Der FC Overberge und der FC TuRa - hier mit Kevin Beck und Deniz Akyol (r.) - lieferten sich im Bergkamener Derby vor mehr als 300 Zuschauern einen hitzigen Schlagabtausch. © Palschinski
Fußball

Führungswechsel, vier Tore und ein Platzverweis: Trainer sind sich uneinig im Bergkamener Derby

Im Derby zwischen dem FC Overberge und dem FC TuRa Bergkamen ging es ordentlich zur Sache. Vier Tore sahen die Fans. Und ein Spiel, zu dem die beiden Trainer völlig unterschiedliche Meinungen haben.

Punkteteilung im Fußball-A-Liga-Derby zwischen dem FC Overberge und dem FC TuRa Bergkamen. Mit dem Zähler konnte vor allem die Heimmannschaft am Ende gut leben. TuRa hingegen haderte mit dem Remis. Das spiegelte sich so auch in den Statements der Trainer wider.

Kreisliga A2

FC Overberge – FC TuRa Bergkamen 2:2 (1:2)

„Das war ein richtig geiles Spiel. Es hatte alles, was ein Derby braucht“, war Recep Alkan, Trainer des FC Overberge, begeistert vom Spiel gegen TuRa, das weit mehr als 300 Zuschauer an die Hansastraße gelockt hatte.

Die erste Viertelstunde gehörte den Gastgebern, die sich mit der 1:0-Führung belohnten: Felix Evers netzte einen Tom-Schröder-Freistoß mit dem Kopf ein (12.). Ausgerechnet Evers muss man dazu sagen. Denn: „Der war komplett verletzt, hat nur Donnerstag das Abschlusstraining mitgemacht und mir da das Zeichen gegeben, dass er spielen kann“, so Alkan weiter.

TuRa dreht nach dem Ausgleich auf und dreht die Partie

Der FCO hatte das Spiel auch nach der Führung noch im Griff, hätte durch Henri Wittwer nachlegen können, doch er traf nur die Latte. Auf der anderen Seite produzierte TuRa eine Dublette des ersten Tores. Per Freistoß landete der Ball bei Nils Rataj, der zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich traf (19.).

Mit diesem Treffer kippte die Partie komplett in die andere Richtung. Folgerichtig drehte TuRa den Spielstand in eine 2:1-Führung. „Da wurden wir klassisch ausgekontert“, ärgerte sich Alkan. Einen weiteren Freistoß klärte der FCO von der Linie. TuRa-Trainer Chris Brügmann hat den Ball sogar drin gesehen: „Da waren wir uns alle nicht so einig“, sagte er.

Das Spiel gedreht: TuRa bejubelt den Treffer zum 2:1.
Das Spiel gedreht: TuRa bejubelt den Treffer zum 2:1. © Palschinski © Palschinski

Auch nach Wiederanpfiff war TuRa weiterhin die spielbestimmende Mannschaft. Deniz Akyol vergab allerdings eine hundertprozentige Chance zur Vorentscheidung. Er schoss am leeren Tor vorbei (Brügmann: „Ein Ding der Unmöglichkeit“).

Eine taktische Änderung aufseiten der Gastgeber sollte sich aber noch einmal auszahlen: Ein Abschlag von FCO-Keeper Marco Verrelli landete bei Wittwer, der 20 Meter vor dem Tor die Ruhe behielt, abzog und so zum 2:2-Ausgleich – gleichzeitig der Endstand – traf (71.).

Ampelkarte für die Gastgeber – FC Overberge in der Schlussphase in Unterzahl

„Danach hatten wir auch noch gute Chancen – selbst in Unterzahl“, so Alkan. In der Schlussphase hatte Tim Rüger nämlich wegen unsportlichen Verhaltens die Ampelkarte gesehen: Er hatte sich vor einem TuRa-Einwerfer aufgebaut und so eine schnelle Spielfortsetzung verhindert. Am Ende blieb es beim 2:2 – auch weil TuRas Philipp Pötter mit dem Schlusspfiff die nächste TuRa-Torchance vergab.

Das 2:2 ist ein Ergebnis, mit dem vor allem Recep Alkan gut leben konnte. Nicht ganz so euphorisch war hingegen Alkans Gegenüber Christ Brügmann, Trainer des FC TuRa: „Es war kein gutes Fußballspiel, aber es war hitzig. Wir haben leider die Anfangsphase verschlafen. Doch nach dem 1:1 waren wir die klar bessere Mannschaft. Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen. So waren es am Ende zwei verschenkte Punkte.“

FC Overberge: Verrelli, Rüger, Groß, Kloß, Piotrowski (76. Ramm), Wittwer, Beck, Schröder (90. Ndreu), Buschmann, Helmich (45. Schwencke), Evers (82. Bachmann)

FC TuRa Bergkamen: Kurpanik, Pötter, Aslani, Kupfer, Akyol (64. Haase), Nagel, Rataj, Brelian (72. Gökkaya), Bah, Schnura, Mitat (41. Kopar)

Tore: 1:0 Schröder (12.), 1:1 Rataj (19.), 1:2 (Kupfer (28.), 2:2 Wittwer (71.)

Bes. Vorkommn.: Ampelkarte gegen wegen (85.)

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann