Gegner zieht öffentlich über EC Bergkamen her − der wehrt sich: „Respektlos“ und „völlig überzogen“

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Palschinski
Nach den beiden Spielen des EC Bergkamen - hier mit Trainerin Miriam Thimm (oben) - gegen den ERC Ingolstadt hat der Gästetrainer öffentlich über den heimischen Eishockey-Bundesligisten hergezogen. Der wehrt sich gegen die Kritik. © Palschinski
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Keine Ruhe bekommen die Bundesligafrauen des EC Bergkamen. Nach dem Vorfall in Memmingen, bei dem die Eishockey-Bundesligapartie der Bärinnen gegen die ECDC Memmingen Indians gibt es nun harsche Kritik durch einen anderen Gegner. Der EC Bergkamen reagiert und versprüht dabei auch ein Fünkchen Ironie.

Mit einer Rumpftruppe gelang es dem Bergkamener Bundesligisten gegen den amtierenden Deutschen Meister im Fraueneishockey aus Ingolstadt nicht nur zwei richtig gute Spiele abzuliefern, sondern auch den ersten Punkt der Saison einzufahren. Im Samstagsspiel musste sich der ECB erst in der Overtime dem ERC Ingolstadt geschlagen geben, was bei ERC-Trainer Christian Sohlmann für einen richtigen Wutausbruch sorgte.

Im „Donaukurier“ polterte der 37-Jährige gegen alles und jeden. Zunächst passte ihm die Spielweise des EC Bergkamen nicht, dann war die Anstoßzeit nicht regelkonform, die Kabine sei viel zu klein, die Halle habe Netze und keine Glasumrandung, 300 Meter Fußweg bis zu Bus und noch vieles mehr. Abschließend zog Sohlmann eine vernichtende Bilanz: „Das Beste ist, dass wir ein Jahr nicht mehr hierhin müssen. Das ist definitiv nicht bundesligatauglich.“

Ilona Pollmer reagiert auf öffentliche Kritik des ERC Ingolstadt: „Respektlos“

Die Chefin der Bärinnen, Ilona Pollmer, kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen und findet das Nachtreten sportlich nicht ganz fair. „Wir sind nach wie vor stolz auf das, was wir hier leisten und werden so lange mit Herzblut weiter machen, wie man uns lässt“, schildert Pollmer, die Sohlmanns Aussagen „respektlos“ findet, es allerdings mit einer gehörigen Portion Ironie nimmt: „In der nächsten Saison versuchen wir, Ingolstadt einen Shuttle-Service anzubieten, damit die Armen keine 300 Meter von der Halle bis zum Bus laufen müssen.“

Auch Eishallenbetreiber Martin Brodde sieht die Ausführungen Sohlmanns als „völlig überzogen“ an und betont, dass sich in der Halle noch viel tun werde, aber es dauere eben alles. „In drei Jahren kann Herr Sohlmann sich dann gerne in fünf Kabinen gleichzeitig umziehen“, nimmt Brodde die Abwertung seine Halle mit viel Humor.

Am kommenden Wochenende gastieren dann die Mad Dogs aus Mannheim am Häupenweg in Bergkamen. ECB-Trainerin Miriam Thimm gibt sich kampfbetont und möchte die Punkte unbedingt in Bergkamen behalten: „Bei uns lichtet sich das Lazarett etwas. Mannheim braucht die Punkte und ich gehe davon aus, dass sie mit viel Druck, Kampf und Willen kommen. Mit unserer kämpferischen Einstellung und den taktischen Vorgaben hoffe ich, dass uns zwei Siege gelingen.“ Bully ist am Samstag um 17.30 Uhr und am Sonntag um 9 Uhr.