Er hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Gesundet wünscht er sich nun umso mehr einen Abschied auf dem Platz.

Vreden

, 03.04.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diesen 1. April wird der Vredener Fußballer René Beuting ganz besonders in Erinnerung halten. Es war Tag eins, nachdem eine besondere Zeit mit viel Ungewissheit endete. Seit dem 17. März hatte der 23-Jährige eine Quarantäne auferlegt bekommen – weil sein Test am Vortag auf das Coronavirus positiv verlaufen war.

Einige Tage zuvor hatte sein Vater nach einem Skiurlaub das gleiche Ergebnis erhalten. „Da lag es nahe, dass das Virus auf diesem Wege übertragen worden war. Sicher ist man natürlich nie. Warum ich aber erst ein paar Tage später getestet wurde, nachdem das Ergebnis bei meinem Vater feststand, weiß ich auch nicht.“ Nur eine von vielen Fragen für den künftigen Lüntener Grün-Weißen.

Kontakte wurden umgehend nachvollzogen

Nach der Rückkehr des Vaters hatte René Beuting am 8. März noch ein Meisterschaftsspiel mit der Reserve der SpVgg Vreden gegen Union Lüdinghausen bestritten – das vorerst letzte vor der Unterbrechung durch den Verband für die Fußballer. Sehr erfolgreich, es endete 5:1. Erst am Freitag darauf hatte Beuting dann – wie gesagt – vom Testergebnis des Vaters erfahren.

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„Ob ich da schon das Virus in mir hatte – und wenn ja – ob ich es schon übertragen konnte, ist schwer nachweisbar. Ich bin natürlich sofort zu Hause geblieben“, erklärt der Fußballer. Bis zum Ergebnis des eigenen Tests vergingen einige Tage mit vielen Gedanken. Nicht nur aufgrund der eigenen Situation. „Ich habe dann natürlich sofort geschaut, mit wem ich Kontakt hatte und entsprechend informiert.“ Auch die Fußballer der ersten und zweiten Mannschaft bei der SpVgg wurden natürlich eingeweiht.

"Der Zuspruch hat richtig gut getan"

Die Meldungen an das zuständige Gesundheitsamt erfolgten umgehend – und mit jedem negativen Ergebnis wuchs die Erleichterung. Auch sonst ist René Beuting bewusst offen mit dem Thema umgegangen: „Mein Umfeld wusste Bescheid, was los ist. Der Zuspruch war enorm, viele haben sich erkundigt. Das hat richtig gut getan.“ Zu seinen Mannschaftskameraden hatte er stets Kontakt über soziale Netzwerke – aufgrund der Kontaktsperre und des Trainingsverbots geht es ja allen gleich. „Wir haben viel über Facetime und WhatsApp kommuniziert.“

Der 23-Jährige hofft nun, dass dieser Einsatz für die Reserve gegen Lüdinghausen nicht sein vorerst letzter im blau-gelben Trikot gewesen sein wird.

Der 23-Jährige hofft nun, dass dieser Einsatz für die Reserve gegen Lüdinghausen nicht sein vorerst letzter im blau-gelben Trikot gewesen sein wird. © Michael Schley

Körperlich gespürt hatte er das Virus kaum. „Die bekannten Symptome hatte ich gar nicht. Nach der ersten Woche der Quarantäne habe ich mich ein wenig schlapp gefühlt. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass der Kreislauf eh im Keller war – vor allem nach einem leichten Work-Out-Programm, das ich mitgemacht hatte“, berichtet Beuting. Nach 18 Tagen der freiwilligen und auferlegten Quarantäne ging Beuting am Mittwoch direkt wieder arbeiten. Er fühlt sich ja absolut gesund. Und er nahm umgehend die „ungewohnte Atmosphäre“ in den Straßen auf.

Erste Jogging-Kilometer schon zurückgelegt

Die erste Jogging-Strecke über acht Kilometer wurde am Donnerstag abgelaufen. „Da hatte ich dann schon echt schwere Beine. Aber das wird sich mit der Zeit auch legen.“ Einen ganz besonderen Wunsch hegt der Defensivspieler nun noch: dass er vor seinem Wechsel nach Lünten noch das blau-gelbe Trikot der SpVgg Vreden tragen kann.

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„Ich glaube zwar auch nicht so recht daran, aber man hofft ja immer. Wenn ausgerechnet das Spiel gegen Lüdinghausen das vorerst letzte gewesen sein soll, dann wäre das mit der gesamten Geschichte drum herum schon bitter.“ Allzu gerne würde er sich sportlich von seinen Freunden bei der SpVgg verabschieden – nach einer für alle und für ihn bewegten Zeit.

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