Das Match gegen den TuS Bommern gewannen die TuRaner mit 29:26. Das ist die bislang einzige siegreiche Begegnung gewesen. © Palschinski
Handball

Bergkamens Trainer Rycharski genervt: „Das hat nichts mit Oberliga zu tun!“

Der HC TuRa Bergkamen verfügt in der Oberliga gerade einmal über zwei Zähler. Trainer Thomas Rycharski weiß längst, was verbessert werden muss.

Dass der HC TuRa Bergkamen von Spieltag eins an um den blanken Klassenerhalt in der Handball-Oberliga spielen würde, war allen Beteiligten von Beginn an klar. Mit 2:6 Punkten aus den ersten vier Spielen sieht Coach Thomas Rycharski seine Truppe nicht im Soll, allerdings noch mit allen Chancen. Über eine Sache in der eigenen Mannschaft regte sich „Tomek“ Rycharski im Gespräch aber ziemlich auf.

„Das hat nichts mit Oberliga zu tun! Wir trainieren häufig mit acht, neun Leuten. Da kannst du nicht viel machen. Du kannst nichts in der Gruppe verbessern, weil du es eben gar nicht trainieren kannst“, echauffierte sich der TuRa-Trainer im Gespräch mit der Sportredaktion.

Neben anhaltenden Personalsorgen kritisierte der langjährige Zweitligaspieler auch die Trainingsbeteiligung generell im Kader der Rot-Weißen: „Es ist immerhin die Oberliga, in der wir spielen und in der wir auch bleiben wollen. Da müssen wir einfach insgesamt eine bessere Trainingsbeteiligung hinbekommen, dass wir uns besser auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten können.“

In Gevelsberg nur ein Tor in 19 Minuten

Die zum Teil überschaubaren Trainingsleistungen wirkten sich auch bereits auf die Ligaspiele aus. Während es in den beiden Heimspielen noch ganz manierlich aussah, ließen die Bergkamener vor allem in der Fremde bisher wichtige Tugenden wie unbedingten Einsatzwillen und Konzentration vermissen. In Gevelsberg zeigte der HCT zuletzt einen absoluten Katastrophenstart, lag nach 18 Minuten mit 1:9 im Hintertreffen.

Bergkamens Coach Thomas Rycharski wünscht sich eine wesentlich bessere Trainingsbeteiligung.
Bergkamens Coach Thomas Rycharski wünscht sich eine wesentlich bessere Trainingsbeteiligung. © Archiv © Archiv

Kämpferisch zeigte Bergkamen dann zwar eine tolle Reaktion und unterlag am Ende nur knapp mit 23:24, allerdings wurden in dieser Partie erneut die größten Defizite der TuRaner offengelegt.

Für Thomas Rycharski steht die Marschroute für die kommenden Wochen fest: „Wir haben keine Zeit mehr, groß zu experimentieren. Jeder einzelne von uns muss sich mehr mit den bevorstehenden Gegnern und dem eigenen Spiel beschäftigen, damit wir besser vorbereitet sind. Platz vier ist immer noch realistisch.“

Platz vier bleibt das große Saisonziel des HC TuRa Bergkamen

Der vierte Tabellenplatz ist das große Saisonziel der Bergkamener. Dieser würde den sicheren Klassenerhalt bedeuten, da es ab Platz fünf abwärts ab dem März in einer Abstiegsrunde weitergeht.

Rang vier würde die Qualifikation für die Aufstiegsrunde bedeuten, in der die Rot-Weißen dann bereits alle Ziele erreicht hätten und befreit gegen die großen Namen im Handballverband Westfalen aufspielen könnten.

Die Hoffnungen des TuRa-Trainers, künftig wieder deutlich höhere Trainingsbeteiligungen aller Spieler hinzubekommen, scheinen derzeit berechtigt. Mit den Leistungsträgern Pascal Terbeck (Handgelenk), Tom Trost (Rücken) und Leon Fülber mussten zuletzt gleich drei Akteure mit Verletzungen kürzertreten.

Das Trio könnte spätestens in dieser Woche vor dem nächsten Meisterschaftsspiel beim HSC Haltern-Sythen wieder voll belastbar sein. Die Partie in der Seestadt am 23. Oktober hat „Tomek“ Rycharski als „absolutes Vier-Punkte-Spiel“ ausgerufen, rangiert Haltern-Sythen doch als einziges noch punktloses Team in der Oberliga Staffel II auf dem neunten und letzten Tabellenplatz. Dieser droht im Falle einer Niederlage dann dem HC TuRa Bergkamen.