Anita Voelkels Weg zu drei Weltmeistertiteln führte über den Post SV

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Drei Racketlon-WM-Titel hat eine Verbandsliga-Tischtennisspielerin vom Post SV derzeit in der Tasche. Im April geht es zur Titelverteidigung nach Prag.

Castrop-Rauxel

, 10.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit vereint Anita Voelkel drei Racketlon-Weltmeistertitel auf sich. „Mal gucken, wie lange noch“, sagt sie. Im April steht im tschechischen Prag die Titelverteidigung in zwei Wettbewerben an: Doppel und Mixed.

2019 siegte sie in Belgien an der Seite von Esther Dübendorfer (Schweiz) im Doppel. Das Mixed-B-Doppel gewann sie mit ihrem Kölner Vereinskameraden Jörg Kanonenberg. Beide spielen beim ACR Köln in der Bundesliga. Dazu kommt noch ein Einzel-Weltmeistertitel in der Altersklasse Ü40, den sie im Herbst erlangte.

Racketlon: Vierkampf mit Schlägern

Aber was ist Racktelon eigentlich? Es ist ein Vierkampf der Rückschlag-Sportarten. Die Disziplinen sind Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis. Gespielt wird jeweils vom kleinsten bis zum größten Schläger (englisch racket). Ein Satz pro Disziplin geht bis 21 Punkte, flott hintereinander ausgetragen.

„Dazwischen gibt es eigentlich keine Pausen“, erklärt Anita Voelkel, „man hat nur kurz Zeit, den Schläger zu wechseln.“ Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

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Im Kölner Bundesliga-Team

Nach diesem Modus spielt die 43-Jährige auch in der Racketlon-Bundesliga. Eine Saison geht normalerweise an zwei Wochenenden über die Bühne. „Für die Einzelsportarten hat es nie gereicht, so hoch zu spielen“, sagt Voelkel. Tischtennis spielt sie beim Post SV Castrop-Rauxel in der Verbandsliga. Mit den Tennis-Damen 30 des TC Buer führt sie gerade die Ruhr-Lippe-Liga an. „Badminton habe ich früher im Betriebssport gemacht, derzeit spiele ich viel zu selten“, so Anita Voelkel, „und auch Squash bekomme ich zeitlich nicht unter.“

Vereinskamerad Jörg Wagner brachte Anita Voelkel einst zum Racketlon, da sie auch regelmäßig Tennis spielt.

Vereinskamerad Jörg Wagner brachte Anita Voelkel einst zum Racketlon, da sie auch regelmäßig Tennis spielt. © Volker Engel

Im Januar 2012 absolvierte sie ihr erstes Spiel für Post SV Castrop-Rauxel. Dort wurde Vereinskamerad Jörg Wagner auf sie aufmerksam, der noch eine Spielerin für einen Racketlon-Event suchte. „Das passte gut, da sie neben Tischtennis auch regelmäßig Tennis spielt“, so Wagner. Er selbst habe schon länger nicht mehr beim Racketlon mitgemischt, hoffe aber auf ein baldiges Comeback beim ACR Köln. Vielleicht als Ersatzspieler für das Mixed mit Anita Voelkel.

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„Tolle Atmosphäre“

Die hat inzwischen so manches internationalen Wettbewerb absolviert. „Da ist man dann ein großes Team“, schildert die 43-Jährige, „jeder will natürlich seine Spiele gewinnen, aber es ist nicht so verbissen. Anschließend herrscht immer eine tolle Atmosphäre und wir alle trinken ein Bier miteinander.“ Da sind Skandinavier vertreten, Schweizer, Österreicher, Franzosen, Niederländer, Tschechen. „Aus Italien habe ich noch nie jemanden gesehen“, sagt Anita Voekel. Vereinzelt sei sie auch auf Teams aus den USA oder Indien getroffen.

Die Schläger liegen bereit: Im April kann Anita Voelkel zwei Weltmeistertitel verteidigen. Drei hat sie derzeit insgesamt.

Die Schläger liegen bereit: Im April kann Anita Voelkel zwei Weltmeistertitel verteidigen. Drei hat sie derzeit insgesamt. © Volker Engel

Einer möglichen Titelverteidigung sieht Anita Voelkel recht gelassen entgegen: „Mein Tennisarm ist besser.“ In welchen Klassen sie antritt, will sie vor Ort entscheiden. „Das hängt auch davon ab, wie die Konkurrenz meldet. Da wird ein wenig taktiert.“

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