Ausländer bleiben beim großen Billard willkommen

Billard

In den vergangenen Wochen waren die Verantwortlichen und Spieler im deutschen Billard-Sport in heller Aufregung – durch eine unerwartete Änderung des Reglements. Diese wurde jetzt aber durch eine Entscheidung des Verbandsgerichts auf Eis gelegt.

CASTROP-RAUXEL

, 17.06.2016 / Lesedauer: 2 min
Ausländer bleiben beim großen Billard willkommen

Kommt gegen Hilden für den ABC zum Einsatz: der Tscheche Marek Faus.

Die Deutsche Billard-Union (DBU) hatte ohne Zustimmung der Landesverbände und Vereine eine neue Regel in Kraft gesetzt, durch die einige ausländische Akteure ausgeschlossen worden wären. Die neue Satzung besagte, dass ein Billardspieler nicht in einer deutschen Spielklasse mitmischen darf, wenn er zudem in zwei weiteren Ländern Liga-Spiele bestreitet. Zudem sollte deutschen Spielern unter 18 Jahren untersagt werden, im Ausland zu spielen.

Auf den Barrikaden

Diese Nachricht brachte die Billard-Zunft in Bewegung. Deutsche Spieler wie Martin Horn und der Castrop-Rauxeler Markus Dömer („Das ist alles ein schlechter Witz“), gingen auf die Barrikaden. Mit Appellen, national und international, wurde die klammheimliche Änderung kritisiert. Mitstreiter aus dem In- und Ausland zeigten sich entrüstet. Die Bundesligen mit ihren ausländischen Spitzenspielern würde ihrer Attraktivität beraubt.

Auch beim ABC Merklinde, wo zum Beispiel in Marek Faus ein tschechischer Spieler dafür sorgt, dass die Europastädter Spitzenbillard präsentieren können. Oder auch beim vielfachen Deutschen Meister DBC Bochum, der den Schweizer Xavier Gretillat aufbietet. Der Ausnahmekönner spielt auch in Frankreich, Belgien und in den Niederlanden.

DM-Titel abgewertet

Wenn es also nach der neuen Regel gehen würde, gäbe es das in Zukunft nicht mehr. Was wären denn dann die DM-Mannschaft-Titel im Dreiband und Mehrkampf noch wert? Nicht mehr so viel wie zuvor.

Zum Glück für die Aktiven hat ein Protest von Verbänden, Vereinen und Spielern einen ersten Erfolg gefeiert. Das angerufene Verbandsgericht der DBU hat in Form einer einstweiligen Anordnung die Billard-Sportordnung in der Fassung vom April 2016 bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache ausgesetzt.

Damit kein Vakuum im Spielbetrieb entsteht, wird die alte Satzung vom Juli 2014 – nach der auch der Einsatz von zwei Ausländern erlaubt ist – weiterhin angewendet. So soll es nach Meinung vom DBU-Sportwart Kurt Dahlhaus bleiben. Der 74-Jährige sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Unsere Bundesligen würden ohne Ausländer sehr an Qualität verlieren, die neue Saison läuft wie gehabt.“ 

Der Sportwart der Deutschen Billard-Union (DBU), Kurt Dahlhaus, hat die Meldungen für die neue Saison 2016/17 veröffentlicht. Gespielt wird wieder nach dem neuen Modus, der 2015/16 für einen höheren Spannungs-Faktor gesorgt hatte: Zehn Teams kämpfen in zwei Gruppen um die Qualifikation zu den Play-Offs. Die ersten vier Teams spielen dann in Hin-und Rückspielen um den Titel. Die weiteren Team bestreiten Platzierungsspiele. Änderungen gibt es in der Bel-Etage der Mehrkämpfer. So haben die BF Königshof (Dritte der alten Saison) ihre Mannschaft zurückgezogen. Wie auch der BC Neustadt-Orla aus Thüringen. Neu in das Zehnerfeld rutschen als Aufsteiger die BF Creidlitz-Coburg (Bayern) und die BG RW Krefeld. 

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