Vredener Bernd Rosing sucht die Herausforderung: Rund um die Niederlande

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Beim Race Around the Netherlands starten 180 Fahrer auf die 1.907 Kilometer lange Strecke – gegen die Uhr und sich selbst. Mitten unter ihnen ist auch der Vredener Bernd Rosing.

Vreden

, 24.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seine Grenzen zu erfahren und erleben, das ist der Anreiz für den Vredener Bernd Rosing, beim Race Around the Netherlands im Jahr 2020 zu starten. Dabei hatte der ehemalige Handballer eigentlich ganz andere Pläne für dieses Jahr. Denn eigentlich wollte der Radsportler bei Kurzdistanz-Rennen starten, aber die fielen alle Corona zum Opfer.

Da deswegen auch das Race Around the Netherlands von Mai auf August verschoben wurde und ein paar Startplätze frei wurden, entschied sich Bernd Rosing spontan um und geht jetzt auf der Langdistanzstrecke an den Start.

Viel Vorbereitungszeit hatte der 30-Jährige dafür nicht. Gerade zwei Monate ist es her, dass er diesen Entschluss gefasst und sich beim Rennen angemeldet hat. Dabei wird viel Neues auf ihn einprasseln, denn er hat absolut keine Erfahrung mit einer solchen Distanz. „Mehrere Tage am Stück 400 Kilometer zu fahren, das habe ich bislang noch nicht gemacht", so Bernd Rosing.

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Dafür hat er in den Niederlanden aber schon interessante Situationen erlebt, als er eine Fahrt bei Nacht trainieren wollte. „Es war regnerisch in dieser Nacht und ich musste dreimal den Schlauch wechseln. Beim dritten Mal bin ich nachts um 1 Uhr in einer Kneipe gelandet, wo mir fünf Gäste beim Schlauchwechsel geholfen haben. Wir haben im Anschluss noch gemeinsam ein Bier zusammen getrunken und dann hat mir einer der Gäste einen Schlafplatz in seiner Ferienwohnung angeboten, den ich gerne angenommen habe.“

Am 28. August um 12 Uhr startet das Unterfangen für den Vredener mit dem Bike Check. Viel Wert legt der Veranstalter auf die Sicherheit der Teilnehmer. So sind zum Beispiel zwei Lampen für vorne und hinten vorgeschrieben, eine Klingel müssen die Teilnehmer auch am Rennrad befestigen. Zusätzlich werden Rad und Helm mit vielen reflektorischen Aufklebern beklebt, damit die Teilnehmer in der Nacht jederzeit gesehen werden.

Am Samstag um 8 Uhr geht es dann in fünf Gruppen auf die Strecke, dürfen die ersten fünf Kilometer noch gemeinsam gefahren werden, so muss sich die Gruppe dann trennen und jeder für sich alleine fahren. Treffen sich Fahrer auf der Strecke, so dürfen sie einige Minuten nebeneinander fahren und sich unterhalten, das gegenseitige Windschattenspenden ist aber verboten, jeder soll aus eigener Kraft die Strecke bewältigen.

Tipps für sein erstes Langdistanzrennen hat sich Rosing zuletzt beim Jonas Deichmann geholt. Deichmann ist aktuell auf einem Triathlon rund um Deutschland unterwegs und kam dabei auf der neunten Etappe auch durch Vreden. Von Bocholt bis Wietmarschen begleitete Rosing den Extremsportler und ließ sich für sein eigenes Abenteuer gute Ratschläge von dem erfahrenen Athleten geben.

Den wichtigsten Tipp, mit einem Auflieger am Rad zu fahren, kann Rosing aber aufgrund seines Rennrads nicht befolgen, weil es dafür keinen passenden Auflieger gibt. Allerdings hat er dafür andere Dinge mitgenommen, wie nachts nicht aufzugeben oder das zu Essen, das er auf der Strecke bekommt, ohne sich darüber einen Kopf zu machen.

Essen von der Tankstelle

So sieht Rosings Ernährungsstrategie jetzt so aus, dass er sich an Tankstellen und Schnellrestaurants verpflegt. Um nachts gut durchzukommen hat er sich im Vorfeld schon angeguckt, wo er an öffentliche Trinkquellen kommt, um seine Flaschen mit Wasser aufzufüllen. Zu seinem Gepäck zählen außerdem zehn Tütchen mit je 80 Gramm Kohlehydratpulver, die er in seine Getränkeflaschen füllen kann, um im Dunkeln keine Umwege zur Nahrungsaufnahme in Kauf nehmen zu müssen.

„Wenn ich beim Race Around the Netherlands an den Start gehe, dann nicht nur um durchzukommen, sondern dann möchte ich auch möglichst schnell ankommen", sagt Rosing und plant damit, innerhalb von fünf Tagen das Ziel zu erreichen. Dann wäre er auch passend zum Alternativprogramm der Vredener Kirmes wieder zurück.

Um das Ziel in fünf Tagen zu erreichen, will er die erste Nacht komplett durchfahren. In den anderen Nächsten plant er vier bis fünf Stunden Schlaf in verschiedenen Hotels. Insgesamt will er pro Tag rund 16 Stunden im Sattel sitzen und dabei eine Strecke von 400 Kilometern zurücklegen. Viel Ausrüstung nimmt Rosing dabei nicht mit auf die Strecke, um nicht zu viel zusätzliches Gewicht mitschleppen zu müssen.

Nicht zu viel Gepäck

Außer einem zweiten Unterhemd und einer Unterhose hat er nur Überschuhe, eine Regenjacke, Arm- und Beinlinge sowie eine Powerbank, Ersatzschläuche, ein Kettenschloss, ein Multitool, eine Minipumpe und klare Ersatzgläser für seine Brille in den Taschen am Rad verstaut. Auf Luftmatratze und Schlafsack, wie sie andere Teilnehmer mitführen, möchte er verzichten. Auch jetzt schon fühle sich das beladene Rad eher wie ein Panzer an und sei nicht mehr so agil fahrbar wie zuvor.

Wer sich über den Fortschritt von Bernd Rosing informieren möchte kann dies über den Livetracker auf der Seite https://www.adventurebikeracing.com/ratn/ tun, oder auf seinem Instagram-Kanal vorbeischauen.

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