Annika Hilkmann: "Wir haben gut harmoniert"

Gold uns Silber bei Kegel-WM

Drei Medaillen: Ein Mal Gold und zwei Mal Silber. Das war die Ausbeute von Annika Hilkmann bei der U24-Weltmeisterschaft der Sportkegler in Eupen (Belgien). Mittlerweile ist die Sportkeglerin aus Pöppinghausen im Urlaub an der Nordsee, wo wir sie für ein Interview erreicht haben.

CASTROP-RAUXEL

von Mirko Kuhn

, 29.08.2016, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Annika Hilkmann (links) gewann an der Seite von Sandra Gsodam (2.v.l.) bei den Junioren-Weltmeisterschaften im belgischen Eupen zwei Silbermedaillen. Zudem holte sie Gold im Mixed an der Seite von Michael Reith.

Annika Hilkmann (links) gewann an der Seite von Sandra Gsodam (2.v.l.) bei den Junioren-Weltmeisterschaften im belgischen Eupen zwei Silbermedaillen. Zudem holte sie Gold im Mixed an der Seite von Michael Reith.

Frau Hilkmann, Sie haben Gold im Mixed gewonnen, aber im Team Doppel eine zweite Goldmedaille um nur vier Holz verpasst. Wie groß war der Ärger darüber?

Hilkmann: Das war wirklich ärgerlich, zumal Sandra Gsodam und ich sehr gut gespielt haben. Aber der Ärger darüber ist längst verflogen. Ich war froh, dass ich überhaupt für die WM nominiert wurde. Alles andere ist Bonus.

Und was für einer. Mit ihren 21 Jahren haben Sie im Konzert der Großen bereits gut mitgemischt. Sehen Sie das auch so?

Das hat sicher auch an meinen Partnern gelegen. Sowohl Sandra Gsodam als auch Michael Reith waren im Vorfeld meine Wunschpartner. Wir haben gut harmoniert.

Gab es bereits ein Fazit seitens der Bundestrainer?

Mein Trainer Christian Schumann und auch die anderen Trainer waren mit der Vorstellung unseres deutschen Teams sehr zufrieden. Auch wenn wir weniger Goldmedaillen geholt haben als zuletzt.

Zwei Goldmedaillen sind überraschend an Brasilien gegangen. Wird die Luft oben dünner?

Das kann man so sagen. Die Brasilianer sind zudem mit den Rahmenbedingungen und den im Tagesverlauf immer stumpfer werdenden Kunststoffbahnen sehr gut zurechtgekommen. Es war extrem heiß und schwül, so etwas hatte ich vorher noch nicht erlebt. Schon nach zehn Würfen hat die Kraft etwas nachgelassen. Damit ist das Team aus Brasilien manchmal offenbar besser umgegangen.

Jetzt bleibt kaum Zeit zur Erholung. Am kommenden Wochenende startet die Saison mit ihrem Verein Viktoria Herne in der NRW-Liga. Welche Ziele verfolgen Sie dort?

Wir wollen unbedingt in die Bundesliga aufsteigen. Mehr noch als in der NRW-Liga kann man dort auf höchstem Niveau von den etablierten Spielerinnen lernen.

War daher ein Vereinswechsel bei Ihnen ein Thema? Es gab doch sicher Anfragen.

Ja, aber ein Wechsel steht aktuell nicht zur Diskussion. Meine berufliche Situation mit einer zusätzlichen Abendschule unter der Woche lässt weite Fahrten zum Training derzeit nicht zu.

Die nächsten Junioren-Weltmeisterschaften finden in zwei Jahren in den Niederlanden statt. Wie geht es bis dahin auf Bundesebene weiter?

Es wird wie zuletzt zwei bis drei Mal im Jahr Kaderlehrgänge geben, bei denen ich mich weiterhin empfehlen kann. Schließlich will ich auch bei meiner dann letzten Junioren-WM dabei sein.

Vor wenigen Wochen haben Sie sicher mit einem Auge zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro geschaut. Mit etwas Wehmut, weil ihre Sportart nicht vertreten ist?

Nein, sicher nicht. Es ist zwar schade, aber die Gründe dafür sind offensichtlich. Es gibt keine breite Masse hinter unserer Sportart, rund 100 Zuschauer und gerade sechs Nationen bei der WM. Tendenz rückläufig. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

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