Westfälische Vereine mit großer Mehrheit gegen Saisonfortsetzung

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Vier Möglichkeiten für die Beendigung der Saison 2019/20 hat der Fußballverband den Vereinen zur Auswahl angeboten. Die Umfrage endete am Dienstag und gibt schon einen Fingerzeig.

Kreis

, 21.04.2020, 16:36 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bis Dienstag, 21. April, sollten alle Mitgliedsvereine dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) eine Antwort zukommen lassen. Und zwar auf die Frage, wie sie die aktuell unterbrochene Saison gern beenden würden. Die Umfrage endete am Dienstag um 11 Uhr. Vier Möglichkeiten hatte der Verband den Klubs dabei zur Auswahl gestellt. Wohlgemerkt als unverbindliches Meinungsbild.

  • Abbruch und Saison annullieren: Bei diesem Szenario gäbe es keine Auf- und keine Absteiger aus den Ligen.
  • Abbruch und Hinrunde werten: Bei diesem Szenario würde der Tabellenstand der Hinrunden gewertet werden, um die jeweiligen Aufsteiger zu bestimmen. Absteiger gäbe es keine.
  • Abbruch und aktuellen Tabellenstand werten: Bei diesem Szenario würde der Tabellenstand zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs gewertet werden, um die jeweiligen Aufsteiger zu bestimmen. Absteiger gäbe es keine.
  • Saisonfortsetzung (falls möglich) ab September

Insgesamt haben sich nach Angaben des FLVW 1149 Vereine aus dem gesamten Verbandsgebiet an der Umfrage beteiligt. Allem Anschein nach favorisiert die große Mehrheit der Vereine einen Saisonabbruch. „Es wird schon jetzt deutlich, dass die Mehrheit der Vereine nicht für eine Saisonfortsetzung stimmt“, sagte Manfred Schnieders vom Verbandsfußballausschuss am Dienstagmittag. Hier geht‘s zur Auswertung der Umfrage

Das Votum fällt damit mit 88,4 Prozent der Stimmen deutlich für eine vorzeitige Beendigung der Saison aus. Eine knappe Mehrheit hat sich dabei für eine komplette Annullierung ausgesprochen (34,2 Prozent). Knapp dahinter liegt die Variante der Saisonwertung nach Hinrundenstand (30), gefolgt von der Wertung des aktuellen Tabellenstands (24,2) und der Fortsetzung der Saison (11,6).

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Eine Annullierung wäre logischerweise nicht im Sinne der jeweiligen Tabellenführer wie etwa SpVgg Vreden (Westfalenliga) und SV Heek (Kreisliga A). Die Vredener hatten sich in der Umfrage für einen Saisonabbruch mit Wertung der Hinrundentabelle ausgesprochen, wie Fußballobmann Ede Kampshoff erklärte. In dieser standen die Vredener, wie auch aktuell, an der Tabellenspitze. Würde eine solche Wertung also tatsächlich erfolgen, dürfte die SpVgg künftig erstmals in der Oberliga antreten.

Die Heeker haben für eine Fortsetzung der Saison votiert. Doch der HSV könnte in seinem Jubiläumsjahr wohl mit jeder Entscheidung leben, die den Aufstieg seiner ersten Mannschaft in die Bezirksliga zur Folge hätte. „Wenn das nicht klappen würde, wäre das für uns der Super-GAU“, sagt Geschäftsführer Martin Kösters.

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Mit einem Aufstieg könnten sich die Heeker dann künftig zum Beispiel mit dem VfB Alstätte und dem TuS Wüllen messen. Beide belegen zwar nach dem aktuellen Tabellenstand einen Abstiegsplatz in der Bezirksliga, doch könnte ja einzig das Szenario „Fortsetzung der Saison“ auch wirklich den Abstieg bedeuten.

„Wir haben in der Umfrage für die dritte Variante gestimmt, denn damit würde unsere erste Mannschaft die Klasse halten und die Frauen könnten in die Kreisliga A aufsteigen“, erklärt Ralf Wesker, Sportlicher Leiter beim TuS. Stefan Eing, Vorsitzender des VfB Alstätte, vertritt dagegen eher die Meinung, dass „eine Annullierung am wenigsten Diskussionen“ nach sich gezogen hätte.

SuS Stadtlohn hofft, dass gute Saison nicht umsonst war

Davon hält der SuS Stadtlohn als Tabellenzweiter der Bezirksliga wenig, ihm würden jedoch auch die Varianten mit einer Saisonwertung kaum helfen. „Wir stehen drei Punkte hinter Tabellenführer Haltern und der direkte Vergleich in der Rückrunde steht noch aus. Wenn wir diese gute Saison, auch im Kreispokal, völlig umsonst gespielt hätten, wäre das natürlich sehr schade“, sagt der Sportliche Leiter Markus Plate. Er hegt aber noch die Hoffnung, dass der SuS als Tabellenzweiter irgendwie die Chance auf die Landesliga-Rückkehr zur neuen Saison erhalten könnte.

Allein das Stimmungsbild der hiesigen Vereine zeigt, dass das Meinungs- und Interessensspektrum breit gefächert ist. Weitere Diskussionen dürfte es auch mit dem vorliegenden Umfrageergebnis geben. Denn die Spielordnung des Verbands sieht einen Saisonabbruch grundsätzlich gar nicht vor. Auch deshalb sind die Funktionäre derzeit auf der Suche nach einer rechtssicheren Lösung. Am besten einer, mit der sich auch möglichst viele Vereine arrangieren können.

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